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zum Video Möbliertes Wohnen - wie die Mietpreisbremse ausgehebelt wird

Möblierte Wohnungsangebote in Frankfurt haben zugenommen

Immer mehr Vermieter nutzen ein Schlupfloch und vermieten die Wohnung möbliert. Die Folge sind horrende Mieten. mex will wissen, was diesen Trend auf die Spitze treibt und wie Mieter sich wehren können.

Großes Angebot an möblierten Wohnungen

Auf dem Mietmarkt werden immer öfter möblierte Wohnungen angeboten. Die Folge sind hohe Mieten, von 30 Euro pro Quadratmeter und mehr. Fast die Hälfte aller Wohnungen in Frankfurt werden mittlerweile möbliert angeboten.

Deshalb sucht mex im Internet nach Mietangeboten in der Mainmetropole und stößt schnell auf möblierte Wohnungen. Wie zum Beispiel in Frankfurt-Sachsenhausen. Dort wird eine 1-Zimmerwohnung, mit 29 Quadratmetern, für 780 Euro warm angeboten. Das sind rund 27 Euro pro Quadratmeter.

Mietpreisbremse umgehen - mit möblierten Wohnungsangeboten

Was gerade auf dem Wohnungsmarkt passiert, hat der Mieterschutzverein Frankfurt genau im Blick. Geschäftsführer Rolf Janßen kennt den Trick der Vermieter nur zu gut: "Wir haben den Eindruck, dass manche Vermieter versuchen, die Mietpreisbremse dahingehend zu umgehen, dass sie die Wohnungen möbliert anbieten und dadurch eine sehr hohe Miete verlangen". Über solche Fälle hatte mex schon vor drei Jahren berichtet.

Was damals begann, ist inzwischen ein Massenphänomen. Das zeigt auch die Auswertung von Online-Anzeigen. So ist der Anteil der möblierten Angebote in Frankfurt von 34 Prozent im Jahr 2012, auf 45 Prozent gestiegen. In Offenbach hat sich die Quote auf 22 Prozent verdoppelt. Zum Vergleich: Im Vogelsberg-Kreis gibt nach wie vor kaum solche Angebote - da ist der Markt allerdings auch entspannt.

Für die starke Zunahme der Angebote haben Vermieter eine ganz eigene Erklärung. Es sei gar nicht die Umgehung der Mietpreisbremse. Die moderne Arbeitswelt sei der wahre Grund. "Sie kommen hier zur Probezeit, sie haben ein Projekt, sie sind Consultant und wechseln den Standort und suchen eine möblierte Wohnung, weil sie eben nicht sechs Monate im Hotel wohnen können", erklärt Frauke Pflock von der Firma Zeitwohnen.de, die sich auf finanzkräftige Job-Nomaden spezialisiert hat.

Eine solche Nachfrage gibt es natürlich auch im Rhein-Main-Gebiet mit Frankfurt als "Hotspot". Die verlangten Mieten steigen und steigen. Für eine möblierte Wohnung werden im Durchschnitt 26,30 Euro pro Quadratmeter verlangt - 37 Prozent mehr als im Jahr 2012. Für unmöblierte Wohnungen sind es 14,61 Euro. Ein Aufschlag von 24 Prozent innerhalb von sieben Jahren.

Pauschalpreisangebote ohne Transparenz für die Mieter

Auch bieten Vermieter gerne möblierte Wohnungen zu einem Pauschalpreis an. Dabei bleibt dann die Höhe des Möblierungszuschlags das Geheimnis des Vermieters. Rolf Janßen vom Mieterschutzverein Frankfurt erklärt: "Wenn der Vermieter eine Pauschalsumme angibt, hat er für sich selbst eine Kalkulation vorgenommen, die aber nicht nach außen dargestellt wird. Das macht es für Mieter unglaublich schwierig dagegen vorzugehen". Die hohen Preise müssen dann viele Mieter einfach akzeptieren.

Wie die Preise immer mehr aus den Fugen geraten, sieht man auch am nächsten Beispiel. Dort wird nur ein Zimmer mit zwölf Quadratmetern für 450 Euro warm angeboten. Das sind 37,50 Euro pro Quadratmeter. Allerdings, kein eigenes Bad oder Küche. Das alles wird geteilt, wie in einem Studentenwohnheim.

Rolf Janßen vom Mieterschutzbund mahnt: "Die Situation wird sich in absehbarer Zeit kaum ändern. Es sei denn, dass die Politik mit deutlichem Druck eingreift und klare Vorgaben gibt."

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Das mex-Fazit:

Möblierte Wohnungen sind auf dem Vormarsch. Für diese Angebote gehen die Mietpreise auch weiterhin durch die Decke.

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Ein Beitrag von Steffen Clement