Röntgenbild einer Lungenentzündung
Röntgenbild einer Lungenentzündung Bild © hr

Pneumokken-Bakterien sind der Hauptauslöser für Lungenentzündungen in Deutschland. Risikogruppen wird emfohlen sich impfen zu lassen.

Pneumokokken

Pneumokken-Grafik.
Pneumokken sind Bakterien, die verschiedene Infektionen auslösen können. Bild © hr

Pneumokokken können neben einer Lungenentzündung auch Entzündungen der Nasennebenhöhle, des Mittelohres und der Hirnhaut auslösen. Sogar eine lebensbedrohliche Sepsis ist möglich. Besonders gefährdet sind Kinder unter zwei Jahren, chronisch Kranke, beispielsweise Menschen mit Herz- und Lungenerkrankungen und besonders ältere Menschen ab 60. Pneumokokken gibt es nahezu überall. Sie werden durch Tröpfcheninfektion, etwa beim Husten oder Niesen, übertragen. Die Bakterien finden sich im Nasen-Rachen-Raum vieler Menschen, ohne dass diese daran erkranken. Warum es die einen trifft und die anderen nicht, wird noch intensiv erforscht.

Beschwerden nicht immer eindeutig

Innerhalb weniger Stunden können die Erreger eine lebensgefährliche Lungenentzündung auslösen, die zu einem Organversagen und schließlich zum Tod führen kann. Die Symptome sind nicht immer eindeutig. Meist Husten, Schnupfen, Fieber, Luftnot und Schmerzen. Bei einer atypischen Lungenentzündung können aber auch Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Gliederschmerzen sowie eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustandes im Vordergrund stehen. Auch Verwirrtheit kann auftreten. Wenn die Lunge schon stark eitrig ist, husten die Patienten nicht. Ein Grund, warum die Diagnose häufig dann mit deutlicher Verzögerung gestellt wird.

Risikogruppen sollten sich impfen lassen

Bei einer Entzündung durch Pneumokokken muss schnell gehandelt werden. In der Regel schlägt eine Behandlung mit Antibiotika gut an, doch Resistenzen nehmen zu. Das bedeutet, dass die Medikamente nur eingeschränkt oder gar nicht gegen die Krankheitserreger wirken. Schon deshalb wäre es am besten, wenn bereits geschwächte und vorerkrankte Patienten gar keine Lungenentzündung bekämen. Zumindest bei den Pneumokokken ist das möglich, denn es gibt eine verträgliche Impfung, die ganzjährig erfolgen kann und von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Risikogruppen empfohlen wird. Dazu gehören alle Erwachsenen ab 60 Jahre, Menschen mit Diabetes, chronischen Herz- oder Lungen-Erkrankungen, Leber- oder Nierenkrankheiten und Erkrankungen des Nervensystems. Auch Personen, denen die Milz entfernt wurde oder die an Krankheiten der Milz oder des Knochenmarks leiden, sollten sich impfen lassen. In den ersten drei Tagen nach der Impfung können Abgeschlagenheit, Fieber und Kopfschmerzen sowie Muskel- und Gelenkschmerzen auftreten. Der Pneumokokken-Polysaccharid-Impfstoff PPSV23 schützt vor 23 der wichtigsten Pneumokokken-Typen. Eine Wiederholungsimpfung im Mindestabstand von sechs Jahren ist sinnvoll. Nur spezielle Risikogruppen (zum Beispiel Personen mit einer Immunschwäche) sollten zusätzlich noch einen weiteren Pneumokokken-Impfstoff erhalten. Und zwar einen Konjugat-Impfstoff (PCV13) gegen 13 häufige Pneumokokken-Typen, der schon länger und mit guten Ergebnissen bei Kindern unter fünf Jahren angewendet wird.

Weitere Informationen

Internetlinks

  • Der Lungeninformationsdienst ist eine Kooperation des Helmholtz Zentrum München und dem Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL). Die Plattform bietet aktuelle, wissenschaftlich geprüfte Information aus allen Bereichen der Lungenforschung und Medizin in verständlich aufbereiteter Form und richtet sich an Patienten, Angehörige sowie an die interessierte Öffentlichkeit. Zudem gibt es Patientenforen und die Möglichkeit, direkt in Kontakt mit den Wissenschaftlern zu kommen und individuelle Fragen an sie zu richten. Infos gibt es nicht nur zu Lungenentzündung und COPD, sondern auch zu Asthma, Lungenkrebs oder selteneren Krankheiten wie Lungenhochdruck oder Mukoviszidose.
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Filmautorin: Eva Maria Siefert

Sendung: hr-fernsehen, "service: gesundheit", 06.12.2018, 18:50 Uhr