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Logo der "dm"-Drogeriekette

Online ist günstiger - das haben wir jahrelang so gelernt. Die Drogerie dm beweist jetzt allerdings, dass es auch ganz anders geht. Hier sind viele Produkte ab sofort im Online-Shop teurer als in der Filiale.

Bei dem Einkauf in der Drogerie haben die Hessen nach einer Stichprobe von mex einen klaren Favoriten: die Drogeriemarktkette dm. Aber dort erleben in dieser Woche viele Kunden eine böse Überraschung, denn dm erhöht die Preise. mex will wissen: Warum werden Drogerieartikel jetzt teurer? Wie hoch gehen die Preise? 

Beim Online-Kauf bis zu 25 Prozent teurer

Bisher war es so, dass ein Online-Einkauf oft günstiger war als der Kauf vor Ort im Laden. Doch diese Regel gilt bei dm ab sofort nicht mehr. Rund 1.000 Artikel sind jetzt online teurer: Ein Spülmittel gibt es im Geschäft für 1,35 Euro, im Internet zahlt der Kunde nun 1,45 Euro - eine Preiserhöhung um sieben Prozent. Noch größer fällt der Unterschied bei einem Lippenpflegeprodukt aus. Im Geschäft ist der Labello für 1,55 Euro zu haben. Im Internet kostet er mit 1,75 Euro 13 Prozent mehr. Die Preise bei dm steigen online - je nach Produkt - bis zu 25 Prozent.

mex trifft Marktexperte Martin Fassnacht. Der Handelsfachmann beobachtet den Preiskampf in der Drogeriebranche: "Die Onlinepreiserhöhung ist ein Signal in den Markt. Wenn man sich die letzten Jahre und Monate anschaut, war der Preiswettbewerb bei den Drogerieketten extrem intensiv. Online sprechen Sie vielleicht auch andere Verbrauchergruppen an, die nicht so preisintensiv sind, die noch auf Bequemlichkeit und Komfort Wert legen und dementsprechend auch bereit sind noch höhere Preise zu zahlen", analysiert der Handelsexperte.

Höhere Preise im Netz: dm heizt den Preiskampf neu an

Der Preiskampf ist gnadenlos: Vor allem in den Innenstädten, in denen dm,  Rossmann und Müller, in Sichtweite zueinander liegen. "Die Drogeriemärkte beobachten sich sehr intensiv. Wenn der eine seine Preise senkt, folgt der andere oft nach", erklärt Marktexperte Martin Fassnacht.

Kampf mit Niedrigpreisen

Die Folge sind dauerhaft Niedrigpreise, die bei fast allen Ketten identisch sind. mex kauft in einer Stichprobe zehn Produkte aus dem Sortiment, bei dm und direkt nebenan bei Rossmann. Während ein Trockenshampoo bei Rossmann 3,25 Euro kostet, zahlen wir bei dm 3,15 Euro. Das Duschgel der Rossmann-Eigenmarke gibt es schon für 49 Cent. Das der dm-Eigenmarke liegt bei 55 Cent. Die Papiertaschentücher kosten genau gleich viel. Insgesamt zahlen wir für unseren Warenkorb bei dm 17,25 Euro. Bei Rossmann sind es mit 17,39 Euro nur wenige Cent mehr. Bei der Drogeriekette Müller würde uns derselbe Einkauf 17,45€ kosten.

dm hat den höchsten Marktanteil

Müller führt den Preiskrieg auf die Spitze: Wer einen Zehn-Prozent-Gutschein von dm, Rossmann oder Douglas abgibt, bekommt  dafür 15 Prozent auf das Müller-Sortiment. Ein harter Preiskampf. Kein Wunder - denn Müller liegt bei den Marktanteilen mit 17 Prozent nur auf Rang drei. Rossmann hat 36 Prozent - und an der Spitze liegt dm mit 44 Prozent.

Kunden auf dem Land zahlen mehr

Gewinner beim Duell um Marktanteile sind die Kunden in den begehrten Innenstadtlagen. Die Verlierer wohnen in Hessen auf dem Land, denn Drogeriemärkte gibt es dort eher wenige.

In ländlichen Orten ohne Drogeriemarkt bleibt den Kunden oft nur der Supermarkt, um Shampoo, Bodylotion oder Putzmittel zu kaufen. Dann wird es in den Regel teuer. Der mex-Testeinkauf bei real im Kreis Groß-Gerau zeigt, dass unser Warenkorb ganze 17 Prozent mehr kostet als in der Stadt. Auf dem Land legt dm jetzt auch nach - wo die direkte Konkurrenz fehlt, werden die Preise in den Geschäften vor Ort erhöht.

"Der Wettbewerb ist auf dem Land geringer als in der Stadt. Demzufolge kann das Preisniveau etwas höher sein als in der Stadt", weiß Handelsexperte Marktexperte Martin Fassnacht.

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Das mex-Fazit:

dm will aus der Niedrigpreisfalle der Drogerien ausbrechen. Die spannende Frage ist, ob nun auch werden auch Rossmann, Müller und Co. jetzt teurer?

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Ein Beitrag von Naïma Kunze