Flughafen Frankfurt, 5 Uhr morgens: Nebel und Temperaturen um null Grad. Eisschichten haben sich auf den Tragflächen der Flugzeuge gebildet. So dürfen die Maschinen nicht abheben. Ein Fall für die Enteiser an Deutschlands größtem Flughafen. Mit ihren gigantischen Spezialfahrzeugen fahren sie zu den Positionen am Gate.

Einsatz für Marinko Zilic. Er ist Flugzeug-Enteiser. Dienstbeginn ist im Winter um 3.30 Uhr. Das Wetter heute am Flughafen ist ungemütlich: minus 2 Grad mit gefrierendem Nebel. Gefährlich für Flugzeuge. Marinko und seine Kollegen müssen jetzt alle Maschinen enteisen, die über Nacht in Frankfurt standen. Auf den Tragflächen ist eine dünne Eisschicht zu sehen. So dürfen Flugzeuge nicht starten. Den Männern vom Enteisungsteam bleibt nicht viel Zeit. In eineinhalb Stunden sollen die ersten Maschinen abheben. Bei Dauerfrost enteisen wir bis zu 500 Flugzeuge pro Tag, erzählt Marinko Zilic. Er sitzt fast zehn Meter hoch in einer Kabine. Von dort aus kann er den langen Arm mit den Spritzdüsen und auch seinen Lastwagen steuern. Zuerst enteist er die Tragflächen, dann das Leitwerk. Dabei muss er aufpassen, dass er nicht an das Flugzeug stößt.

Zehn Millionen Rosen für Frankfurt. Oliver Blum arbeitet bei Lufthansa Cargo. Er ist Experte für verderbliche Fracht wie Lebensmittel und Blumen. Im Februar landen in Frankfurt bis zu 800 Tonnen Rosen aus Afrika. Valentinstag, Karneval, die Nachfrage nach Rosen ist vor allem in diesem Monat riesig. Die Rosen wurden in Kenia gezüchtet. Sie sollen noch 14 Tage halten. Das geht nur, wenn die Rosen konstant bei unter acht Grad transportiert werden, ob im LKW in Kenia, im Flieger oder hier in Frankfurt. Die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden, sonst können die Rosen eingehen, und der Kunde verlangt Schadensersatz.

Wohin mit dem Wintermantel im Karibik-Urlaub? Frank Sattler hat die Antwort. Er arbeitet im Terminal 1 im Service Point bei der Wintermantelabgabestelle. Wer in den Urlaub fliegt, kann bei ihm seinen schweren Mantel für 50 Cent pro Tag einlagern lassen. Frank Sattler liebt seinen Job. „Meine Kunden erzählen immer tolle Geschichten“, sagt der 54-Jährige. „Manchmal muss ich auch trösten, wenn der Urlaub nicht so gut gelaufen ist.“ Sein Schalter, ein emotionaler Treffpunkt.

Sendung: hr-fernsehen, "Mittendrin - Flughafen", 26.02.2020, 21:00 Uhr