Frau hält sich die Hände an den Kopf
Bild © picture-alliance/dpa

Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Halsschmerzen, evtl. mäßiges Fieber, Kopf-, Glieder- und leichte Muskelschmerzen sowie Mattigkeit. Anfangs gleichen sich die Beschwerden bei beiden Krankheiten sehr. Allerdings sind die Symptome bei einer Grippe von Beginn an meist dramatischer.

Harmlose Erkältung oder doch Grippe?

Noch vor dem ersten Niesen oder Husten fühlen sich die Betroffenen richtig krank. Die Beschwerden setzen oft so plötzlich und heftig ein, dass die Patienten sogar die Uhrzeit nennen können. Hinzu kommen:

  • hohes Fieber (über 39 °C)
  • Schüttelfrost
  • Appetitlosigkeit
  • starke Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen
  • schmerzhafte Hustenanfälle
  • Schwächegefühl und oft massive Kreislaufbeschwerden.

Wann zum Arzt?

  • bei sehr hohem Fieber (über 39° C)
  • heftigen Ohren- oder Halsschmerzen
  • starkem Husten, bei eitrigem Auswurf, Atembeschwerden
  • falls sich die Erkältungsbeschwerden nach einigen Tagen nicht bessern
  • wenn das Allgemeinbefinden sehr stark eingeschränkt ist
Weitere Informationen

Vorsicht!

Säuglinge, kleine Kinder, Schwangere, Ältere und Menschen, deren Abwehrsystem durch Vorerkrankungen bereits angeschlagen ist, sollten früher zum Arzt gehen!

Ende der weiteren Informationen

Virusbeobachtung durch WHO

Grundsätzlich ist die echte Grippe weltweit verbreitet und verläuft in so genannten Infektionswellen. Während die Grippeviren in Frühjahr und Sommer die südliche Halbkugel heimsuchen, gelangen sie in den kälteren Monaten auf ihrem Seuchenzug zu uns. Die Ausbreitung der Grippeviren steht unter ständiger Kontrolle der Weltgesundheitsorganisation WHO. Sie bestimmt dann regelmäßig im Februar anhand ihrer Beobachtungen der Grippeaktivität in Asien jene Virenstämme, die uns in der nächsten Grippesaison gefährlich werden können. Und deren Oberflächenantigene unseren Grippeimpfstoff im Herbst dann enthalten müssen. Die Produktion des Impfstoffes mit den neuen Merkmalen dauert etwa ein halbes Jahr. Dann ist der Grippeimpfstoff für diese Saison in Apotheken und beim Arzt zu haben.

Warum die Impfung nur für ein Jahr schützt

Wegen ihrer Wandlungsfähigkeit ändern sich Grippeviren ständig, deshalb schützt die Impfung auch nur vor dem aktuellen Virusstamm. Allerdings bauen Menschen, die sich regelmäßig impfen lassen, eine Art "Grundschutz" auf. Hat derjenige dann eine Impfung ausgelassen und wird von den Grippeviren erwischt, könnte die Erkrankung einen milderen Verlauf nehmen, schätzen Infektionsexperten. In den vergangenen Jahren waren vermehrt Influenza-B-Viren für die Krankheitsausbrüche verantwortlich, der Impfstoff der Saison 2017/18 schützte gegen diese Virusvariante nicht ausreichend. In diesem Jahr gibt es daher auch für Kassenpatienten einen Vierfach-Grippeimpfstoff, der je zwei Influenza-A- und Influenza-B-Typen enthält.

Eine Grippeimpfung ist für folgende Personen zu empfehlen:

  • Menschen, die 60 Jahre und älter sind
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung, also chronisch Kranke (z. B. Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, Asthma, COPD, schweren Herz- Kreislauf-Erkrankungen oder Leber- und Nierenkrankheiten, chronische neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose und Menschen mit Immundefekten)
  • Alle Berufe mit Publikumsverkehr, Beschäftigte im medizinischen Bereich mit Patientenkontakt, z. B. Lehrer, Ärzte und Pflegepersonal
  • Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen
  • gesunde Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel
  • Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln

Der richtige Zeitpunkt für die Impfung

In den vergangenen Jahren hat uns die Grippewelle meist erst nach Silvester erwischt (Ausnahme 2009), weshalb genau jetzt der richtige Zeitpunkt zum Impfen ist. Oktober und November empfiehlt auch die Ständige Impfkommission STIKO und das RKI in Berlin als Impfzeitraum. Denn es dauert etwa zwei Wochen, bis nach einer Impfung der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Geimpft werden sollte nur, wer aktuell gesund ist, also beispielsweise nicht gerade erkältet ist. Im Zweifel immer beim Hausarzt nachfragen. Wer sich dann aber wegen einer akuten Erkrankung jetzt nicht impfen lassen kann, kann das auch noch im Dezember nachholen. Sogar wenn die Grippewelle bei uns schon rollt, kann eine Impfung noch wirkungsvoll sein. Denn zuletzt gab es nach einer Influenza-A-Welle eine zweite Grippewelle mit Influenza-B-Viren. Hier war auch die späte Impfung noch wirksam.

Was können Sie vorbeugend gegen Grippe tun?

Hier geht es einzig um die Stärkung unseres körpereigenen Abwehrsystems, denn bei bereits chronisch Kranken oder sonst „angeschlagenen“ Menschen verläuft die Krankheit wesentlich schwerer. Daher sollten Sie sich den ganzen Winter über ausgewogen und gesund ernähren, mit viel frischem Obst und Gemüse. Ausdauersport mindestens drei Mal pro Woche oder täglich 30 min spazieren gehen. Überhitzte Räume ebenso wie Menschenmassen meiden, insbesondere während der Grippezeit. Meiden Sie übermäßigen Stress, schlafen Sie ausreichend und sorgen Sie für Ihr seelisches Gleichgewicht, denn ausgeglichene Menschen haben ein besseres Immunsystem.

Weitere Informationen

Kontaktadresse

Robert-Koch-Institut (RKI)
Postfach 65 02 61
13302 Berlin
Telefon: 030-187540
Internet: www.rki.de

Ende der weiteren Informationen

Internetlinks:

  • www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-erwachsene/grippe-influenza/infektion/

Internetseite der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung

  • www.influenza.rki.de

Webseite der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI). Hier findet sich eine Deutschlandkarte, die Auskunft über Erkältungs- und Grippeerkrankungen im Land gibt.

Sendung: hr-fernsehen, "service: gesundheit", 08.11.2018 18:50 Uhr