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zum Video Opel-Gewinn – Was die guten Zahlen für die Rüsselsheimer bedeuten

Das hat es Jahrzehnte nicht gegeben – der Blitz strahlt: Opel erzielt ein operatives Ergebnis von fast einer Milliarde Euro. Zwar muss Opel noch viel Geld für die Sanierung berappen. Aber: Die Rüsselsheimer sind zurück in der Gewinnerspur.

Respekt! die Übernahme durch den französischen PSA-Konzern um Peugeot und Citroen wird tatsächlich zur Erfolgsstory. Ist das endlich die Wende bei Opel, fragen wir Prof. Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management (CAM): „Ich glaube nicht, dass das die große Wende ist, aber es ist ein enorm wichtiger Schritt, der auch eine Signalwirkung hat, der zeigt: eine Sanierung ist möglich. Opel kann schwarze Zahlen schreiben unter der Mutter PSA. Und das ist ein sehr positives Signal, auf dem man jetzt aufbauen muss.“  

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Die Wende hat ihren Preis. Die Franzosen, allen voran PSA-Chef Carlos Tavares, wissen wie Sanierung geht: Erst massiv die Kosten drücken, dann mit wenigen Plattformen und hohen Verkaufszahlen beim Gewinn auf das Tempo drücken. Das PSA-Modell sorgt für Ärger mit den Gewerkschaften. Bis 2023 gibt es bei Opel keine betriebsbedingten Kündigungen. Und dann?

Wie sicher sind die Jobs bei Opel, fragen wir Prof Bratzel: „Ich glaube dass die Jobs für die Rüsselsheimer nur dann wirklich sicher sind, wenn man nachhaltig erfolgreich sein wird. Das ist das, was man in der Vergangenheit falsch gemacht hat. Man muss schauen, ob man auf Renditen kommt, die zumindest im Branchenschnitt liegen. Ich glaube, dass eine neue Rolle auch der Gewerkschafter in dieser Situation einsetzen muss, die da heißt: ich muss zeigen, das Gesamtgeschäft auch wirtschaftlich im Blick zu haben und gleichzeitig natürlich die ursprüngliche Rolle zur Sicherung von Beschäftigung mit einbringen.“

Was wird aus Elektromobilität?

Noch sucht Opel seine Rolle in der PSA-Familie. Opel kommt besser durch die Dieselkrise als die deutschen Autobauer. VW immer, Daimler und BMW immer öfter liefern seit Monaten Negativschlagzeilen. Das Vertrauen vieler Kunden ist futsch. Darin liegt eine Chance für Opel. Ohne das Schmuddelimage der Konkurrenten könnten die Rüsselsheimer durchstarten, technisch zum Vorreiter werden.

Wir fragen den Experten Bratzel, ob Opel komplett umstellt auf E-Autos. „Man muss in die Elektrifizierung der Fahrzeuge hineinkommen, reine Elektrofahrzeuge anbieten, Plug-In Fahrzeuge anbieten, und das zu erträglichen Kosten, weil es gilt, ähnlich wie für Opel auch für die PSA Marken Citroen und Peugeot: man ist nicht im Hochpreissegment und Elektromobilität wird am Anfang viel Geld kosten. Und es ist eine hohe Herausforderung, diese Elektromobilität zu vernünftigen Kosten zu realisieren, sodass man die Fahrzeuge am Ende dann auch an den Kunden bekommt

Der Blitz glänzt. In Rüsselsheim basteln sie an einer ganz neuen Opel-Geschichte.

Autor: Christian Lang