Zu viel Fast-Food ist ungesund

Video

zum Video Warum Fast-Food schlecht für das Immunsystem ist

Morgens ein belegtes Brötchen vom Bäcker, Mittagessen am Imbiss und zum Kaffee etwas Süßes. An leckeren Sachen kommt man ständig vorbei. Gesund ist diese Ernährung allerdings nicht.

Fast-Food macht krank

Fast-Food - die Kombination aus leeren Kohlenhydraten und viel Fett macht nicht nur dick. Die Probleme sind sogar tiefgreifender -  das hat der Leibnizpreisträger Professor Eicke Latz an der Uni Bonn mit seinem Team in einer Studie herausgefunden. Bei dieser Untersuchung wurde an Mäusen gezeigt, dass das Immunsystem auf die westliche Ernährung genauso reagiert, wie auf eine Infektionserkrankung.

Dass diese Ernährung krank macht, beobachten Mediziner nicht nur bei Mäusen, sondern auch bei Menschen. Wie bei Frederik Dardaillon. Er hat jahrelang hauptsächlich unterwegs und zwischendurch gegessen. Beim Bäcker oder Imbiss um die Ecke. Dass sein Körper sich wehren könnte, damit hat er nicht gerechnet: "Ich hab immer gedacht, mir passiert nichts. Dann kam hoher Blutdruck, dann ein paar andere Wehwehchen und schließlich der erste Gichtanfall". Im Körper von Frederik Dardaillon wüten Entzündungen, verbunden mit Schmerzen im Fuß - ausgelöst durch seine Ernährung.

Immunsystem reagiert auf falsche Ernährung

Forscher in Bonn haben jetzt bei Mäusen herausgefunden, was genau durch ungesundes Essen passiert: Sie haben auf den Immunzellen der Mäuse einen Sensor entdeckt, der auf ungesundes Essen genauso reagiert, wie auf gefährliche Krankheitserreger.

Überall im Körper warten schlummernde Abwehrzellen auf ihren Einsatzbefehl. Identifiziert der Sensor ungesunde Nahrung als gefährlichen  Eindringling, produziert er massenhaft Botenstoffe. Die heften sich auf die Schalter der ruhenden Abwehrzellen und wecken sie auf. Tausende von ihnen werden aktiviert, um den vermeintlichen Feind zu eliminieren. Das bedeutet:  Entzündungen im ganzen Körper.

Ernährungsmediziner Matthias Riedl erklärt: "Jetzt haben wir das fehlende Bindeglied, zwischen Entzündungen und diesen Erkrankungen: Das ist das Immunsystem, das durch falsche Ernährung außer Rand und Band gebracht wurde".

Immunzellen verändern sich genetisch durch Ernährung

Das bedeutet: Je öfter wir so ungesund essen, desto mehr aktivierte Abwehrzellen schwimmen mit unserem Blut durch den Körper und verursachen Entzündungen.  Die erstaunliche Erkenntnis der Forscher: die Immunzellen verändern sich sogar genetisch durch die schlechte Ernährung.

"Wir haben gezeigt, dass nach westlicher Ernährung bestimmte DNA-Abschnitte, die tief im Inneren vorliegen und eigentlich nicht zugänglich sind, auf einmal zugänglich waren. Auf diesen DNA Abschnitten liegen Gene, die für bestimmte Entzündungsreaktionen im Körper verantwortlich sind", erklärt Immunologin Anette Christ.

Die Forscher  wollten wissen, ob und wie schnell sich die Mäuse von der schlechten Ernährung wieder erholen und haben sie nach vier Wochen ungesunder Nahrung wieder auf Körnerfutter umgestellt. Einen Monat später waren die akuten Entzündungen im Körper der Mäuse verschwunden. Die Gene aber blieben dauerhaft verändert.  

Fast-Food verkürzt die Lebenserwartung

Das heißt: Hat sich das Immunsystem einmal genetisch auf westliche Ernährung eingestellt, reichen schon geringe Mengen von Burger und Co, um Entzündungen auszulösen. Auf Dauer wirkt das lebensverkürzend.

"Wir sind an einem Wendepunkt bei der Lebenserwartung angelangt: Wer jetzt geboren wird, wird nicht mehr so alt wie seine Eltern. Der Grund ist die schlechte, nicht artgerechte Ernährung", mahnt Ernährungsmediziner Matthias Riedl.

Weitere Informationen

Das mex-Fazit

Wir sind diesem Schicksal, anders als die Labormäuse, nicht ausgeliefert. Wer weniger Fleisch und Backwaren isst, dafür aber mehr Gemüse, kann die Entzündungsprozesse zurückdrängen.

Ende der weiteren Informationen