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zum Video Hitze in Hessen - Warum die Kühlkette oft unterbrochen wird

Eine Kundin schiebt ihren Einkaufswagen an einem Kühlregal vorbei.

Hitze-Alarm, ohne Kühltasche ist das ein Fest für Keime! Offene Gefriertruhen, unterbrochene Kühlketten und Hitze auf der Fahrt nach Hause: mex will wissen: Wie gefährlich ist die Hitze für empfindliche Lebensmitten und wie kann man sie schützen?

mex im Main-Kinzig-Kreis: Mit einem Infrarot-Messgerät wollen wir prüfen, wie ernst Supermärkte und Discounter die Kühlkette nehmen. Wir nehmen Stichproben in zehn Supermärkten. Zum Beispiel frisches Hackfleisch. Das muss bei höchstens 2 Grad gekühlt werden. Wir messen nach: Korrekt, überall zwischen 1 und 2 Grad. Das zweite Beispiel ist frische Schlagsahne. Sie sollte bei höchstens 8 Grad lagern. mex misst nach: Neun Theken kühlen richtig, wir messen im Schnitt 3 Grad. Das Ergebnis: Supermärkte und Discounter halten die Kühlkette fast immer ein. Sehr gut!

Rohtraud Pichner, Professorin für Lebensmittelhygiene und Mikrobiologie an der Hochschule Fulda weiß, das Problem ist eher, dass Kühltruhen zu lang offen sind: „Auch die Verbraucher sollten darauf achten, dass sie das Produkt entnehmen und gleich wieder zu machen, weil sonst die Temperaturen sinken. Es ist schwierig die Temperatur wieder einzuhalten.“ Wir prüfen nach und tatsächlich - gleich in den ersten zwei Märkten finden wir vier offenstehende Tiefkühltruhen und Eisschränke.

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Mindesthaltbarkeitsdatum auf Milchtüte
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Wir beobachten zwei weitere Märkte. Ein Kühlregal steht zwei Minuten offen, eine Gefriertruhe ganze drei, und Kunden und Mitarbeiter laufen gleichgültig vorbei.

„Eigentlich nicht mehr verzehren“

Achten die Hessen aber auf dem Weg nach Hause darauf, dass die empfindlichen Lebensmittel nicht zu warm werden? mex ist auf einem Supermarkt-Parkplatz in Langenselbold bei 37 Grad. Auf dem Parkplatz hat nur einer von 28 eine Kühltasche dabei. Doch was hat die Hitze für Auswirkungen auf unsere Lebensmittel?

Beispiel 1: Hackfleisch. Vom Supermarkt zum Auto hat sich das Hackfleisch an der Oberfläche von 2 auf 14,5 Grad erhitzt. Nur zwanzig Minuten später: Das Hackfleisch brutzelt bereits bei 35,6 Grad und die Hack-Packung wölbt sich, als würde sie gleich platzen.

Rohtraud Pichner von der Hochschule Fulda erklärt uns, was diese aufgeblähte Fleischverpackung bedeutet: „Dann könnte das schon auch ein Hinweis darauf sein, dass eine mikrobielle Aktivität stattgefunden hat, dass Bakterien sich vermehrt haben und dann auch zum Beispiel Gase produziert haben das sollte der Verbraucher grundsätzlich eigentlich nicht mehr verzehren, denn das könnte auch ein Hinweis auf eine niedrigere Sicherheit sein.“

Beispiel 2: Fischstäbchen. Auch die haben sich auf dem Weg zum Auto ordentlich erwärmt von minus 18 auf minus 2 Grad. Zu Hause angekommen sind sie sogar komplett aufgetaut bei 17 Grad. Für Rohtraud Pichner ist das bedenklich: „Fisch ist sehr leicht verderblich. Und also noch leichter verderblich als Fleisch und da muss man natürlich noch mehr drauf achten, dass die Kühlkette eingehalten wird, weil der können auch zum Beispiel Salmonellen können sich enthalten. Wobei bei diesem Produkt-- das ist vorgebraten, da sind wahrscheinlich keine Salmonellen mehr enthalten, weil’s durch gebraten ist, aber es könnten andere Bakterien sich vermehren und unter Umständen auch Erkrankungen auslösen.“

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Das mex-Fazit: Besonders bei dieser Hitze sollte die Kühlkette allenfalls kurz unterbrochen werden. Am besten immer eine Kühlbox verwenden und den Einkauf schnell nach Hause bringen. 

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Autorin: Katrin Wegner, Naïma Kunze