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Ein Mädchen pflückt Tomaten.

In Hessens Gärten sprießt es, Selbstgepflanztes macht gleich doppelt Freude. Mex zeigt, wie gerade der Corona-Lockdown dazu führt, dass immer mehr Hessen selber für ihr Obst und Gemüse sorgen.

Mex im Gartencenter Fischer in Rodgau. Ein Blick auf den Parkplatz beweist: Hier ist im Moment einiges los. Und ein Blick in die Einkaufswagen zeigt: In fast jedem finden sich Jungpflanzen. Neben all den gängigen Obst- und Gemüsesorten bieten Ralf und Bernd Fischer auch ausgefallenere Pflänzchen an. Zum Beispiel: Zitronen-Chili, Süßkartoffel, oder Balkon-Kürbis.  Die Nachfrage nach Jungpflanzen bei den Fischers hat sich in diesem Jahr fast verdoppelt.

Die Brüder ziehen immer wieder neue Setzlinge. Inzwischen sind so 20-30 Prozent ihres gesamten Sortiments Nutzpflanzen. Die besonders hohe Nachfrage in diesem Jahr führt Ralf Fischer auch auf die Corona-Krise zurück: "Dieses Jahr kommt, denke ich, noch ein bisschen auch die Sorge dazu, ob sie im Sommer überhaupt genug Gemüse und Obst kaufen können. Oder viele sind auch zuhause. Die haben vielleicht Langeweile oder wollen sich einfach in der Natur aufhalten.  

Selbstversorgen funktioniert

Mex in der Kleingartenanlage Erlenwald in Rödermark. Auch hier sieht man: In jedem Garten wächst und gedeiht etwas Essbares. So auch bei Eva Maria Wesoly. Bereits seit vielen Jahren baut sie Radieschen, Beeren und Co selbst an. Zudem hat Eva Maria Wesoly seit 1,5 Jahren auch noch zwei Bienenvölker im Garten. Deshalb gibt es noch etwas, das sie nicht kaufen muss, Honig: "Wenn das Jahr gut ist, erhält man von einem Volk zwischen 15 und 20 Kilogramm, je nachdem auch, wie das Wetter mitspielt."

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Osterglocken im Sonnenlicht
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In der Kleingartenanlage fällt auf, dass es auch immer mehr neue, junge Gärtner gibt. So, wie Moritz Völker. Erst in diesem Jahr hat er den Garten übernommen. Auch er möchte künftig selbst anbauen. Gerade jetzt zu Corona-Zeiten eine nette Abwechslung.

Dass die Versorgung mit Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten gut funktionieren kann, sehen wir bei Marie Diederich vom Blog Wurzelwerk aus Witzenhausen. Bereits mit 12 Jahren hat sie begonnen selbst anzubauen. Eine echte Selbstversorgerin. Auch sie als Profi ist experimentierfreudig und probiert gern Neues aus.

Immer mehr Interessenten

Zu ihren insgesamt 300qm Beetfläche hat Marie Diederich noch acht Hühner im Garten. Die legen täglich bis zu fünf Eier.  Auf einer Wiese in der Nähe ihres Gartens  stehen außerdem ihre vier Ziegen. Von denen bekommt sie Milch und Fleisch: "Der ethischste Weg tierische Produkte zu konsumieren, ist einfach, dass man es selber macht."

Inzwischen hat Marie Diederich aus ihrem Hobby einen Beruf gemacht, schreibt auf Ihrem Blog "Wurzelwerk" über das Gärtnern und bietet sogar Online-Gemüsebau-Kurse an. Die sind in diesem Jahr besonders beliebt: "Vor allem jetzt im April, würden die Aufrufe und auch die Verkaufszahlen eigentlich wieder abebben, weil das Thema Garten im Februar und März viel präsenter ist. Und jetzt gerade merke ich eher, dass es zunimmt."

So gehen auch die Besucherzahlen auf ihrem Blog in diesem Frühjahr merklich nach oben. Während normalerweise pro Monat 1 Millionen Menschen ihren Blog besuchen, hat sie diese Marke in diesem Monat schon jetzt geknackt. Der Trend geht zu immer mehr selbstangebautem Gemüse und Obst in Hessischen Gärten und auf Balkons – wahrscheinlich nicht zuletzt wegen Corona.

Autor: Naïma Kunze