Ein Arzt hat eine Pille in der Hand.

Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck lässt sich mit Medikamenten senken, um lebensgefährlichen Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall vorzubeugen. Doch die Therapie kann unerwünschte Nebenwirkungen haben. service: gesundheit informiert, was Sie bei der Einnahme beachten sollten.

Viele Blutdrucksenker rufen beispielsweise Reizhusten, geschwollene Beine und Verdauungsprobleme hervor. Das Risiko für Nebenwirkungen steigt, wenn Betroffene im Laufe der Zeit Medikamente mit weiteren Wirkstoffen einnehmen oder die Dosis erhöhen müssen.

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Typische Nebenwirkungen von Blutdrucksenkern

Zur Behandlung von Bluthochdruck gibt es verschiedene Arten von Medikamenten, die zu unterschiedlichen Nebenwirkungen führen können:

Alle Wirkstoffe

  • Schwindel, Benommenheit, Blutdruckabfall
  • Allergien, Hautreaktionen
  • Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Durchfall, Verstopfung)


ACE-Hemmer

  • Reizhusten
  • Wassereinlagerungen in der Haut (Angioödem)
  • Erhöhter Kaliumspiegel im Blut


AT1-Antagonisten

  • Husten (selten)
  • Angioödem (sehr selten)
  • Erhöhter Kaliumspiegel im Blut


Kalziumantagonisten

  • Hautrötung mit Wärmegefühl
  • Herzklopfen
  • Kopfschmerzen
  • Verlangsamte Herzfrequenz (bei einigen Wirkstoffen)
  • Verengung der Bronchien
  • Langsamer Herzschlag
  • Verschlechterung bestehender Durchblutungsstörungen in den Extremitäten
  • Müdigkeit, Schlafstörungen
  • Sexuelle Funktions- oder Potenzstörungen
  • Negative Beeinflussung des Zuckerstoffwechsels


Thiaziddiuretika

  • Verringerter Kalium- und/oder Natriumspiegel im Blut
  • Erhöhter Harnsäurespiegel im Blut (Gicht)
  • Verschlechterung des Zuckerstoffwechsels
  • Mundtrockenheit, Durst
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Arzt über Nebenwirkungen informieren

IGeL Leistungen Arzt

Bei Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Blutdrucksenkern sollten Betroffene die Medikamente auf keinen Fall absetzen oder die Dosierung verändern, sondern sofort ihren Arzt informieren.

In vielen Fällen lassen sich Nebenwirkungen reduzieren oder sogar beseitigen, zum Beispiel durch:

  • verträglichere Medikamente von einem anderen Hersteller
  • Wechsel des Wirkstoffs oder der Zubereitungsform
  • geänderte Dosierung
  • anderen Einnahmezeitpunkt

Tipps für die Einnahme von Blutdrucksenkern

  • Therapien ohne Medikamente ausschöpfen, um mit möglichst wenig Blutdrucksenkern auszukommen: mindestens 30 Minuten Bewegung pro Tag oder Ausdauersport, Abnehmen, regelmäßiges Blutspenden oder Aderlass, salzarme Ernährung, Hibiskustee, mindestens 30 Gramm Parmesan pro Tag, Verzicht auf Alkohol und Rauchen.
  • Blutdrucksenker nicht zusammen mit Alkohol einnehmen, sondern im Abstand von mehreren Stunden.
  • Den Einnahmezeitpunkt nicht nach einem festen Zeitplan ausrichten, sondern an den eigenen Lebensrhythmus anpassen, zum Beispiel morgens möglichst bald nach dem Aufwachen und abends kurz vor dem Einschlafen.
  • Bei nächtlichem Bluthochdruck, der laut einer Studie besonders gefährlich für Herz und Gefäße ist, sollte man die Medikamente vor allem am Abend einnehmen.

Sendung: hr-fernsehen, "service: gesundheit", 28.03.2019, 18:50 Uhr