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service: trends – Mega Food Trend vegane Ernährung

Viele Hessen möchten im neuen Jahr weniger Fleisch essen und mehr vegetarische Gerichte. Aldi macht mit und wirbt intensiv für die hauseigenen veganen Produkte. Wird Aldi jetzt zum Bio-Supermarkt? Mex wirft einen Blick ins Sortiment.

Neues Jahr, neuer Discounter? Online sieht Aldi aus wie ein Biomarkt, voller veganer Lebensmittel und Rezepte. Handelsexperte Martin Fassnacht beobachtet Aldi seit langem. Warum macht der Discounter das? "Ein Grund, warum Aldi verstärkt vegane und vegetarische Produkte den Verbrauchern anbietet, ist das sie auf der Markenebene, also auf der Aldi-Ebene cooler und jünger rüber kommen und damit weiterhin die junge Zielgruppe ansprechen."

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Aldi will jünger werden. Zum Beispiel mit veganen Knusperstäbchen für 1,89 Euro, mit veganen Milchersatz für 1,15 Euro. Insgesamt sind schätzungsweise 10 Prozent des Aldi-Sortiments mit einem "Vegan-Label" gekennzeichnet.

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Das Angebot wächst, die vegane Produktpalette beim Discounterriesen wird immer größer. Wurden 2018 noch 130 vegane Produkte angeboten, sind es in diesem Jahr schon rund 160 Artikel. Ein Wachstum von knapp 23 Prozent.

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Auch Drogerieketten machen mit

Der Discounter ist damit einem Ernährungstrend auf der Spur. Hauptgrund für mehr vegane Produkte: damit lässt sich Geld verdienen. Das bestätigt uns Handelsexperte Fassnacht: "Generell sieht sich der Handel gesättigten Märkten gegenüber. Das heißt, Unternehmen schauen nach Kategorien, nach Bedürfnissen, mittels derer sie wachsen können. Und sie haben festgestellt, dass vegane vegetarische Produkte an Bedeutung wachsen. Und das gilt nicht nur für Aldi. Vegane Produkte erobern Hessens Regale, längst weit über den Bio-Fachhandel hinaus.

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Und so steigen auch die Umsätze mit veganen und vegetarischen Produkten im Einzelhandel konstant. Lag der Umsatz 2017 bei 736 Millionen Euro im Jahr, waren es 2019 bereits 1,2 Milliarden Euro.  Ein Umsatzplus von 63 Prozent.

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Kein Wunder, dass sogar Drogerieketten, wie dm und Rossmann, die nicht hauptsächlich Essen verkaufen, ihre vegane Produktpalette ausweiten. Fassnacht erzählt: "In Städten möchten sich Drogeriemärkte auch als Nahversorger gesehen werden, sich entsprechend aufstellen. Und wenn der Trend da ist, dass Konsumenten nach vegetarischen,  veganen Produkten nachfragen, mach es auch Sinn in Städten als Drogeriemarkt solche Produkte, vegane vegetarische Produkte anzubieten."

Aldis Doppelstrategie

Zurück zu Aldi. Wird der Branchenriese jetzt zum nachhaltigen Bio-Discounter? Wohl kaum. Das beweist ein Blick in das gute alte Prospekt. Hier finden Kunden nach wie vor überwiegend Hack, Hühnchen und Co zu günstigen Preisen und fleischige Rezeptvorschläge. Denn es gibt zwei verschiedene Zielgruppen, beide versucht Aldi versucht anzusprechen. Während der Discounter online auf den veganen Trend setzt, soll mit dem Prospekt weiterhin eher das klassische Aldi-Publikum erreicht werden.

Eine Doppelstrategie. Aber Fassnacht unterstreicht: "Aldi ist Aldi. Aldi bleibt Aldi. Aldi ist ein Discounter, das heißt, es gibt adäquate Qualität zu günstigen Preisen. Und deswegen bietet Aldi adäquate Fleischqualität zu günstigen Preisen an. Und wir essen nach wie vor relativ viel Fleisch."

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Obwohl der Verkauf veganer Produkte boomt, bleibt der Fleischkonsum in Deutschland relativ konstant. Wurden im Jahr 2012 60,9kg Fleisch pro Kopf verzehrt, waren es auch 2018 noch 60,2kg.

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Aldi bleibt Aldi. Auch wenn der Discounter ein Stück vom veganen Trendkuchen abhaben will, bleibt das Billigkonzept das Alte.

Autorin: Naïma Kunze