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zum Video Autos raus, Radler rein - in welchen hessischen Städten jetzt umgedacht wird

Fahrradhölle Wiesbaden: L:ange galt die Stadt als besonders fahrradunfreundlich. Nicht nur Wiesbaden hat die Radfahrer plötzlich im Blick. Autos raus – Fahrräder rein, heißt es auch in anderen hessischen Städten. mex zeigt wie umgedacht wird!

Mex in Wiesbaden. Seit Jahren zählt die Stadt zu den fahrradunfreundlichsten in ganz Hessen. Die Radfahrer wünschen sich Radwege. Doch was fehlt den Wiesbadenern noch? Das will mex genau wissen. Mit einem Schild sind wir unterwegs in der Innenstadt. Wir bitten Passanten ihre Wünsche aufzuschreiben, um sie später dem Verkehrsdezernenten zu zeigen. Die Antworten:

  • Besser ausgeschildert und ein bisschen mehr begrenzt vom Straßenverkehr
  • Vom Autoverkehr abgetrennte Fahrradwege
  • Mehr Möglichkeiten, die Fahrräder auch abzustellen
  • Reine Radwege

Mit der Wunschliste macht sich mex auf den Weg zu den Verantwortlichen. Was tut die Stadt wirklich schon für die Radfahrer in Wiesbaden?  Wir zeigen die Wünsche Verkehrsdezernent Andreas Kowol. Seine Antwort: „Richtige Radwege. Da haben wir ungefähr schon zehn Prozent erreicht. Bessere Beschilderung, da haben wir neunzig Prozent, weil wir alles neu beschildert haben. Reine Fahrradwege? Oh das ist schwierig, weil wir da sehr viel Platz brauchen. Na ja und die neue Fahrradabstellstation? Ja da brauchen wir am Hauptbahnhof etwas. Da soll es ein Fahrradparkhaus geben. Das wird kommen.“

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Drei Millionen Euro hat die Stadt jährlich für die Radinfrastruktur zu Verfügung. Geld, das letztes Jahr unter anderem in diese geschützten Fahrradwege investiert wurde. Im nächsten Jahr will Andreas Kowol auch in eine Stelle vorm Hauptbahnhof investieren. Hier teilen sich Fußgänger und Radfahrer den Übergang und kommen sich so regelmäßig in die Quere.

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Für den Verkehrsdezernenten ist klar: mehr Menschen müssen Rad fahren! Autos sollen raus aus der Stadt – ein Diesel-Fahrverbot somit  dauerhaft umgangen werden: „Wir müssen die Luftqualität der Wiesbadener Innenstadt deutlich verbessern. Wir liegen erheblich über dem Grenzwert von vierzig Mikrogramm beim Stickoxid und wir wollen die Lebensqualität erhöhen, weil viele Autos bedeuten auch viel Lärm, viele Abgase und auch viel Raum, der sinnvoller für die Menschen genutzt werden könnte.“

Umweltspur? Nicht übel, aber...

Wie sinnvoll wird der Raum jetzt schon genutzt? mex macht den Realitätscheck. Unterwegs mit Dirk Vielmeyer. Er fährt täglich mehrere Kilometer mit dem Rad durch die Stadt. Auch er sieht, es hat sich einiges getan. Neu sind zum Beispiel Umweltspuren. Hier teilen sich Busse und Radfahrer eine Spur. Der Vorteil: Autos dürfen hier nicht fahren. Doch er sieht auch Schwierigkeiten: „Man muss auch ein bisschen mutig sein. Man kann sich vorstellen, wenn man einen Bus hinter sich und vor sich hat als Radfahrer und ist zwischen zwei so großen Fahrzeugen eingeklemmt,  das ist nicht jedermanns Sache. Also viele sagen: Umweltspur ist meines nicht.“

Aber nicht alles ist schlecht. Dirk Vielmeyer zeigt uns eine besonders schöne Idee. Die erste und einzige innerstädtische Fahrradstraße in Wiesbaden. Hier haben Fahrräder Vorrang und dürfen auch nebeneinander fahren.  

Es gibt Hoffnung

Radweg
Bild © Pixabay

Auch im Rest von Hessen wird etwas für die Radfahrer getan, zum Beispiel in Marburg. Seit letztem Sommer gibt es hier eine App, die bei Radfahrern für eine Grüne Welle sorgen soll – und das per GPS. Bei Bedarf löst das Programm die Grünphase der Ampeln früher aus oder verlängert sie jeweils um bis zu sechs Sekunden. Für Radfahrer bedeutet das flüssigeres Durchkommen und weniger Stop and Go. 

Umdenken auch in Offenbach: Hier wird in Radwege investiert – insgesamt 4,5 Millionen Euro. Im neuen Hafenviertel geht der Plan auf. Den gut ausgebauten Radweg am Main zwischen Frankfurt und Offenbach nutzen täglich auch viele Pendler. Die einzige Fahrradzählstelle Hessens steht hier. An Hochtagen kommen bis zu 5000 Radler vorbei. Auch in Nord-Hessen sollen künftig mehr Menschen radeln. Deshalb jetzt in Planung: ein Raddirektweg zwischen Kassel und Vellmar. Ein ähnliches Projekt entsteht bereits in Südhessen: Hessens erster Schnellradweg von Darmstadt nach Frankfurt. Beide Millionen-Projekte sollen Pendler aufs Rad umsteigen lassen.  

Unser Eindruck: Es tut sich etwas für die Radfahrer auf Hessischen Straßen. Noch ist nicht alles perfekt, trotzdem gibt es Hoffnung auf künftig ein fahrradfreundliches Hessen.  

Autor: Naïma Kunze