Das Freibad im eigenen Garten

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Schon für rund 30 bis 100 Euro ist man mit dem Freibad im eigenen Garten dabei. Doch das Badewasser kann sich schnell in eine bakterienreiche Brühe verwandeln. Damit das nicht passiert, gilt es ein paar Ratschläge zu beherzigen.

Familie Ickelrath hat auf diesen Augenblick hingefiebert. Fast fünf Stunden muss das Wasser laufen bis das eigene Freibad startklar ist. Nur wie man den neuen Pool sauber hält, stand im Internetshop nicht dabei. Das alte Planschbecken konnte die Familie im Zweifel einfach auskippen denn das Badewasser verwandelt sich schnell in unangenehme Brühe. Dann vermehren sich die Bakterien und können Krank machen. Sogar Durchfall oder Lungenentzündung drohen, warnen Experten.

Wie das Badewasser sauber bleibt

Im Allwetterbad sind wir verabredet mit Christian Weber. Er ist Fachangestellter für Bäderbetriebe. Er und sein Team müssen das Wasser streng überwachen denn dort schwimmen täglich bis zu 1.000 Menschen im Becken. In der Aufbereitungsanlage im Keller wird das Wasser 24 Stunden am Tag umgewälzt. Zuerst wird das Grobe ausgesiebt, viel problematischer sind allerdings die unsichtbaren Verunreinigungen, denen man nur durch Wassersproben auf die Spur kommt.

pH-Wert im Wasser messen

Gegen diese Art von Bakterien hilft nur Chemie, sagt Christian Weber. Das gilt im Freibad genauso wie im eigenen Garten. Chlor müsse auf jeden Fall ins Becken und der pH-Wert gemessen werden, meint der Experte. Einen sogenannten Pooltester gebe es zum Beispiel im Baumarkt zu kaufen.

Im Pool der Familie Ickelrath messen wir einen pH-Wert zwischen 6,8 und 7. Optimal ist ein Wert zwischen 7,4 und 7,0 damit das Chlor seine Wirkung entfaltet und die Bakterien abtötet. Zum Vergleich testet der Experte auch das Wasser im alten Planschbecken mit Blättern, Pollen, Sonnencreme und anderem Unrat. Dort ist der pH-Wert im roten Bereich, bei 8,2.

Chlor bekämpft die Bakterien

Sobald der pH-Wert leicht steigt, sollte man das Poolwasser mit einem pH-Senker behandeln, der sicherheitshalber in etwas Wasser aufgelöst wird. Die Chlortabletten kommen in einen Schwimmer, so gelangt das Chlor erst nach und nach ins Wasser. Der Chlorgehalt sollte zwischen 0,3 und 0,8 Milligramm liegen. Wer zu viel chlort, riskiert gereizte Augen und eine Bindehautentzündung.

Eine Sandfilteranlage sei für die Reinigung des Wassers im Pool ebenfalls hilfreich, rät der Experte. Am Quarzsand bleiben nicht nur Algen und Schmutzpartikel hängen, sondern auch Bakterien. Die Sandfilteranlage kostet 100 Euro - mehr als der Mini-Pool gekostet hat. Dafür kann man Wasserkosten sparen, weil das Badewasser länger hält.

Damit sich nichts am Boden absetzt, hat Christian Weber noch einen Poolbesen mitgebracht. Beim Kehren werden feine Algen direkt in Richtung Filter gewirbelt. An der Wasseroberfläche kommt ein Pool-Kescher und vor den Einstieg ein Durchschreitebecken zum Einsatz. Für nachts empfiehlt der Profi eine Abdeckplane. So ist der neue Gartenpool gut geschützt und bleibt deutlich länger sauber.