Video

zum Video Papier statt Plastik - wie neue Verpackungen die Regale erobern

Mikroplastik

Viele Unternehmen überdenken jetzt ihre Verpackungen und geben sich umweltfreundlicher. Denn der Ärger der Verbraucher über unnötige Verpackungen wird immer größer. Mex zeigt die Revolution im Supermarktregal.

Neue nachhaltigere Verpackungen sollen Verbraucher glücklich machen und gleichzeitig der Umwelt helfen. Wenn es schnell gehen muss, ist so ein tiefgekühltes Schlemmerfilet oft eine einfache Lösung. Bisher kannten Verbraucher den Fisch in dieser Verpackung: Eine Schale aus Aluminium umhüllt von Plastik. Doch das ist Vergangenheit. Iglo hat umgestellt.

mex besucht das Werk des Tiefkühlkostherstellers in Bremerhaven. Seit Anfang des Jahres laufen hier die neuen Verpackungen über das Band, erklärt Pressesprecher Alfred Jansen: "Die Besonderheit an den neuen Schalen ist, sie sind im Altpapier entsorgbar und auch recycelbar. Sie bestehen aus 95 Prozent Papier und verdienen wirklich den Namen Pappschale." Papier statt Alu. Dass Iglo damit genau den Nerv der Verbraucher trifft, zeigt auch eine kurze Mex-Umfrage.

Millionen Tonnen weniger Alu

Täglich arbeiten die Mitarbeiter hier im Werk rund um die Uhr in drei Schichten. So werden pro Tag 95.000 Portionen des Schlemmerfilets produziert. Im Jahr sind das 25 Millionen Packungen. Durch die neue Verpackung spart Iglo alleine 250 Tonnen Aluminium ein. Jansen rechnet vor: "Das sind ungefähr 1.500 Autokarossen und gleichzeitig durch den Wegfall der Plastikfolie 65 Tonnen Plastik im Jahr."

Mit der Umstellung ist Iglo nicht alleine. So will Frosta in Kürze seine Tiefkühlkost nicht wie bisher im Plastikbeutel, sondern im Papierbeutel anbieten. Auch Colgate arbeitet derzeit an einer Verpackung, die komplett recycelbar ist. Und Kekshersteller DeBeukelaer zeigt in einem Werbespot seinen neuen Papier-Sortiereinsatz.

Doch die Entwicklung der neuen Behältnisse ist nicht einfach. Beim Schlemmerfilet handelt sich um ein Lebensmittel. Einige Verbraucher haben Bedenken bei einer neuen Verpackung. Alles auch Gründe dafür, dass Iglo ganze zwei Jahre für die Entwicklung der neuen Pappschale gebraucht hat: "Die Umstellung ist eben nicht so trivial. Ein Papier, was im Backofen nicht anbrennt, was nicht durchsupppt, was recycelbar ist. Es sind so viele Komponenten. Und wir haben unglaublich viel getestet in Zusammenarbeit mit Herstellern von solchen Schalen und brauchten eben die Zeit, um eine echte Lösung herbeiführen zu können", erklärt Jansen.  

Der Preis bleibt gleich

Videobeitrag

Video

zum Video mex erklärt: Plastikmüll - was im Supermarkt unnötig verpackt ist

Plastikmüll
Ende des Videobeitrags

Klar war: Vom alten Modell wollte Iglo weg, denn die bisherigen 100-Prozent-Aluminiumschalen sind zwar recyclebar, doch die Herstellung ist umweltschädlich. Auf dem Markt bisher verbreitet sind PET-Verbundschalen. Die bestehen aber zu 11 Prozent aus einer PET-Beschichtung und nur zu 89 Prozent aus Papier. Somit können diese Schalen nicht im Altpapier entsorgt werden und sind nicht recyclebar und kamen für den Tiefkühlkosthersteller nicht in Frage.

Iglo’s Lösung: Eine Pappschale. Die besteht zu mindestens 95 Prozent aus Papier und hat ähnlich wie Backpapier eine hauchdünne Silikonbeschichtung, die das Ankleben von Essensresten minimiert. Die Schale kann außerdem im Altpapier entsorgt werden und ist recyclebar.  

Videobeitrag

Video

zum Video MEX erklärt – Plastikflut: Warum es mehr Verpackungsmüll gibt

Plastikmüll am strand in Kenia
Ende des Videobeitrags

Wie viel Geld sie in Entwicklung der neuen Behältnisse gesteckt haben, wollte Iglo nicht verraten. Nur eins: Der Preis für die Verbraucher ändert sich durch die neue Verpackung nicht. Aber an etwas müssen sich die Liebhaber des Fischgerichts doch gewöhnen, die Garzeit ist etwa zehn Minuten länger. Dafür kann das Fischfilet in der neuen Verpackung jetzt auch in der Mikrowelle zubereitet werden

Weitere Informationen

Das Mex-Fazit:

Neue, nachhaltigere Verpackungen von immer mehr Herstellern - auch wenn noch nicht alles gut ist, der Trend zu weniger Plastikmüll macht Mut.  

Ende der weiteren Informationen