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Eine Ärztin mit Schutzausrüstung und Abstrich.

Der Arzt lehnt einen Corona-Test ab, das Gesundheitsamt ruft nicht zurück, der Ärztliche Bereitschaftsdienst ist nicht zuständig. Es mehren sich die Geschichten von Menschen die nicht wissen, was tun im Krankheitsfall. Mex klärt die wichtigsten Fragen mit einem Mediziner.

Münzenberg in der Wetterau, Berichterstattung in Zeiten von Corona.  In diesem Fall brauchen wir einen Schutzanzug. Wir setzten ihn nicht leichtsinnig ein. Seit drei Wochen ist Rüdiger Kaiser an Corona erkrankt, inzwischen ist er wenigstens nicht mehr bettlägerig. Wir blicken zurück auf das Corona-Testzentrum im Lahn Dill Kreis in Ehringshausen. Hier trafen wir den Mann schon einmal. Er hatte eine Odyssee  hinter sich, vier Tage lang auf der Suche nach ärztlicher Hilfe: "Das Problem ist, keiner will etwas mit mir zu tun haben... weil ich ja sämtliche Symptome habe. Aber es testet mich auch keiner. Das Problem ist dann, sie sind wie so ein Stück Kohle, dass keiner anfassen will." 

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Corona-Infektion oder doch nur eine Allergie?
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Endlich ein Arzt der ihn überhaupt untersucht. Und dann der Corona Test. Schon am nächsten Tag wird er erfahren, das er infiziert ist mit Corona, dazu eine Bronchitis. Er muss Antibiotika nehmen.

Man wird ja wohl noch fragen dürfen! 

Zurück nach Münzenberg.  Kaiser ist froh, dass er seine Eltern nicht angesteckt hat, denn beide sind Risikopatienten. Dabei  hatte der 49jährige alles richtig gemacht.  Als er Husten und Fieber bekam,  rief er seinen Hausarzt an: Er habe nie gefragt, ob er möglicherweise Symptome habe, die auf Corona hinweisen. 

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hessenschau vom 16.03.2020
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Für den Arzt war die Sache also  erledigt. Wie kann das sein? as wollen wir von einem Allgemeinmediziner wissen. Dr. Stefan Tomaselli ist einer von vier Ärzten in der Hausarztpraxis in Solms. Er beantwortet uns die drängendsten Fragen.

Frage1: An wen wende ich mich, wenn ich Symptome habe?

Als erstes würde ich einen Patienten bitten, dass er beim den Hausarzt anruft und die weiteren Schritte bespricht. Es gibt aber auch Praxen, die haben nicht die Manpower oder kein Material zum Abstreichen. Dafür sind dann die Abstrich-Center gedacht, da kann ein Hausarzt hin überweisen.

Patient Rüdiger Kaiser, inzwischen hohes Fieber, wendet sich telefonisch an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst. So  wird es offiziell bei Corona-Verdacht geraten. Er wird dreimal abgewimmelt: "Die Aussage von denen war halt immer noch, gehen sie in kein Krankenhaus, gehen sie zu keinem Arzt, bleiben sie zu Hause." Seine Ehefrau Alexandra Kaiser ergänzt: "Und er hatte dann wirklich Atemnot, ich musste die Nacht mit ihm hier alle 20 Minuten gucken wie es ihm geht. Mir ging es dann nicht mehr um den Test, mir war einfach wichtig, dass ein Arzt auch ihm schaut. 

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Medikamentenschrank in einer Apotheke
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Der Ärztliche Bereitschaftsdienst fühlt sich nicht  zuständig, weil unser Patient nicht die Kriterien des  Robert Koch Institutes erfüllt, um getestet zu werden. 

Frage 2: Wer wird getestet?

"Es werden  Patienten getestet, die unter die RKI-Kriterien fallen, zum Beispiel medizinisches Personal, oder Patienten mit chronischem Atemwegsinfekt, oder die Medikamente einnehmen, die das Immunsystem schwächen."

Frage 3: Warum wird nicht jeder getestet?

"Das hat praktische Gründe. Es gibt nicht genügend Laborkapazitäten. Die Labore in Deutschland haben  Ressourcen für rund 12.000 Corona-Tests pro Tag. Davon 1/10 in Hessen. Da bleiben viele Infizierte unentdeckt."

Wo sich Rüdiger Kaiser infiziert hat, er weiß es bis heute nicht. Auch seine Frau hatte leichte Symptome. Ihr Test aber war negativ.

Frage 4 Wie genau sind die Tests?

"Wenn man den Rachen als Abstrichort nimmt, und wenn da die Viruslast zu niedrig ist oder nicht tief genug abgestrichen wird, dann kann der Test negativ sein, obwohl der Patient Corona-positiv ist. 

Schwierige Zeiten für Menschen die sich krank fühlen. Mit oder ohne Corona.