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zum Video Behandlungsmöglichkeiten bei Sehnenentzündungen

Stoßwellen-Therapie

Kortison gilt als Allheilmittel für Entzündungen im Körper. Doch gerade Sehen reagieren empfindlich auf Kortisoninjektionen. Außerdem besteht bei Spritzen die Gefahr einer Infektion. Doch es gibt auch zahlreiche alternative Methoden.

Einlagen, Spritzen, Reizstrom

Die Therapie richtet sich vor allem danach, wie stark die Schmerzen sind und ob der Patient z.B. aus beruflichen Gründen schnell wieder schmerzfrei werden soll und muss. Die verschiedenen Möglichkeiten können teilweise auch kombiniert werden:
• Einlagen, um der Überlastung des Fußgewölbes entgegen zu wirken, teilweise auch, um die schmerzhafte Stelle beim Laufen zu entlasten
• Entzündungshemmende Medikamente und/oder Kortison, in Tablettenform oder als Spritze direkt in die Sehnenansätze (letzteres max. drei Mal)
• Röntgen-Reizbestrahlung (dabei wird der entzündete Sehnenansatz in mehreren Sitzungen innerhalb kurzer Zeit mit einer niedrigen Röntgendosis bestrahlt. Nachteil: Strahlenbelastung, Erhöhung des Krebsrisikos)
• Etwa 90 Prozent aller Betroffenen werden mit diesen Therapien beschwerdefrei, wenn nichts hilft, sollten operative Möglichkeiten besprochen werden.

Stoßwelle – Gute Ergebnisse, aber meist nicht über Kasse

Ursprünglich aus der Urologie stammt die extrakorporale Stoßwellentherapie. Sie wurde zur Zertrümmerung von Nierensteinen verwendet. An überlasteten Sehnen fördern Stoßwellen die Durchblutung und setzen Reparaturvorgänge in Gang. Die Erfolgsrate liegt bei etwa 90 Prozent. Je nach Eindringtiefe ins Gewebe werden radiale Stoßwellen (eher für oberflächliche Behandlung geeignet, bspw. für verspannte Muskeln) und fokussierte Stoßwellen unterschieden. Die haben eine höhere Energie, dringen tiefer ins Gewebe ein und reizen es, weshalb sich die Beschwerden anfänglich etwas verstärken können. Eine Stoßwellenbehandlung sollte nicht bei einem Tumor oder akuten Infekten durchgeführt werden. Auch die Einnahme von Blutverdünnern kann eine Kontraindikation sein. Die Behandlung wird von den privaten Krankenkassen, meist aber nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt (beim Fersensporn erst nach sechs Monaten anderweitiger erfolgloser Behandlungen, bei Sehnenentzündungen am Knie, Ellenbogen oder der Schulter gar nicht). Die Radiale Stoßwelle kostet ca. 30 Euro pro Behandlung, die fokussierte Stoßwelle um die 140 Euro pro Behandlung.
Damit der Erfolg einer Stoßwellenbehandlung bestehen bleibt, ist es wichtig, die auslösenden Faktoren für die Entzündung zu beheben (z.B. Korrektur von Fehlstellungen und Kräftigung bzw. Dehnung von Muskeln).

Gut zu wissen: Fußfehlstellungen begünstigen Fersensporn

Unser Fußgewölbe ist zwar perfekt konstruiert, oft aber den Belastungen eines Menschenlebens nicht gewachsen. Die Folge: es stürzt ein, die Knochen verschieben sich, Bänder und Sehnen verkürzen sich, der Fuß steht schief. Angeborene oder erworbene Fußprobleme durch Fehlstellungen sind der häufigste Grund für einen Besuch beim Orthopäden. Vererbung spielt eine wesentliche Rolle, wenig Bewegung und Übergewicht wirken zudem begünstigend. Zur Behandlung werden meist maßgeschneiderte dynamische Einlagen verordnet, die über Jahre regelmäßig und konsequent getragen werden müssen. Besser ist es, einer Fehlstellung vorzubeugen. Dafür müssen Muskeln und Bänder am Fuß regelmäßig trainiert werden. Am besten durch Fußgymnastik. Wird eine Fehlstellung nicht korrigiert, kommt es zu einer frühzeitigen Arthrose im Fuß oder im Sprunggelenk.

Der Natur abgeschaut: Spiraldynamik
Das Spiraldynamik-Training haben Schweizer Mediziner und Therapeuten entwickelt. Es basiert auf den Beobachtungen, dass sich der menschliche Körper von Natur aus spiralförmig bewegt. Nach deren Theorie werden die Muskeln und vor allem die Gelenke optimal belastet, also nicht überanstrengt, wenn Arme, Wirbelsäule, Beine und Füße die vorgegebene Drehrichtung einhalten. Das wird bei den Trainings- und Behandlungseinheiten erlernt. Ziel ist es, mit Hilfe von spiralförmigen Bewegungsübungen, die den natürlichen Bewegungsmustern unseres Körpers angepasst sind, Fehlbelastungen auszugleichen und den gesamten Stütz- und Bewegungsapparat wieder ins Lot zu bringen. Notwendig ist dafür die aktive Mitarbeit des Patienten. Die Trainingsmethode wird i.d.R. nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, eine Trainingsstunde kostet durchschnittlich 60 Euro.

Internetlinks

www.patientenberatung.de/de/gesundheit/krankheit-von-a-z/fersensporn
Informationen zum Fersensporn auf den Seiten der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland.

• www.runnersworld.de/gesundheit/patellaspitzensyndrom.261377.htm
Informative Seite zum Patellaspitzensyndrom speziell für Sportler, leider mit viel Werbung. Zudem gibt es den Verweis auf Übungen, die besonders wirkungsvoll sind.

www.spiraldynamik.com
Trainieren statt operieren – das ist die Kernaussage dieser Trainingsmethode, entwickelt von dem Schweizer Arzt Dr. Christian Larsen

Autorin: Eva Maria Siefert

Sendung: hr-fernsehen, "service: gesundheit", 21.02.2019 18:50 Uhr