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zum Video Kehlkopfentzündung

Bei einer Stimmband- oder Kehlkopfentzündung verordnen Ärzte in der Regel Sprechverbot für einige Tage. Viele Patienten halten das jedoch nicht ein. Man kann ja schließlich flüstern, oder?

Einmal pro Jahr erwischt uns eine Erkältung, so die Statistik. Wir fühlen uns angeschlagen, gelegentlich aber fehlen die ganz typischen Erkältungsbeschwerden. Kein Husten und Schnupfen, stattdessen manchmal heftige Halsschmerzen, aber keine typischen Schluckbeschwerden. Nur das Sprechen tut richtig weh und unsere Stimme klingt krächzend, schwach und tonlos. Der Arzt diagnostiziert eine Kehlkopf- und vielleicht auch noch begleitende Stimmbandentzündung, und rät zur Krankschreibung für einige Tage. Vor allem zu einem Sprechverbot für mindestens fünf Tage, das aber halten viele Patienten nicht ein. Man kann ja schließlich flüstern, oder?

Bei Uneinsichtigkeit droht chronische Heiserkeit

So wie Husten und Schnupfen wird auch die Stimmband- und Kehlkopfentzündung meist durch Viren ausgelöst und kann mittels der üblichen Hausmittel wieder abheilen. Selten hat sich eine bakterielle Infektion aufgepfropft, dann wird der Arzt ein Antibiotikum verschreiben. Durch die Entzündungsreaktion schwillt das Gewebe an, auch die Schleimhaut unserer Stimmbänder, weshalb sie anders im Luftstrom schwingen und unsere Stimme tonloser klingt. Sprechen ist jetzt besonders anstrengend, aber Flüstern noch mehr, denn das strengt die Stimmbänder sogar noch mehr an als normales Reden. Wer seine Stimme nicht schont, läuft Gefahr, dass es zu einer chronischen Stimmbandentzündung kommt, die nur schwer ausheilt. Oder sich kleine Knötchen auf den Stimmbändern bilden, die dann per Laser oder Skalpell abgetragen werden müssen (sogenannte Sänger- oder Schreiknötchen).

Dampfinhalationen und Schweigen

Erste Regel bei einer Kehlkopfentzündung (Laryngitis): Mund halten! Sprechen sie so wenig wie möglich, und wenn dann in normaler Lautstärke. Auch Räuspern sollten sie vermeiden. Stattdessen sollte man reichlich trinken, mindestens zwei Liter täglich, bei Fieber natürlich mehr. Dampfinhalationen fördern die Heilung, Salz dürfen sie zufügen, aber bitte keine reizenden ätherischen Öle. Das gilt auch für scharfe Halsbonbons, milde zuckerfreie dürfen es dagegen gerne sein. Auch warme Halsumschläge und heiße Getränke helfen. Als Geheimtipp gelten folgende Hausmittel:

  • Gurgeln mit Salzwasser, drei Mal täglich und dabei mindestens einen Teelöffel Salz auf ein halbes Glas Wasser geben. Das Salzwasser dabei möglichst lange im Mund behalten, es wirkt bei längerer Kontaktzeit besser
  • Eine Zwiebel in vier Teile schneiden, mit Zucker bestreuen und über Nacht stehen lassen. Am Morgen hat sich eine wässrige Flüssigkeit abgesondert, die sie dann trinken sollen. Schmeckt nicht, hilft aber gut.

Sind die Beschwerden nach einer Woche nicht verschwunden, sollte man einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Auch wenn die Stimmprobleme nach Abheilung nicht verschwinden. Gelegentlich hat man sich innerhalb weniger Tage ein fehlerhaftes Sprechen angewöhnt, es handelt sich also um eine technisch bedingte Stimmstörung, die durch Logopädie behandelt werden muss.

Weitere Informationen

Adressen und Links

Robert-Koch-Institut (RKI)
Postfach 650261
13302 Berlin
Telefon: 030 18754-0
Internet: www.rki.de/

Deutsches Grünes Kreuz e.V. (DGK)
Biegenstraße 6
35037 Marburg
Telefon: 06421 293-0
E-Mail: dgk@dgk.de
Internet: www.dgk.de/

Internetlinks:

  • Alle Infos zur akuten und chronischen Kehlkopfentzündung finden Sie auf den Seiten des Verbandes der HNO-Ärzte Deutschland.
  • Portal des Robert Koch-Instituts, das in Deutschland die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen beobachtet, und dabei Informationen aus der Bevölkerung selbst verwendet. Dazu gibt es viele Informationen rund um die Themen Erkältung und Grippe. Außerdem ist die Bevölkerung aufgerufen, selbst bei GrippeWeb mitzumachen. •
  • Auf der Webseite der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) findet sich im Winter eine Deutschlandkarte, die Auskunft über die Grippeerkrankungen im Land gibt.


Buchtipps:

Arsene Heck
Erkaeltung heilen dank Omas Hausmittel: Schnelle Hilfe bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit und Fieber
Verlag CreateSpace Independent Publishing Platform 2017
ISBN-10: 1976259878
ISBN-13: 978-1976259876
Preis: 7,60 Euro

Ursula Uhlemayr
Wickel & Co. - Bärenstarke Hausmittel für Kinder: Sanft und natürlich heilen - die besten Hausmittel für Kinder
Urs-Verlag - Wickel & Co.; 22. Auflage 2017
ISBN-10: 398078150X
ISBN-13: 978-3980781503
Preis: 15,90 Euro

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Autorin: Eva Maria Siefert

Sendung: hr-fernsehen, "service: gesundheit", 28.09.2017, 18:50 Uhr