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Pflegerin schiebt Heimbewohner im Rollstuhl

Doppelbilder, unsicherer Gang, Gefühls- oder Bewegungsstörungen, Missempfindungen, verwaschene Sprache, Verlangsamung im Denken, unerklärliche Müdigkeit, Hörstörungen – die Liste lässt sich schier unendlich fortsetzen. All diese Beschwerden können auf eine Multiple-Sklerose-Erkrankung hinweisen.

Kaum eine andere Krankheit äußert sich so vielfältig. Dabei ist die Multiple Sklerose die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Allein in Deutschland ist rund eine Viertelmillion Menschen zwischen 20 und 60 betroffen, Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer. Im Bereich des Äquators ist die Zahl der Erkrankten geringer, in den USA bei Menschen hispanischer und afroamerikanischer Abstammung seltener.

Schubweiser Verlauf

Ärzte sprechen auch von der Encephalitis disseminata, und dieser Begriff beschreibt das Bild, das sich in CT oder MRT bietet: kleine oder größere helle Entzündungsherde im Gehirn. Bei manchen nur wenige, bei schweren Verläufe manchmal viele Herde. Oder sie liegen im Bereich wichtiger Schaltstellen. Hinter den Aufhellungen verbergen sich Nervenzellen, bei denen die Entzündung zum Verlust der aus Myelin bestehenden Schutzschicht geführt hat. Vergleichbar mit einem Kupferkabel, dem die Isolierung fehlt. Deshalb können Nervenimpulse langsamer weiter geleitet werden und kommen oft nur fragmentiert an. Es fehlt den Zellen die Vernetzung zu anderen Zellen im Gehirn. Typisch ist der schubweise Verlauf. Über Tage nehmen die neurologischen Symptome zu, können dann wieder verschwinden oder auch teilweise oder vollständig bleiben. Ob und wann es zum Schub kommt und wie viel Zeit dazwischen liegt, ist nicht vorhersehbar.

Ziel: frühe Diagnostik und Therapie

Offenbar gibt es vielfältige Faktoren, die für die Erkrankung eine Rolle spielen. Eine Neigung wird vererbt. Inzwischen wurden schon über 100 genetische Variationen identifiziert. Da MS in Äquatornähe deutlich seltener vorkommt, ist ein Einfluss von Vitamin D wahrscheinlich, doch noch ist der genaue Zusammenhang nicht geklärt und noch ist die Krankheit auch nicht heilbar. Nicht zuletzt deshalb ist auch die Meinung noch weit verbreitet, dass MS-Kranke über kurz oder lang unbeweglich im Rollstuhl landen. Das aber stimmt so nicht, was auch an neuen Therapiemöglichkeiten liegt. Zunächst muss aber die Diagnose gestellt werden, und das gelingt früher und besser in einem auf Neuroimmunologische Erkrankungen spezialisierten Zentrum (siehe Linkliste unten).

Die Behandlung der multiplen Sklerose

Bei der MS gibt es mehrere Behandlungsziele:

  1. Eine möglichst lange beschwerdefreie Phase
  2. Bei einem Schub die akute Entzündungsreaktion einzudämmen bzw. zu hemmen
  3. Insgesamt das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten und möglichen Komplikationen vorzubeugen.

Hierzu gehören auf jeden Fall nicht-medikamentöse Therapien wie Physio- und Ergotherapie, Logopädie und Psychotherapie. Neue Medikamente, die das Immunsystem und die Immunreaktion beeinflussen und verändern können, bieten viele neue Chancen.

Weitere Informationen

Kontakt

Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e. V. (DMSG)
Krausenstr. 50
30171 Hannover
Tel.: 0511 9 68 34 0
Fax: 05 11 9 68 34 50
E-Mail: dmsg@dmsg.de
Weitere Infos: www.dmsg.de

Die DMSG hat auch sehr verständliche und neutrale Patienteninformationen über Wirkungen, Nebenwirkungen und Risiken der Wirkstoffe Alemtuzumab, Teriflunomid, Cladribin und Dimethylfumarat erarbeitet und zum kostenlosen Download ins Netz gestellt. MS-Erkrankten werden gebeten, nach der Lektüre eines Patientenhandbuches den beiliegenden Fragebogen sorgfältig auszufüllen, um die Handbücher noch besser auf den Bedarf von MS-Patienten abzustimmen

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Mamma Schulze: Blog von Julia Hubinger, MS-Patientin

Buchtipp:
Julia Hubinger
Alles wie immer, nichts wie sonst: Mein fast normales Leben mit multipler Sklerose
Verlag Eden Books, 1. Aufl. 2017
ISBN-10: 9783959101240
ISBN-13: 978-3959101240
ASIN: 3959101244
Preis: 14,95 €

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Sendung: hr-fernsehen, "service: gesundheit", 07.02.2019 18:50 Uhr