Straßenschild Parken mit Parkgebühr

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zum Video Raus aus der Stadt - warum Parken jetzt vielerorts teurer wird!

In Hessens Städten herrscht dicke Luft und Parken wird zum Luxusgut. Von den hohen Parkgebühren sollen Autofahrer abgeschreckt werden und auf Alternativen umsteigen. mex will wissen, welche Konzepte Hessens Städte verfolgen, um den Verkehr zu reduzieren.

Viel dicke Luft in Hessens Städten

mex ist in Darmstadt unterwegs - Hessens Stadt mit der höchsten Stickoxid-Belastung. Auf zwei stark befahrenen Straßen gilt seit Juni das erste Diesel-Fahrverbot in Hessen. Bisher war Parken auch in Innnenstadtnähe vielerorts kostenlos, doch das soll sich ändern. Parken kostet jetzt 1,60 Euro pro Stunde - eine Maßnahme der Stadt gegen den zunehmenden Autoverkehr. Viele Anwohner profitieren davon, denn für sie sind jetzt mehr Parkplätze da.

Aber wo parken jetzt die anderen? Im besten Fall im Parkhaus, sagt uns Verkehrssoziologe Axel Wolfermann von der Hochschule Darmstadt. Die Stadt müsse es schaffen, den Verkehr aus Straßen in die Parkhäuser zu bekommen.

Städte setzen auf höhere Parkgebühren

Auch Frankfurt setzt auf höhere Parkgebühren, um ein flächendeckendes Diesel-Fahrverbot abzuwenden. Parken am Straßenrand soll statt drei Euro bald vier Euro kosten, damit die Autofahrer auf den ÖPNV umsteigen. Bislang stört das die Autofahrer jedoch noch nicht. Viele wollen nicht auf ihre mobile Freiheit verzichten oder meiden generell den Nahverkehr.

Um auch solche Menschen zu erreichen, lautet eine weitere Idee: weniger Parkplätze an den Straßen. Parkhausbetreiber wittern ein gutes Geschäft, zum Beispiel das "myZeil" Parkhaus mitten in der Frankfurter Innenstadt. Der Tarif variiert dort neuerdings nach Auslastung, so erfährt der Autofahrer erst an der Schranke seine Gebühren: bis zu 2,50 kosten 30 Minuten - fünf Euro werden pro Stunde berechnet.

Hohe Parkgebühren sollen ÖPNV attraktiver machen

Für Experten ist teureres Parken aber genau der richtige Weg, um Autos aus der Stadt zu bekommen. Axel Wolfermann von der Hochschule Darmstadt findet:" In Städten, wo wir wirklich Alternativen haben, wie hier in der Innenstadt mit einem guten ÖPNV, mit einer guten Erreichbarkeit zu Fuß oder dem Fahrrad, sollte man jetzt darüber nachdenken, wie man die Flächen besser nutzen kann, als für Fahrzeuge, die einfach nur abgestellt werden und lange Zeit dort rumstehen."

Neben Frankfurt und Darmstadt steigen auch in anderen Städten die Preise für Parkplätze. Zum Beispiel streichen die Städte Wiesbaden, Limburg und Marburg die kostenlosen Parkplätze in der Altstadt. In Kassel sollen die Parkgebühren dagegen sinken.

Aber nicht nur die großen Städte in Hessen haben ein Verkehrsproblem, sondern auch manche Kleinstädte kämpfen mit dicker Luft durch zu viel Verkehr. In Karben sind auf dem "Park and Ride-Platz" am S-Bahnhof schon um 8.00 Uhr alle 322 Parkplätze besetzt. Parken ist dort völlig kostenfrei. Den ganzen Tag über können die Frankfurt- und Friedberg-Pendler ihre Autos auf den Plätzen stehen lassen. Doch damit ist bald Schluss, sagt Karbens Bürgermeister Guido Rahn. Er möchte, dass die Karbener mit dem Stadtbus zum Bahnhof fahren, den die Stadt mit 300.000 Euro jährlich unterstützt: "Wir planen jetzt Parkplatzgebühren. Bisher ist der Parkplatz kostenfrei und wird deswegen sehr gut genutzt. Wir fangen jetzt mit Parkraumbewirtschaftung an - das heißt, es kostet Geld." Noch sind die meist Busse leer, der Parkplatz hingegen voll. Schuld sind die vielen Baustellen.

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Das mex-Fazit:

Viele Städte sind auf dem Weg, die Autos aus dem Zentrum zu verdrängen. Bei vielen Hessen wird es allerdings noch eine Weile dauern, bis sie sich von ihrem geliebten Auto lösen.

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Ein Beitrag von Anke Heinhaus