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zum Video Soziale Produkte - Wie man beim Einkaufen Gutes tun kann

Ein Pärchen beim Shoppen

Mit dem Einkauf Gutes tun wird immer beliebter. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit versprechen immer mehr Produkte ein gutes Gewissen. Mex will wissen: Was für Produkte gibt es? Wer kauft sie und wie teuer sind sie?

Bei Rewe in Darmstadt treffen wir Sebastian Stricker. Vor rund 1,5 Jahren hat er das Unternehmen Share gegründet. Mit jeder gekauften Schokolade, jedem Wasser oder jeder Seife, kann der Käufer etwas Gutes tun: "Wenn man eins von denen kauft, dann bekommt jemand anderer, der in Not lebt, ein gleichwertiges Produkt. Also zum Beispiel, wenn man sich an einen Müsliriegel von Share kauft, dann bekommt irgendein anderer irgendwo in Deutschland oder international eine Mahlzeit zur Verfügung gestellt."

Das Prinzip ist gut, aber viele Hessen haben trotzdem ihre Bedenken, wie eine kleine Umfrage zeigt. Dass viele erst mal skeptisch sind, weiß auch Sebastian Stricker. Deshalb ist es ihm besonders wichtig, transparent zu sein. Jedes der Produkte hat einen Code. Scannt man den mit dem Handy ein, erfährt man, welches Projekt man unterstützt. Dabei arbeitet share unter anderem mit der Welthungerhilfe zusammen.

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Das Prinzip geht auf. Wurden in den ersten 12 Monaten seit Gründung 8 Millionen Produkte verkauft, sind es in diesem Jahr schon 14 Millionen Produkte. Mit dem Erlös wurden zum Beispiel 60 Brunnen gebaut und fast 6 Millionen Mahlzeiten verteilt.

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Mex ist unterwegs mit Rewe Einkaufsleiter Daniel Käding. Er zeigt uns, dass der Supermarkt immer mehr solcher sozialen Produkte im Sortiment hat: "Das Angebot ist total breit geworden, das hängt auch damit zusammen, dass der Endverbraucher eine entsprechende Nachfrage erzeugt hat. Wir versuchen, in unserem größeren Märkten auch ein größeres Sortiment anzubieten, in den kleineren Märkten eben kleinere Sortimente.  Wir versuchen es in allen Märkten."

Es muss sich verkaufen

Die Folge ist eine satte Umsatzsteigerung bei Produkten mit Fairtrade-Siegeln:

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Lag der Umsatz 2014 noch bei 827 Millionen Euro, waren es 2018 schon 1,6 Milliarden Euro. Die Verkaufsschlager sind hier vor allem Kaffee, Kakao und Bananen.  

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Für Rewe zählt trotzdem nicht allein der soziale Gedanke. Der Einzelhändler muss auch mit den Produkten, die gut fürs Image sind, Geld verdienen. 

Gerade jetzt zu Weihnachten ist das Angebot an Spenden- und wohltätigen Aktionen besonders hoch. Direkt an der Kasse stehen Tüten mit Lebensmitteln. Für 5 Euro können Kunden diese vorgepackten Tüten an die ortsansässigen Tafeln spenden.

Wie rechnet sich für share-Gründer Stricker das Geschäft mit sozialen Produkten? Zum einen verzichtet er größtenteils auf Werbung. Zum anderen: "Wir haben nicht dieselben Gewinnerwartungen wie andere Unternehmen. Das Geld, das wir uns für die Werbung sparen und eben die geringeren Gewinnerwartungen, die gehen in die sozialen Interventionen und in die Programme und so finanzieren wir die dann."

Der Preis sollte stimmen

Doch zu welchem Preis gibt es die sozialen Produkte? Denn der Preis entscheidet eben am Ende doch darüber, ob die Kunden zugreifen oder nicht.

Einige Produkte, sind in der sozialen Alternative sogar günstiger. Kostet die Share Handcreme nur 1,95 Euro, zahlt man für die gleiche Menge von Neutrogena 2,89 Euro. Anders ist es bei der Schokolade. Eine Tafel der Share-Schokolade kostet 1,55 Euro. Die Tafel Milka nur 0,95 Euro - die ist aber auch nicht Bio. Und die vergleichbare Fairetrade Bio-Schokolade von Rewe ist immerhin 6 Cent günstiger als die Share-Variante. Das Wasser kostet in beiden Varianten 65 Cent. Preislich können die sozialen Produkte also durchaus mithalten.

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Das Mex Fazit:

Soziale Produkte im Supermarkt werden immer beliebter und immer mehr. Wenn die Preise dann so sind, dass die Leute zugreifen, dann können wir vielleicht doch noch was Gutes tun.

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Autorin: Naïma Kunze