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Gemüse in Plastik verpackt und ohne Plastik im Supermarkt

Tegut bietet ab sofort 140 Produkte unverpackt im Supermarkt an. mex zeigt wie Tegut jetzt Verpackungen einsparen will und was das für Kunden und das Unternehmen bedeutet.

Los geht es in Langenselbold auf einem Supermarktparkplatz. Mex wirft einen Blick in die Einkaufswägen der Hessen. Eines fällt auf: Es sind gigantische Mengen an Verpackungen. Ein Grund: Obst und Gemüse aus dem Supermarkt wird immer häufiger vorverpackt, sogar bei Bio. Bei Obst stieg der Anteil von Plastikverpackungen laut einer Studie im Auftrag des NABU seit dem Jahr 2000 um 94 Prozent, bei Gemüse sogar um 186 Prozent.

Weil die Hessen aber immer weniger Plastik verwenden wollen, gibt es immer mehr solcher Läden: Unverpacktläden. Die gibt es in einigen hessischen Städten, zum Beispiel Lorsch, Marburg, Gießen und Frankfurt. Das Problem ist, es gibt sie in der Regel nur in der Stadt und nicht auf dem Land. Der Weg dahin für viele zu weit. In  Langenselbold ist unverpackt einkaufen quasi unmöglich.

Deshalb kommt Tegut mit einer neuen Idee um die Ecke. Mex besucht Fulda. Hier gibt es jetzt unverpackte Lebensmittel im normalen Supermarkt. Nüsse, Müsli, Nudeln, insgesamt 140 Bioprodukte können neben herkömmlich verpackten Produkten gekauft werden. Tegut sieht sich selbst als Vorreiter, sagt Daniel Henkel, Einkäufer Tegut: „Zum einen wollen wir das nachhaltigste Unternehmen bleiben, und wir sehen gerade in den Diskussionen, die wir rund um Verpackungsmüll im Fernsehen und in den Medien wahrnehmen, dass wir dort einen Auftrag haben, um auch dort voranzugehen und zu zeigen, was in Zukunft auch Trend sein könnte.“

„Logistisch eine Herausforderung“

Jeder kann hier sein Behältnis von zu Hause mitbringen. Das wird natürlich nicht mit gewogen. Es zählen nur die Rosinen, die am Ende in der Dose landen. Aber wie viel Verpackung kann man so wirklich sparen? Wir wollen es genau wissen und kaufen neun verschiedene Produkte unverpackt und klassisch verpackt. Wir stellen beides nebeneinander. Bereits bei nur neun gekauften Produkten ist das Verhältnis klar: gar kein Müll oder ein riesige Haufen

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eingeschweißte Salatgurken
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Weniger Verpackung. Aber was ändert sich am Preis? Auch hier vergleichen wir unsere beiden Einkäufe. Einige Produkte, wie die Weizenpops, sind unverpackt sogar günstiger.

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Kosten 330g der unverpackten Variante nur 2,28 Euro, zahlt man für die gleiche Menge verpackter Weizenpops 2,99 Euro. Anders ist es bei den Haferflocken. 500g der verpackten Flocken kosten 1,29 Euro. Die unverpackte Variante ist fast doppelt so teuer mit 2,45 Euro. Insgesamt kostet unser unverpackter Bio-Einkauf rund 19 Prozent mehr.

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Warum? Zum einen entstehen Kosten durch Hygienevorschriften. Die Reinigung des Regalsystems ist aufwendiger. Wie streng die Vorschriften sind, sehen wir alleine daran, dass wir den Abfüllraum nicht filmen dürfen. Henkel erklärt: „Logistisch ist das Ganze eine Herausforderung. Das ist einfach so, weil die Produktsicherheit im Vordergrund steht. Verpackungen einsparen. Das ist wichtig. Aber wir haben den Auftrag auch zum Kunden hin, dass wir ein sicheres Lebensmittel anbieten und gerade unverpackte Lebensmittel sind sehr sensibel.“

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Salat in einer Plastikverpackung
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Deshalb ändert sich die Lieferkette bei den unverpackten Lebensmitteln. Bisher liefern einzelne Produzenten ihre Produkte wie Nudeln, Haferflocken oder Nüsse an ein Tegut-Zwischenlager. Von dort werden die verpackten Produkte dann an einzelne Märkte ausgeliefert.  Die unverpackten Lebensmittel kommen allesamt von einem Produzenten. Dieser beliefert den Markt direkt - ohne Zwischenlager.

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Das Mex-Fazit:

Die unverpackten Lebensmittel sparen Verpackungen und sind ein wenig teurer. Tegut möchte das Pilotprojekt in nächster Zeit ausweiten. Momentan sind 18 weitere Märkte mit unverpackten Lebensmitteln in Planung.

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 Autorin: Naïma Kunze