Rote Beete

Ein halber Liter Rote-Bete-Saft täglich senkt den Blutdruck. Auch eine vegetarische oder fleischarme Vollkorn-Ernährung wirkt sich günstig auf den Blutdruck aus.

Denn vor allem rotes Fleisch, Wurst, Käse und Butter enthalten gesättigte Fettsäuren, die als Risikofaktor für die Entwicklung eines Bluthochdrucks gelten. Omega-3-Fettsäuren in Leinöl und Leinsamen, Walnüssen, Raps-, Soja- und Weizenkeimöl sowie die einfach ungesättigten Fettsäuren in Olivenöl senken den Blutdruck. Ein halber Liter Rote-Bete-Saft täglich senkt einen erhöhten Blutdruck um bis zu zehn Millimeter Quecksilbersäule. Rote Bete enthält Nitrate, die die Blutgefäße erweitern und so den Blutdruck senken.

ACHTUNG: Wer unter Osteoporose oder Nierensteinen leidet, sollte diese Mengen Rote Bete NICHT zu sich nehmen!

Zwei bis drei Tassen grüner Tee pro Tag können den Blutdruck um drei bis fünf mmHg reduzieren. Ein halber Liter Tee aus zehn Gramm Hibiskusblüten täglich kann den Blutdruck ebenfalls innerhalb von vier Wochen reduzieren.

Anstelle von Süßigkeiten empfehlen Experten den Verzehr von Nüssen oder dunkler Schokolade. Schon sechs bis zehn Gramm dunkle Schokolade (Kakaoanteil mindestens 70 Prozent) pro Tag können den Blutdruck senken.

Kochsalz reduzieren

Immer wieder wird auch die Beschränkung der Kochsalzzufuhr diskutiert. Tatsächlich sind etliche Hypertoniker sogenannte Kochsalz-Responder. Das bedeutet, dass sie bereits auf geringe Salzmengen mit einem Anstieg des Blutdrucks reagieren. Sie sollten die Aufnahme von Kochsalz reduzieren. Durchschnittlich werden heute zehn bis 15 Gramm Kochsalz am Tag aufgenommen. Bei Patienten mit Bluthochdruck sollte die Kochsalzaufnahme auf sechs Gramm pro Tag reduziert werden. Salz kann eingespart werden, wenn Fertigprodukte, Pökelware und Fischmarinaden gemieden werden. Wurstwaren und Käse sollten sparsam konsumiert werden. Beim Kochen sollte möglichst auf Salz verzichtet werden und dafür Gewürze wie zum Beispiel Gelbwurz, Ingwer, Koriander sowie Kreuz- oder Schwarzkümmel verwendet werden. Die Mittelmeerküche mit viel Obst und Gemüse, fettarmen Milchprodukten und wenig rotem Fleisch, dafür aber mehr Fisch, senkt nachweislich über lange Zeit einen erhöhten Blutdruck.

Autor: Prof. Thomas Wendt

Vorsicht Salz! Wie viel Salz ist gesund?

Salz ist lebenswichtig und macht Lebensmittel schmackhaft. Im Schnitt nimmt jeder Deutsche zwischen neun und zwölf Gramm Salz pro Tag zu sich - rund doppelt so viel wie empfohlen. Forscher fanden jetzt heraus, dass überschüssiges Salz nicht einfach ausgeschieden wird, sondern sich im Gewebe ablagert.

Salz bildet Depots in Haut und Muskelgewebe

Bislang verfolgten Mediziner das Salz nur im Blutkreislauf des Menschen: über die Niere, die es herausfiltert, bis hin zum Urin, mithilfe dessen überschüssiges Salz ausgeschieden wird. Das Salz im Gewebe spüren die Forscher jetzt per MRT auf - mit einer speziellen Spule, die Natrium, also den schädlichen Teil im Salz, sichtbar macht. In der Haut und im Muskelgewebe lagern sich Natriumionen ab und bilden dort regelrechte Depots. Je heller der weiße Bereich auf dem MRT-Bild, desto salziger ist das Gewebe im Körper. Im Labor und bei Tierversuchen erkannten die Forscher, dass das abgelagerte Salz das Immunsystem durcheinander bringt.

Die richtige Dosis ist entscheidend

Grundsätzlich ist Kochsalz für uns lebenswichtig. Aber: Es kommt auf die richtige Dosis an. Denn zu wenig kann genauso gesundheitsschädlich sein wie zu viel. Hat das Gehirn keinen ausreichenden Salzspiegel, kann das zu Verwirrtheit und Desorientiertheit führen. Zu viel Salz ist ungesund, weil es den Blutdruck ansteigen lässt und zu Wassereinlagerungen im Körper führt. Die ideale Tagesdosis besteht aus nicht weniger als vier bis fünf Gramm pro Tag - und nicht mehr als sechs Gramm.

Salz durch Kräuter ersetzen

Die richtige Menge zu finden ist schwierig: In vielen Lebensmitteln verstecken sich große Mengen Salz, ohne dass wir es unbedingt schmecken. Das gilt zum Beispiel für Brot und Backwaren. Auch Wurst und Schinken haben mehr Salz als meist vermutet. Fertiggerichte sind oft besonders salzhaltig. Bei Würzmischungen sollte man ebenfalls vorsichtig sein. Auch sie enthalten meist einen sehr hohen Salzanteil. Wer selber kocht, kann beim Würzen statt zum Salzfass zu Kräutern greifen. Wie stark und bei wem übermäßiger Salzkonsum den Blutdruck erhöht, darüber sind sich Wissenschaftler bislang nicht einig. Und sie vermuten: Salz kann sogar noch andere Krankheiten auslösen wie entzündliche Erkrankungen oder Autoimmunerkrankungen.

Autorin: Annette Willenbücher

Bluthochdruck

Einer der Risikofaktoren für Herzinfarkt ist der Bluthochdruck - eine Volkskrankheit. In Deutschland leiden etwa 44 Prozent der Frauen und etwas mehr als die Hälfte der Männer an einem zu hohen Blutdruck. Obwohl er keine Schmerzen und auch sonst keine Beschwerden verursacht, führt er unbehandelt zu schweren Schäden an den Blutgefäßen. Die Folgen sind außer Herzinfarkt auch Schlaganfall oder Nierenschäden. Die Ursachen für die Entwicklung eines Bluthochdrucks sind bis heute nicht abschließend geklärt.

Was begünstigt Bluthochdruck?

Der Blutdruck wird durch komplexe Mechanismen reguliert. Dabei spielen Wechselwirkungen von biochemische Botenstoffen, Blutgefäßen und des Nervensystem eine entscheidende Rolle. Durch Verkalkungen der Blutgefäße lässt ihre Elastizität nach, die Gefäßwände werden steifer und der Druck in den Gefäßen steigt. Begünstigt wird die Entwicklung eines Bluthochdruckes vor allem durch Erbanlagen sowie durch zu wenig Bewegung, ungesunde Ernährung, Übergewicht und Stress. Ein Bluthochdruck liegt dann vor, wenn die an unterschiedlichen Tagen beim Arzt gemessenen Werte bei 140 zu 90 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) oder darüber liegen. Es müssen nicht beide Werte erhöht sein. Am häufigsten ist der obere Wert erhöht. Wichtig ist, an beiden Armen zu messen.

Die Therapie erfolgt mithilfe blutdrucksenkender Medikamente. Die Basis der Hochdruck-Therapie ist aber immer Umstellung der Lebensgewohnheiten: Schon mit einer ausgewogenen Ernährung, Verzicht auf Alkohol und Nikotin sowie regelmäßiger Bewegung, einem regelmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus und regelmäßigen Entspannungsphasen können erhöhte Blutdruckwerte dauerhaft und effektiv gesenkt werden. Die Medikamente wirken besser. Gut untersucht ist die Wirkung von Gewichtsreduktion: Pro verlorenem Kilogramm Körpergewicht sinkt der obere Blutdruckwert um etwa einen mmHg.

Was die Blutdruckwerte bedeuten

Bei der Blutdruckmessung werden immer zwei Werte angegeben, zum Beispiel 120 zu 80. Die Einheit ist Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Der höhere, zuerst genannte Wert ist der sogenannte systolische Blutdruck. Er wird gemessen, während das Herz Blut in die Schlagadern drückt. Der niedrigere Wert ist der diastolische Blutdruck, wenn sich die Herzkammern entspannen und füllen.

Diese Blutdruckwerte gelten als normal

Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt für die große Mehrheit der Bluthochdruck-Patienten einen Blutdruck von weniger als 140 zu 90 mmHg. Nur bei hohem Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten könne eine Senkung des systolischen Blutdrucks auf weniger als 130 mmHg erwogen werden. Nach der aktuellen europäischen Leitlinie zur Bluthochdruck-Behandlung sollen bei Werten zwischen 130 und 139 mmHg keine Medikamente eingesetzt werden. In diesem Fall genüge eine Veränderung des Lebensstils:

  • regelmäßig bewegen, für eine halbe Stunde an mindestens fünf Tagen pro Woche
  • auf Zigaretten verzichten
  • maximal sechs Gramm Salz pro Tag essen
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blutdruckampel
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Blutdruck an beiden Armen messen

Auch bei Routineuntersuchungen in der Arztpraxis bleibt manche Hypertonie lange unentdeckt, weil der Blutdruck oft nur an einem Arm gemessen wird - obwohl in den Behandlungsleitlinien die Messung an beiden Armen gefordert wird. Idealerweise sollte der Druck sogar gleichzeitig an beiden Armen gemessen werden, um etwaige Schwankungen auszugleichen. Wird immer nur an dem Arm mit dem niedrigeren Druck gemessen, fällt zu hoher Blutdruck möglichweise nicht auf.

Blutdruck richtig messen

Zur Kontrolle des Blutdrucks gibt es Messgeräte für zu Hause. Sie ermitteln die Werte am Oberarm oder Handgelenk. Bei Seitendifferenzen des Blutdrucks sind grundsätzlich die höheren Werte für Diagnose und Therapie einer Hypertonie (Bluthochdruck) ausschlaggebend. Seitenunterschiede von mehr als zehn mmHg signalisieren ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Differenzen von mehr als 25 bis 30 mmHg weisen auf Gefäßverkalkungen oder eine Fehlbildung der Arterie unter dem Schlüsselbein hin. Sie behindert den Blutfluss in den Arm und führt dazu, dass der Blutdruck im Arm auf der gleichen Seite abfällt. Das benötigte Blut erhält der Arm dann vor allem aus dem Gefäß, das den Kopf versorgt - häufige Schwindelattacken können die Folge sein. Ärzte sprechen dabei von einem "Subclavian-Steal-Syndrom". Abhilfe schafft die Erweiterung der Engstelle mit einem Ballonkatheter, bei der eine winzige Gefäßstütze (Stent) eingesetzt wird. Anschließend wird der Arm besser durchblutet, die Schwindelattacken verschwinden und der Blutdruck lässt sich besser kontrollieren und einstellen.

Langzeitmessung spürt versteckten Bluthochdruck auf

Tückisch ist ein Bluthochdruck, der nur in bestimmten Situationen auftritt ("maskierte Hypertonie"). Der Blutdruck steigt zum Beispiel bei Stress, eventuell am Arbeitsplatz, während er zu Hause eher im Normalbereich bleibt. Deshalb wird dieser Bluthochdruck bei Routinemessungen nicht erkannt. Dem versteckten Blutdruck kommt eine Langzeitmessung auf die Spur. Dabei misst ein automatisches Messgerät über 24 Stunden mehrmals pro Stunde den aktuellen Blutdruck unter Alltagsbedingungen - Tag und Nacht. Während dieser Zeit sollte sich der Patient keinesfalls schonen oder sich tagsüber gar mit dem Gerät ins Bett legen, sondern sich so verhalten wie im normalen Alltag.

Messgräte mit Prüfsiegel benutzen

Die Deutsche Hochdruckliga vergibt Prüfsiegel. Zur Blutdruckkontrolle zu Hause eignen sich automatische Messgeräte, die am Oberarm oder am Handgelenk angebracht werden. Wichtig: Wenn der Blutdruck am Handgelenk gemessen wird, muss das Handgelenk in Herzhöhe liegen, damit korrekte Werte ermittelt werden. Eine wertvolle Hilfe bei der Auswahl eines Blutdruckmessgerätes ist das Prüfsiegel der Hochdruckliga, das nur an Geräte verliehen wird, die ausreichend genaue Werte liefern. Da die automatische Messung trotz ausgefeilter Technik aufgrund anatomischer Abweichungen aber nicht bei allen Menschen zuverlässig funktioniert, sollte ein neues Gerät zunächst mit in die Praxis gebracht werden. Der Arzt kann dann kontrollieren, ob die von ihm und dem Gerät gemessenen Werte übereinstimmen.

Weitere Informationen

Blutdruckmessung - die wichtigsten Regeln

  • vor der Messung fünf Minuten entspannen
  • Die Blutdruckmanschette muss sich auf Herzhöhe befinden. Das ist vor allem bei Handgeräten wichtig.
  • immer im Sitzen und angelehnt, den Arm auf dem Tisch ruhend, messen
  • beim Messen nicht bewegen und reden
  • morgens und abends messen - immer zur gleichen Zeit. Morgens vor der Einnahme blutdrucksenkender Mittel messen, damit auch der Blutdruck in den frühen Morgenstunden erfasst wird.
  • Ergebnisse dokumentieren (falls kein Datenspeicher im Gerät vorhanden ist). Der Arzt kann dann sehen, ob die bisherige Behandlung optimal ist oder verändert werden sollte.
Ende der weiteren Informationen

Das sollten Sie wissen, wenn Sie Ihren Blutdruck selbst messen:

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Bluthochdruck behandeln

Liegt tatsächlich eine Hypertonie vor, gibt es eine ganze Reihe von Behandlungsansätzen. Dazu gehören Bewegung, salzarme Ernährung, eine große Bandbreite von Medikamenten oder der Einsatz spezieller Schrittmacher (Barorezeptorstimulation). Daneben haben sich alternative Behandlungsverfahren bewährt, zum Beispiel Entspannungstechniken, regelmäßiges Blutspenden und der klassische Aderlass. Welche Maßnahmen im Einzelfall Erfolg versprechen, müssen Arzt und Patient ausprobieren und im weiteren Verlauf immer wieder kontrollieren.

Nächtlicher Bluthochdruck kann gefährlich werden

Oft nehmen Betroffene viele Medikamente gleichzeitig ein, zum Beispiel eine Tablette fürs Herz, eine zum Entwässern, eine zur Blutverdünnung und eine für den Blutdruck. In der Regel werden die Medikamente am Morgen eingenommen. Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass die Wirkung von Blutdrucksenkern stark von der Tageszeit und dem körpereigenen Rhythmus abhängt. Stellt sich bei der Langzeitblutdruckmessung über 24 Stunden heraus, dass der Blutdruck in der Nacht erhöht ist, ist eine gezielte Behandlung erforderlich - zum Beispiel durch Einnahme der Tabletten am Abend statt am Morgen. Denn ein nächtlicher Bluthochdruck ist für Herz und Gefäße besonders gefährlich.

Wie kann man selbst seinen Blutdruck senken?

Laufen, Radfahren und Schwimmen:

Untersuchungen zeigen, dass eine regelmäßige sportliche Betätigung die Blutdruckwerte um bis zu 20 mmHg senken kann. Geeignet sind Ausdauersport wie Laufen, Radfahren und Schwimmen. Vorsicht ist dagegen bei Sportarten wie Gewichtheben, Kraftsport oder Klettern angebracht: Die statische Belastung kann zu gefährlichen Blutdruckspitzen führen.

Normalisierung des Körpergewichtes:

Pro Kilo Gewichtsverlust sinkt der Blutdruck um 2,5/1,5 mmHg, d. h. bei einer Reduktion des BMI von aktuell 31 auf 27 (entsprechend einem Körpergewicht von 80 Kilo) läge der Blutdruck um 25/15mmHg niedriger und wäre vermutlich normal.

  • Aufgeben des Rauchens
  • Begrenzung des täglichen Alkoholkonsums auf ein Glas Wein
  • vollständiger Verzicht auf Lakritze
  • Aufnahme einer regelmäßigen, ausdauerorientierten körperlichen Aktivität. Die optimale Dosis beträgt dreimal pro Wochen jeweils 20 Minuten.
  • Verzehr von 150g Nüssen / Woche, wobei die dadurch zugeführten Kalorien an anderer Stelle eingespart werden müssen.
  • Genuss von einer (Quer)rippe Zartbitterschokolade/Tag
  • Verzehr von täglich 30 g mittelreifem, d. h. neun bis zwölf Monate altem Grana Padano Hartkäse (Hypertension 2012; 30 [e-Suppl. A]: e376), da dieser Reifegrad die höchste Konzentration von bestimmten Tripeptiden, welche im Zuge des Fermentationsprozesses durch Lactobacillus helveticus anfallen, enthält, die einen ACE-hemmenden Effekt haben.
  • Substitution von Alpha-Linolensäure und Enterolakton durch Einnahme von täglich 30g gemahlenen Leinsamen. Dadurch kann der Blutdruck nach sechs Monaten um 10/7 mmHg gesenkt werden (FLAX-PAD-Studie, Rodriguez et al, AHA 2012).

Autorin: Eva-Maria Siefert.

 Sendung: hr-fernsehen, "Unser Herz - jeder Schlag zählt", 09.01.2019, 21:00 Uhr