Zwei Hände (in Handschuhen) tippen vor einem Bildschirm auf eine Tastatur.

Fremde Computer angreifen - das kann im Prinzip jeder, sagt MEX-Experte Sebastian Schreiber. Hier sehen Sie seine Einschätzung zum jüngsten Datenklau.

„Das war ein dummer Jungenstreich“, meint der IT-Experte Schreiber. „Der hat eben nicht nachrichtendienstliche Techniken genutzt, um perfekt anonym zu sein. Er fühlte sich nicht wirklich verfolgt – deswegen war er recht schnell zu schnappen.“ Trotzdem: Datenklau gehört inzwischen zum Alltag, weiß Schreiber. Für MEX beantwortet der IT-Sicherheitsfachmann die wichtigsten Fragen:

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zum hessenschau.de Video Wie Hacker vorgehen

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Ende des Videobeitrags

Herr Schreiber, wie kann ich meine Daten generell schützen?

„Um die eigenen Systeme zu schützen, müssen Sie einen ganzen Maßnahmen-Mix parat haben: Ordentliche Passworte, die Sie regelmäßig ändern. Es darf kein Wort aus dem Wörterbuch sein. Es muss also eine Kombination sein aus Buchstaben, Zahlen, Sonderzeichen, Großbuchstaben und auch eine gewisse Länge – zehn bis zwölf Zeichen sind angemessen. Sie müssen Ihre Systeme pflegen, Updates fahren. Sie brauchen einen Virenschutz auf ihrem System. Und ganz wichtig, den gesunden Menschenverstand nicht ausschalten.

Herr Schreiber, wie gehe ich ganz konkret im Alltag mit meinen Daten um?

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zum Video Frag Schreiber - Warum das BSI vor mehr Hacker-Angriffen warnt

 Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
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„Muss ich mir immer genau überlegen, wenn ich eine Mail bekomme, die mich auffordert, ein Passwort einzugeben – dann müssen wir uns also erst mal zurück lehnen und überlegen: Kann das sein? Wo tippe ich mein Passwort ein? Ist die URL auch wirklich exakt die richtige? Und erst dann tippen wir unser Passwort ein. Im Zweifelsfall unterlassen wir das lieber.“

Herr Schreiber, warum werden Daten überhaupt geklaut?

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zum Video Frag Schreiber – Kann man sich gegen Facebook-Hacker schützen?

Hände am Laptop
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„Der eine macht es aus sportlichem Antrieb – möchte gucken, wie komme ich in Systeme rein? Der ist also an Daten oder an Unternehmen überhaupt nicht interessiert. Andere machen es aus politischen Gründen. Der Dritte will damit Geld verdienen – möchte Daten irgendwem meistbietend anbieten oder sie für eigene Zwecke nutzen. Und der Vierte möchte vielleicht ein Unternehmen schädigen, in dem er Daten stiehlt und Stück für Stück veröffentlicht.

Autor: Holger Barthel