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zum Video Lebensmittelverschwendung - So können wir sie reduzieren

So geht Lebensmittelrettung heute: Eine App, die überschüssiges Essen von Restaurants, Supermärkten oder Bäckereien vermittelt. Mex zeigt, wie Verbraucher und Produzenten Lebensmittel erfolgreich retten können.

Geschätzt 11 Millionen Tonnen Lebensmittel landen pro Jahr im Müll – das gilt für  Privathaushalte und Industrie. 14 Prozent aller Backwaren enden als Abfall. Was Bäckereien bis Ladenschluss nicht verkaufen, wird weggeschmissen. Bei der Bäckerei Papperts aus Fulda ist das anders. Altes Brot wird hier zum Geschäftsmodell. Spezielle Läden, eigenes Label: hier gib es Gebäck vom Vortag zum halben Preis, erzählt Manfred Klüber, Papperts Bäckerei: „Unser Zweittags-Konzept haben wir aufgebaut, weil uns bewusst wurde, dass immer mehr Lebensmittel sonst sinnlos vernichtet werden beziehungsweise nicht mehr an den Mann gebracht werden.

Doch warum wird eigentlich so viel Überschuss produziert? Ein Hauptgrund liegt in der Erwartungshaltung vieler Kunden an herkömmliche Bäckereien, weiß Klüber: „Da hat der Kunde heute wirklich den Anspruch, selbst kurz vor Ladenschluss, dass er noch ein ausreichendes oder attraktives Sortiment vorfindet. Das ist sicherlich stärker gewachsen.“ Die Folge: Immer mehr bleibt zum Ladenschluss übrig. Das Konzept der Zweittags-Läden kommt an. Demnächst eröffnet die vierte Filiale.

Abhilfe per App?

Lebensmittelverschwendung vermeiden – mit Apps. Das ist beispielsweise eine Idee von Ernährungsministerin Klöckner. Immerhin 3,4 Millionen Tonnen  fertiger  Speisen werden jährlich in der Gastronomie weggeworfen. Die App „too good to go“ ist Vorreiter: Hier geben Hotels und Restaurants an, was auf ihrem Buffet übrig bleibt. Wer Hunger hat, reserviert sich eine Portion, zahlt online nur einen Bruchteil und kommt kurz vor dem Abräumen des Buffets im Lokal vorbei.

Und nicht nur Restaurants stellen Angebote ein. Auch Lebensmittelläden und Bäckereien sind dabei. Hessenweit machen über 150 Betriebe in 10 Städten mit. Von Viernheim über Wiesbaden bis Kassel. Auch die Hotelkette Scandic bietet in Frankfurt ihr Frühstücksbuffet über die App an. Denn das muss auch für den letzten Spätaufsteher immer gut bestückt sein. Demnächst wird hier auch das Mittagsbuffet angeboten. Denn junge Kunden gibt es viele.

Die App schafft eine win-win Situation: Einerseits werden Lebensmittel gerettet. Anderseits reduzieren die Gastronomen so ihre Entsorgungskosten.

Die Regierung hat ein Ziel

34 Prozent aus Obst und Gemüse landen regelmäßig in der Tonne von Supermärkten, weil es nicht mehr frisch ist. Damit es nicht soweit kommt, gibt es in Groß-Gerau den Verein „Essen für Alle“. 30 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sammeln von Händlern ein, was nicht mehr verkauft wird. Jede Woche werden damit 20 caritative Organisationen versorgt. Heute wird daraus Suppe geschnippelt.

Sylvia Schneider, Essen für Alle, erzählt: „Das Essen ist für alle, das heißt, jeder kann etwas bekommen, wir hätten gerne eine Spende. Aber wer nichts geben kann, der bekommt es natürlich auch so.  Das ist ganz klar.“

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Das mex-Fazit:

Lebensmittel vor der Mülltonne retten, wird für viele Menschen immer wichtiger. Privates Engagement und Aufklärung fordert hierbei auch die Bundesregierung – ihr Ziel: bis 2030 die Lebensmittelverschwendung halbieren.

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Autor: Christian Lang