Ein Mann hustet in seine Hand.
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Erreger sind Bakterien der Art Bordetella pertussis. Die Infektion ist hochansteckend und zwar lange bevor die typischen Hustenanfälle auftreten.

Bei Menschen, die nicht dank Impfung oder vorausgegangener Erkrankung geschützt sind, stecken sich vier von fünf Kontaktpersonen an. Die Bakterien befallen die oberen Atemwege, vermehren sich und bilden Giftstoffe, die Schleimhäute und Flimmerhärchen schädigen. Aber auch direkt das Hustenzentrum im Gehirn reizen und so für die charakteristischen Hustenanfälle sorgen.

Kleinkinder besonders empfindlich

Unbehandelt durchläuft die Krankheit drei Stadien und kann bis zu einem Vierteljahr dauern. Viel schlimmer aber ist der Krankheitsverlauf bei Neugeborenen und Säuglingen bis zum sechsten Lebensmonat: Bei ihnen kommt es zu lebensbedrohlichen und nicht selten tödlichen Atemstillständen. Babies haben zudem oft keine typischen Hustenattacken, sondern atmen nur piepsend, da ihre noch engen Atemwege schnell zuschwellen können. Es kommt zu Erstickungsanfällen und lebensbedrohlichen Atemaussetzern - als Komplikation der Sauerstoffunterversorgung im Gehirn auch zu Hirnschäden. Da Keuchhusten durch Bakterien verursacht wird, helfen bestimmte Antibiotika. Trotzdem werden die Hustenanfälle nur langsam gestoppt, denn erst wenn das Bakteriengift in den Schleimhäuten der Atemwege abgebaut ist, hören die Anfälle auf.

Vorsicht auch für Erwachsene!

Hauptüberträger von Keuchhusten sind heute Erwachsene, bei denen die Erkrankung weniger typisch verläuft. Sie haben zwar auch meist einen langandauernden, hartnäckigen Husten, leiden aber auch unter Übelkeit, Würgereiz und Erbrechen. An Keuchhusten denkt da kaum jemand. Da der vor Jahren vorhandene Keuchhustenimpfstoff nicht gut verträglich war, wurden in der Bundesrepublik ab 1974 nur Risikokinder gegen Keuchhusten geimpft. Deshalb haben beispielsweise heute Vierzigjährige oft keinen Impfschutz. Zudem hält die Impfung nicht lebenslang an, sondern nur vier bis 20 Jahre. Tanten, Onkel und Großeltern übertragen deshalb den gefährlichen Erreger oft auf die noch ungeschützten Neugeborenen und Säuglinge.

Nur ein kleiner Pieks …

Impfung
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Bei der Impfung werden heute nur kleine Oberflächenteile des Bakteriums verwendet. Die Impfung ist gut verträglich. Allerdings gibt es den Impfstoff nicht einzeln, sondern nur in Kombination mit einem Tetanus-Diphterie-Impfstoff oder sogar als Vierfach-Impfung mit zusätzlicher Poliomyelitiskomponente. Daran sollte man bei der nächsten Tetanusauffrischung denken.


Filmautorin: Eva Maria Siefert

Sendung: hr-fernsehen, "service: gesundheit", 06.12.2018, 18:50 Uhr