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Gurken

Sie ist die Folie des Anstoßes, die Plastikhülle um die Gurke. Gurke eingeschweißt oder nacktes Gemüse. Mex will wissen: Warum schaffen die einen Handelsketten ohne Folie, was andere nur eingepackt verkaufen

Die Folie bei den Aldi-Salatgurken ist ab. Der Discounter verkauft auch den Winter über seine Gurken ohne Hülle, der Umwelt zu Liebe. Mex trifft Aldi- Nachhaltigkeitsmanagerin Julia Adou. Das Unternehmen reagiert auf dass, was Verbraucher längst forderten: Plastikreduktion. „Wir können in einem Jahr bei Aldi Nord und bei Aldi Süd gemeinsam allein in einem Jahr durch den Verzicht an Folie an den beiden Salatgurken 120 Tonnen Plastik einsparen.“

Doch die Salatgurke ist ein sensibles Gut. Und durch den Kunststoffschlauch hält sie auf dem langen Transportweg länger frisch. Unverpackt verliert sie schnell Wasser und wird schneller schrumpelig. Und genau das ist das Problem, sagt Konkurrent Lidl: „Erste Tests bei Salatgurken haben gezeigt, dass der Verzicht auf die Folie zu einer Erhöhung der Abschriften geführt hat.“

Das bedeutet: Unter dem Strich landen nicht verkaufte Gurken im Müll, und zwar tonnenweise. Und das sagt nicht nur Lidl, sondern auch der Lebensmittelverband.  

Wer hat nun Recht im Plastikstreit?

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Obst
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Um diese Frage zu beantworten, fahren wir zu dem Unternehmen, das vor einem Jahr als erstes die Gurke von Plastik befreit hat. Mex besucht das Logistikzentrum von Real. Hier kommen 6 Tage die Woche Salatgurken an. Für die Gurke ohne Plastik musste die Handelskette die Abläufe umkrempeln.

Das erklärt uns Oliver Buckermann, Leiter Obst-und Gemüse: „Früher war es so dass die Märkte täglich die Ware selbst disponiert haben. Aktuell ist es so, dass wir seitens der Zentrale anhand von historischen Daten die Dispomenge für die Märkte über Düsseldorf disponieren, also über die Zentrale. Dadurch haben wir es geschafft, näher an die tatsächlichen Abverkaufszahlen zu kommen. Dadurch wurden die Abschriften bzw. der Abfall reduziert.“

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Gemüse in Plastik verpackt und ohne Plastik im Supermarkt
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Ohne Folie? Bei Real hat es dank verbesserter Logistik geklappt. Jetzt sparen sie 14 Tonnen Plastik im Jahr. Aldi macht es etwas anders. Die Gurken werden jetzt schneller aus Spanien nach Deutschland geliefert. Aldi und Real beweisen also, dass es geht. Und sie widersprechen damit Lidl: Die Lidl-Konkurrenz wirft nicht mehr Gurken weg.

Der Anfang ist gemacht

Damit die Gurke auch im Winter möglichst frisch nach Hessen kommt, setzt Lidl
wieder auf die Folie. Statt wie im Sommer aus Deutschland und den Niederlanden kommen die Gurken im Winter 2000 Kilometer weit aus Spanien.

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Salat in einer Plastikverpackung
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Real verkauft pro Woche etwa 200.000 Stück. Bei Aldi sind es wöchentlich schätzungsweise mehr als 2,5 Millionen Gurken. Klar, dass da auch der Handel nicht verzichten kann.

Am Ende bleibt die Gurke wie in der Vergangenheit ein Streitobjekt. Aber immerhin der Handel hat den Anfang gemacht. Plastikfolie adé.

Autorin: Barbara Berner