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zum Video Elektroschrott - warum die Hessen zu wenig davon sammeln

50.000 Tonnen Elektroschrott gibt es in Hessen jedes Jahr – doch es müsste sogar doppelt so viel sein. Besonders kleine Geräte landen oft nicht da, wo sie landen sollten. Mex will wissen: Wo landen all die ausgemusterten Geräte? Und wie kann die Recyclingquote erhöht werden?

Nirgendwo sonst in Hessen wird pro Jahr so wenig Elektroschrott gesammelt, wie in Hessens größter Stadt Frankfurt: 3,8 Kilo pro Einwohner. Nur halb so viel wie im Hessendurchschnitt mit 7,8 Kilo. Warum das so ist, sehen wir bei der städtischen Elektrosammlung. Immer öfter bietet sich Yasar Özelek und Robert Czerwitzki dieses Bild: Die gemeldeten Geräte sind weg: „Hier wurde Elektroschrott angemeldet, doch es ist nichts mehr da, nur noch die Abdeckung eines Druckers, der Drucker allerdings nicht mehr. Über die Hälfte der Adressen sind an manchen Tagen schon leer.“

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Trotzdem kommt am Ende der Fahrt viel zusammen. Ein Teil wird bei der GWR in Griesheim verschrottet, die Elektronik mit gefährlichen Stoffen fachgerecht entsorgt. Hochwertige Waschmaschinen landen runderneuert im 2. Hand Kaufhaus. Durch Sperrmüll-Diebstahl gehen in Frankfurt aber viele Wertstoffe durch die Lappen. Aber auch durch Faulheit, wie Pola Jeschkowski, Gesellschaft für Wiederverwendung und Recycling (GWR), weiß: „Es ist so, dass es sich Leute auch sehr bequem machen, so ein Elektrokleingerät wird dann auch gerne mal im Hausmüll verklappt und bleibt unentdeckt und geht mit dem Hausmüll in die Verbrennung und ist dann verloren.“

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Auch im benachbarten Offenbach kennt man das Problem mit den fehlenden elektronischen Kleingeräten. Deshalb stehen setzt man auf gut erreichbare Sammelcontainer. Christian Loose vom Stadtservice ist von dieser Methode überzeugt: „Seit etwa vier Jahren sammeln wir in Offenbach an 20 Standorten Elektrokleingeräte, wir sammeln das Material, was wir haben wollen, die Erfahrung war erstaunlich gut.“ 

Verstärkte Vermüllung im öffentlichen Raum 

Wäre dieses Sammelsystem nicht auch etwas für den großen Bruder Frankfurt? Wir fragen Umweltdezernentin Rosemarie Heilig: „Wir beobachten eine verstärkte Vermüllung im öffentlichen Raum und wenn wir jetzt neben die Glascontainer auch noch einen weiteren Container stellen, befürchten wir eine noch größere Vermüllung. Deswegen glauben wir, dass das keine gelungene Alternative für Frankfurt darstellt. Um die Sammelquote zu erhöhen, plant die Stadt jetzt einen Abholservice. Noch in diesem Jahr sollen Kühlschränke, Trockner und Waschmaschinen auf Anruf direkt in der Wohnung abgeholt werden.

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Die EU will die Recyclinquote von derzeit 45 Prozent auf 65 Prozent erhöhen. Deshalb können jetzt auch Kleingeräte in großen Läden abgegeben werden. Bis 25 cm Länge auch ohne Kauf eines neuen Gerätes. Klappt das? Wir testen das!

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Werden wir unsere Altgeräte bei Obi, Toom Baumarkt, Saturn oder einem großen REWE-Einkaufsmarkt los? Das Ergebnis: in drei von vier Fällen können wir unser Altgerät mühelos abgeben. Nur beim REWE-Markt nicht, obwohl der sogar Waschmaschinen verkauft. Es geht also noch ein bisschen besser.

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Arbeitsplätze schaffen

Hier klappt das aber auch ohne Obi und Co. mex besucht den Wetterauskreis. Die Hessenmeister sammeln 11,1 Kilo pro Einwohner im Jahr 40 Prozent mehr als der Hessendurchschnitt mit 7,8 Kilo. Und in der Tat: Selbst bei strömendem Regen ist am Recyclinghof in Echzell einiges los. Das Geheimnis des Erfolges im Wetteraukreis: Ein dichtes Netz von 11 Sammelstellen für alle Arten von Abfall, lange Öffnungszeiten. Unter der Woche teilweise bis 18 Uhr. Und die Wetterauer wissen, was mit ihren alten Geräten passiert: Im Entsorgungszentrum in Echzell werden sie fachgerecht recycelt, Akkus und Batterien entnommen.

Die Erlöse des Elektroschrott-Recyclings sichern 35 Arbeitsplätze in der Behindertenhilfe, bieten Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeiter. Diese Aspekte sind ein weiterer Grund, warum so viel gesammelt wird, sagt Uwe Schmittberger von der Wetterauer Abfallwirtschaft: „Wir sind natürlich stolz darauf, dass wir beim Sammeln von Wertstoffen, und dazu zähle ich auch die Elektrogeräte, mit die höchsten Werte in Hessen haben, auf jeden Fall aber überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen.“

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Das mex-Fazit:

Um die Recyclingquote zu erhöhen, müssen die Kommunen neue Ideen entwickeln. Ob sie sich durchsetzen, entscheiden die Verbraucher. Der Gewinn für Mensch und Umwelt steht aber hoch im Kurs.

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Autor: Christian Lang