Vorfeldaufsicht am Flughafen Frankfurt
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Rund 80.000 Menschen arbeiten am Frankfurter Flughafen. Unsere Reporter haben einige von ihnen mit der Kamera begleitet, hautnah in Bereichen und Situationen, die so bisher noch nicht im Fernsehen zu sehen waren. Hier finden Sie unsere Protagonisten im Überblick.

Johannes Brühl, Energieanlagenelektroniker

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Johannes Brühl in der Gepäckförderanlage Bild © hr

Genau unter dem Terminal 2, wo die Reisenden ihr Gepäck aufgeben, fängt das Reich von Johannes Brühl, 36 Jahre, an. Deutschlands größte Gepäckförderanlage. 80 Kilometer Förderbänder, Gepäckspeicher und Schnellbahntrassen. Die Gepäckförderanlage transportiert sowohl abfliegendes wie auch Transfergepäck. Pro Stunde über 20000 Gepäckstücke. Johannes Brühl sorgt dafür, dass diese gigantische Maschine nie ausfällt. Wir sind dabei, wenn der Energieanlagenelektroniker zu einem Unfall gerufen wird. Ein Koffer ist aus einem Aufzug gestürzt und hat die Anlage beschädigt. Die Anlage muss so schnell wie möglich repariert werden. Für Johannes Brühl Alltag.

Holger Czerwonka, Anästhesist in der Flughafenklinik

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Flughafenarzt Holger Czerwonka Bild © hr

Holger Czerwonka, 39 Jahre, ist Anästhesist und arbeitet in der weltweit größten Flughafenklinik. Geburten in der Gepäckausgabe, Last-Minute-Impfungen und Notfälle: Kranke aus aller Welt landen in der Klinik am Airport Frankfurt. Bis zu 50.000 Patienten behandelt das Team jedes Jahr. Er kann drei Fremdsprachen fließend. „Ohne kann man hier nicht arbeiten“, sagt er. Wo Englisch, Spanisch oder  Französisch nicht mehr weiterhelfen, wird mit Händen und Füssen kommuniziert. Der Flughafenarzt ist auch regelmäßig mit einem Notarztwagen auf dem Vorfeld unterwegs. Kreislaufkollaps im Flieger, Unfall beim Beladen. Am Flughafen wird dir nie langweilig, sagt der Arzt.

Samuel Ditthardt, Vorfeldlotse

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Samuel Ditthardt im Kontrollturm Bild © hr

Samuel Ditthardt, 26 Jahre, wollte eigentlich Sportmediziner werden. Doch ein Kumpel hat ihm vor einem Jahr seinen Arbeitsplatz gezeigt, den Kontrollturm. Samuel war so begeistert, dass er mit der dreijährigen Ausbildung zum Vorfeldlotsen startete. Nebenbei studiert er weiterin Spormedizin. Jedes Flugzeug am Boden ist in seiner Hand. Als Vorfeldlotse hat er sämtliche Bewegungen von Flugzeugen am Boden im Blick, er bestimmt Rollbahn und Parkposition der Flieger und teilt dies den Piloten mit. „Ein unglaublich aufregender Job“, sagt Samuel. 

Antonia Esst, Flugbegleiterin

Mittendrin - Flughafen Frankfurt Protagonisten
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Antonia Esst, 19 Jahre, liebt das Fliegen. Ihr großer Traum war es schon immer Flugbegleiterin bei der Lufthansa zu werden. Ihre Mutter ist auch Flugbegleiterin und irgendwann wollen beide gemeinsam an Bord arbeiten. Deshalb hat sie sich direkt nach dem Abitur bei der Lufthansa beworben und macht jetzt die Ausbildung zur Flugbegleiterin. Schon bald steht ihr Einweisungsflug an, bei dem sie zum ersten Mal die Gäste in der Business-Class betreut.

Rachel Etse, Reiseführerin am Frankfurter Flughafen

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Rachel Etse kennt sich bestens am Frankfurter Flughafen aus. Bild © hr

Rachel Etse, 27 Jahre, ist der "Tour-Guide", die Reiseführerin. Ihre Tour führt in einem Reisebus quer über das Vorfeld des Frankfurter Flughafens. Einmal will jeder Gast den Giganten der Lüfte ganz nah kommen, einmal hinter die Kulissen von Deutschlands größtem Flughafen blicken. Nur dumm wenn die Präsentation zu gut gelingt, die Gäste das Vorfeld nicht mehr verlassen wollen. Dann kommt auch die junge Reiseführerin aus Rüsselsheim ins Schwitzen.

Florian Frommholz, Fluglotse

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Florian Frommholz steuert den Luftverkehr vom Frankfurter Tower aus. Bild © hr

Florian Frommholz, 20 Jahre, zog für seinen Traumjob von Bayern nach Hessen. Dabei erfuhr er von dem Beruf des Fluglotsen eher zufällig: Ein Zeitungsartikel in der Lokalzeitung ist Schuld, dass Florian jetzt den Luftverkehr vom Frankfurter Tower aus steuert. Sein Vater schlug ihm vor, sich einfach einmal für die Ausbildung zum Fluglotsen zu bewerben. Tatsächlich schaffte er die anspruchsvolle Eignungsprüfung und absolvierte die Ausbildung bei der Deutschen Flugsicherung in Langen.

Manuel Georg, Internes Immobilien und Facility Management

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Manuel Georg, 43 Jahre, liebt es, wenn er nachts auf den Rollbahnen unterwegs ist. Sobald der letzte Flieger gelandet ist und das Nachtflugverbot greift, beginnt für ihn die Arbeit. Zusammen mit seinen Kollegen vom "Internen Immobilien und Facility Management" ist er für 70.000 Lichter und Lampen auf dem gesamten Vorfeld zuständig. Er sorgt damit für Sicherheit für Piloten, Passagiere und alle, die auf dem Vorfeld unterwegs sind. Damit auch bei schlechter Sicht die Orientierung stimmt, wartet und tauscht er alle defekten Lampen aus. Einmal pro Woche kontrolliert er deshalb jede einzelne Start- und Landebahn

Bastian Haas, Feuerwehrmann

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Bastian Haas arbeitet als Brandmeister am Frankfurter Flughafen und ist auch Rettungssanitäter. Bild © hr

Bastian Haas, 33 Jahre, ist Feuerwehrmann mit Leidenschaft. Menschen zu helfen und den Flughafen zu schützen, das ist für ihn das Wichtigste. Als Brandmeister ist er 24 Stunden im Dienst. Danach hat er einen Tag frei und ist anschließend wieder bei der Flughafen Feuerwehr auf der Wache 2. Bastian Haas ist ausgebildetet Rettungssanitäter. Er rückt auch aus um Menschen zu helfen, die Erste Hilfe benötigen. In seiner Freizeit macht er am liebsten Sport.

Mario Hahn, Follow Me Fahrer

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Mario Hahn auf dem Vorfeld Bild © hr

Mario Hahn, 49 Jahre, liebt seinen Job. Jeden Tag ganz nah zwischen den Flugzeugen zu fahren ist für ihn Abenteuer pur. Er ist einer der wenigen auf dem Flughafen, der das darf! Er sorgt für Sicherheit auf dem Vorfeld. Straßen und Rollbahnen nach Hindernissen kontrollieren, Piloten unterstützen, Flugzeuge auf Parkpositionen einwinken Unfälle vermeiden – das sind seine Kernaufgaben als Follow Me Fahrer. Wenn er Feierabend hat, ist er am liebsten mit seinen Kindern zusammen.

Bettina Janotta, Leiterin der "Airport Mission"

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Bettina Janotta hilft gestrandeten Passagieren am Flughafen. Bild © hr

Bettina Janotta, 53 Jahre, kümmert sich seit zehn Jahren um gestrandete Passagiere am Flughafen. Ihre "Airport Mission" ist Anlaufstelle für Problemfälle jeder Art. Oft kann sie helfen, etwa wenn Reisepass und Geld gestohlen wurden und ihre Klienten nicht wissen, wie sie jetzt nach Hause kommen. Sie und ihr Team kümmern sich auch um sogenannte "Heimkehrer", also Deutsche, deren Traum vom Auswandern gescheitert ist. Es gibt aber auch Fälle, wo sie nur noch trösten kann. Sie erinnert sich an eine Flüchtlingsfamilie vor zwei Jahren, die bei der Flucht ihre zwei Kinder verloren. Dies sind Geschichten, die auch die erfahrene Sozialpädagogin nicht vergisst. Besonders an so "glitzernden" Orten wie den Flughafen sei ein kirchlicher Sozialdienst wichtig, sagt sie, gerade weil viele nicht vermuten, dass es hier Menschen gibt, denen es schlecht geht. So leben etwa geschätzte 200 Obdachlose am Flughafen. Bettina Janotta, Leiterin der "Airport Mission",  kennt viele von ihnen persönlich.

Axel Konrad, Projektleiter Baumaßnahmen Start- und Landbahnen

Axel Konrad, 42 Jahre, muss oft dann arbeiten, wenn andere schlafen. Aber das stört ihn nicht: Hier zu bauen macht großen Spaß. Es ist immer was besonderes, schwärmt er. Als Projektleiter ist er für alle Baumaßnahmen der Start- und Landebahnen verantwortlich. Gebaut wird immer Nachts. Dann wird der Airport zur Großbaustelle. Zwischen den Flugzeugen zu arbeiten, dort wo Passagiere nicht hinkommen, fasziniert den Bauingenieur. Schon als Kind war er von Fliegern begeistert, kam mit den Eltern oft zur Besucherterrasse. Heute kennt er hier jedes Schlagloch, das Rollfeld ist sein Revier. Flughafen ist einfach spannend, sagt er.

Patric Jörg Künstler, Mobile Werkstatt und Facility Management

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Patric Jörg Künstler, 29 Jahre, fällt auf, wenn er am Steuer seines Busses sitzt, auf dem vorne groß "Schulbus" leuchtet. Der frühere Schulbus dient ihm heute als mobile Werkstatt, mit der er nachts auf dem Vorfeld unterwegs ist, um die Lampen und Lichter dort zu warten oder auszutauschen. 70.000 Lampen gibt es auf dem Vorfeld. Durch Regen, Kälte oder wenn ein Flieger über sie rollt, gehen immer wieder einzelne Lampen kaputt. Patric kann sie in seinem Bus reparieren oder wechselt sie kurzerhand aus.

Nina Lenzner, Bundespolizistin

Mittendrin - Flughafen Frankfurt Protagonisten
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Nina Lenz, 22 Jahre, ist seit 5 Jahren Bundespolizistin. Sie ist für die Sicherheit am Flughafen und den dazugehörigen Bahnhöfen zuständig. Täglich hat sie es mit Kleinkriminellen aber auch Schleusern oder illegal Einreisenden zu tun. Menschenkenntnis und ein gutes Gespür sind für sie wichtig, um "schwarze Schafe" unter den zigtausend Reisenden heraus zu selektieren, denn die Kriminalität macht auch vor Deutschlands größtem Airport nicht Halt.

Kai Liebert, Küchenleiter Flughafen-Betriebskantine

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Kai Liebert in der Betriebskantine des Frankfurter Flughafens Bild © hr

Kai Liebert, 47 Jahre, kam vor zwei Jahren aus der Sterne-Gastronomie in die größte Betriebskantine des Flughafens. Als Küchenleiter ist er verantwortlich, dass es allen schmeckt. 1, 5 Millionen Flughafenmitarbeiter kommen jährlich in seine Kantine. Schon morgens um 9.00 Uhr gibt es für die Schichtarbeiter warmes Mittagessen. Deshalb beginnt der Arbeitstag des zweifachen Familienvaters schon sehr früh am Morgen. Bereits um 6 Uhr laufen die Vorbereitungen für das Mittagessen. 1000 Gerichte kochen er und sein Team täglich. Alles wird frisch zubereitet. Das war ihm wichtig, sonst hätte er die Stelle nicht angenommen. Er setzt auf regionale Produkte: Die Kartoffeln etwa kommen aus Oberursel, das Fleisch vom Metzger aus Usingen. Er kennt viele seiner Kunden persönlich, steht jeden Tag selbst an der Essensausgabe um Feedback einzuholen. Denn nur wenn es allen schmeckt ist die Stimmung gut. Das Lieblingsessen seiner Gäste ist übrigens Puten-Gyros mit Reis. Der Küchenchef isst dagegen derzeit am liebsten Schweinerücken vom Luma Schwein, nur kurz gegrillt, mit Brot. Das ist genial, sagt er. Abends, nach Feierabend, kocht er übrigens weiter. Dann aber zuhause, für die eigene Familie.

Salvador Martinez, Sachbearbeiter im Fundbüro

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Salvador Martinez arbeitet seit 30 Jahren am Frankfurter Flughafen. Bild © hr

Salvador Martinez, 49 Jahre, kann sich ein Leben ohne seine Arbeit am Flughafen nicht mehr vorstellen. Dieses Jahr feiert er sein 30-jähriges Dienstjubiläum. Schon sein Vater, Gastarbeiter aus Spanien, arbeite auf Deutschlands größtem Flughafen. Als Kind durfte Salvador Martinez ihn oft begleiten, schaute sich stundenlang die Starts und Landungen an. Und auch heute, 40 Jahre später, kann er von Flugzeugen nicht genug bekommen. Angefangen hatte der Eintracht-Frankfurt-Fan vor 30 Jahren bei der Gepäckabfertigung, so wie einst sein Vater in den 1960er Jahren. Nach zehn Jahren wechselte er zum Infostand, inzwischen ist er Sachbearbeiter im Fundbüro. An diesem Job liebt er besonders die Geschichten hinter den Fundsachen zu erfahren. Sein wertvollstes Fundstück war übrigens eine Rolex-Uhr. Überhaupt hat er in all den Jahren viel erlebt: Etwa eine Leiche im Koffer oder eine Tasche voller Drogen. Besonders gut erinnert er sich noch an den 11. September 2001. Am Tag der Terroranschläge in den USA hatte er Dienst, kümmerte sich damals um Passagiere, die am Airport gestrandet waren und im Terminal auf Feldbetten übernachten mussten. Was er sich zum Jubiläum wünscht? Er sagt, am liebsten eine Weltreise.

Steffen Meilinger, Flugzeugschlepper

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Steffen Meilinger zieht Flugzeuge wie den A380 quer über den Flughafen. Bild © hr

Steffen Meilinger, 45 Jahre, wollte eigentlich nur LKW fahren. Doch als er die 600 PS starken Schlepper zum ersten Mal auf dem Flughafen gesehen hat war klar: Da will ich rein. Jetzt fährt er die extrem breiten und langen Pusch-Back-Trucks. Täglich drückt er damit Flugzeuge vom Terminal weg auf den Rollweg. Er schleppt die größten Maschinen der Welt quer über das Gelände. Ganz alleine und ohne Unterstützung zieht er eine A380, 80 Meter breit und lang, an Gebäuden und Flugzeugen vorbei. Reine Nervensache, sagt der Familienvater und OFC-Fan. In der Freizeit ist er am liebsten mit seinen Kindern im Stadion und feuert seinen Lieblingsverein „Kickers Offenbach“ an.

Vaheh Moghaddasian, KFZ-Mechaniker

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Vaheh Moghaddasian ist für die Reparatur und Wartung von Flughafenspezialfahrzeugen zuständig. Bild © hr

Vaheh Moghaddasian, 36 Jahre, arbeitet in der weltweit größten KFZ-Werkstatt für sogenannte Flughafenspezialfahrzeuge. In der 16.000 Quadratmeter großen Halle gibt es alles, was ein Mechaniker-Herz höher schlagen lässt. Sein Herz schlägt für die Enteiser-Fahrzeuge. Hochkomplizierte Technik, die ganz spezielle Behandlung verlangt. Vaheh Moghaddasian und seine Kollegen werden gerufen, wenn einer dieser Enteiser auf dem Vorfeld des Flughafens stehen bleibt, eine Panne hat, Hilfe braucht.

Sabine Schrauder, Flugbegleiterin

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Sabine Schrauder, 51 Jahre, will noch einmal etwas ganz Neues in ihrem Leben anfangen. Schon vor Jahren hatte sie sich als Flugbegleiterin bei der Lufthansa beworben, anschließend dann aber bei einem anderen großen deutschen Verkehrsunternehmen gearbeitet. Jetzt wagt sie den Schritt und will die große, weite Welt sehen. Ihre Ausbildung hat sie fast absolviert, und dann steht ihr erster Flug nach Philadelphia bevor.

Riccarda Tammerle, Flugkapitänin

Flugkapitänin Riccarda Tammerle im Cockpit.
Flugkapitänin Riccarda Tammerle im Cockpit. Bild © hr/Andreas Graf

Riccarda Tammerle, 46 Jahre, ist eine der ersten Flugkapitäninnen Deutschlands. Jahrelang flog sie weltweit als „First Officer“ eine Boeing 747, den Jumbo. Dann wurde sie Kapitänin und ist heute „Chefin“ in einer A321 mit 200 Menschen an Bord. Fast täglich fliegt sie kreuz und quer durch Europa. Als Flugbegleiterin entdeckte sie ihre Liebe zur Fliegerei. Schnell war klar, sie will ins Cockpit und startete mit der Ausbildung zur Pilotin. 

Ingo Vorberg, Bundespolizist

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Ingo Vorberg, 49 Jahre, ist Bundespolizist aus Leidenschaft. Er liebt die Vielseitigkeit seines Berufs, ob es die Arbeit auf dem Vorfeld, direkt an den Flugzeugen ist, oder auch die Passkontrolle. Als Zeitsoldat ist er viele Jahre zur See gefahren. Jetzt genießt er den Trubel an Deutschlands größtem Airport und die vielseitigen Aufgaben seines Berufs.