Es war Luka's größter Traum Pilot zu werden. Dafür unterschrieb er ein Ausbildungsdarlehen, doch Corona hat seinen Traum platzen lassen. Die Luftfahrtbranche ist am Boden, und es gibt keine Perspektive für die Nachwuchspiloten. Wir begleiten zwei davon. Während Luka seinen Traum erst einmal begräbt und ein Studium aufnimmt, das nichts mit dem Fliegen zu tun hat, will Florian an seinem Traum festhalten. Er nimmt jetzt privaten Flugunterricht und träumt davon, eines Tages doch noch Berufspilot zu werden.

Bis dahin will er versuchen, die Zeit als Fluglehrer zu überbrücken. Dafür aber braucht er einen Job, um sich diesen Traum leisten zu können.

Seit Ausbruch der Pandemie ist die Luftfahrtbranche am Boden, und Nachwuchspiloten werden nicht mehr gebraucht. Allein die Lufthansa sagt, sie habe schon jetzt rund 1000 Piloten zuviel an Bord. Deshalb hat sie ihren Pilotenschülern nahegelegt, den Traum, Pilot zu werden, zu begraben.

Es war Lukas Heims Traum, Pilot zu werden. Dafür hatte er gerade die Theorieausbildung in der Lufthansa-Schule in Bremen abgeschlossen und wäre dann zur praktischen Pilotenausbildung nach Phoenix gereist, doch mittendrin kam Corona. Ob der 22-Jährige aus Darmstadt seine Ausbildung jemals zu Ende führen kann, was mit dem bereits investierten Ausbildungs-Darlehen wird und ob er es irgendwann zurückzahlen muss, ist ungewiss.

Auch Florian K. aus Gründau sparte sein ganzes Geld und gab sogar seinen Beruf als Logistik-Leiter auf, um alles auf eine Karte zu setzen. Den 28-Jährigen erreichte die Hiobsbotschaft, die Ausbildung zum Verkehrspiloten abzubrechen, während seiner letzten praktischen Phase kurz vor dem Abschluss. Nun sucht er nach Wegen, seine Ausbildung trotz Corona zu Ende zu bringen, denn er will unbedingt seinen Lebenstraum verwirklichen. Sein Plan: Die Profiausbildung in einer privaten Flugschule in Egelsbach zu beenden, damit alles, was er bereits investiert hat, nicht umsonst war.

Dafür sucht er einen Job, um sich seine Ausbildung überhaupt weiter finanzieren zu können. Dabei würde er ein teures Risiko eingehen, denn Jobs im Cockpit werden wohl auch nach Corona Mangelware bleiben. Eine langsame Erholung erwarten Branchenkenner frühestens 2025. In der Reportage begleitet Katrin Wegner zwei Pilotenschüler auf der Suche nach neuen Perspektiven in dieser Krise.


Reportage von Katrin Wegner
Sendung: hr-fernsehen, 16.05.2021, 18:30 Uhr