Taubheitsgefühle oder ähnliche Symptome werden oft einem eingeklemmten Nerv zugeschrieben, aber sie können auch Ausdruck neurologischer Erkrankungen sein. Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine davon, eine Autoimmun-Erkrankung, deren Auslöser beispielsweise eine Infektion sein kann. Oder auch eine Myelitis, bei der sich plötzlich das Rückenmark entzündet und Betroffene komplett gelähmt sein können.

Neurolgische Ausfälle können auch auf Multiple Sklerose (MS) hinweisen. Sie ist eine chronisch-entzündliche Krankheit des zentralen Nervensystems, die meist bei unter 40-Jährigen erstmals diagnostiziert wird. Neue Therapiemöglichkeiten können den Verlauf der Krankheit stoppen und ihre Symptome deutlich lindern. Dafür muss die Krankheit aber erst mal erkannt werden. Die Diagnose von MS ist gar nicht so einfach, denn die Erkrankung kann fast jedes neurologische Symptom auslösen – von einem Kribbeln in den Beinen bis zu Sehstörungen. Außerdem verläuft sie bei jedem Menschen anders. Daher wird sie auch die "Krankheit mit 1.000 Gesichtern" genannt.

So kann sie zum Beispiel Muskelschwäche oder Lähmungen, eine Minderung der Sehschärfe bei Beteiligung der Sehnerven (Optikusneuritis), eine krampfhafte Erhöhung der Muskelspannung (Spastik), Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen oder Sprachschwierigkeiten hervorrufen. Wenn neurologische Ausfallerscheinungen stunden- bis tagelang auftreten, dann sollten Betroffene einen Arzt oder Neurologen aufsuchen.

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Unser Gast im Studio

Prof. Dr. med. Uta Meyding-Lamadé
Klinik für Neurologie am Krankenhaus Nordwest
Steinbacher Hohl 2 – 26
60488 Frankfurt
Telefon: 069 76 01 32 46
E-Mail (Sekretariat): ilzhoefer.susanne@khnw.de
Weitere Infos: www.krankenhaus-nordwest.de

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Myelitis / Entzündung im Rückenmark

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Die sogenannte transverse Myelitis (TM) ist eine neuroimmunologische Erkrankung des zentralen Nervensystems. In einem bestimmten Segment ist das gesamte Rückenmark entzündet. Es kommt sowohl zu Störungen und Ausfall der Empfindung als auch der Bewegung. Sehr oft sind die unteren Abschnitte des Rückenmarks betroffen, weshalb es zu Störungen der Erektion, der Harnblase und des Darmes kommen kann. [mehr]


Guillain-Barré-Syndrom

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Das genannte Guillain-Barré-Syndrom (GBS) kommt oft plötzlich: Patienten verspüren Rücken- und Gliederschmerzen, Taubheit und Lähmungen, Arme, Beine, ja sogar innere Organe und die Atmung gehorchen dem eigenen Willen nicht mehr. Sie verlieren die komplette Kontrolle über ihren Körper. Ursache ist eine Entzündung der Nervenwurzeln, die im Rückenmark entspringen und deren vorderer Nervenabschnitte. Pro Jahr erkranken bei uns etwa 1,2 bis 2,3 von 100.000 Personen. [mehr]

Multiple Sklerose

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Die Krankheit verläuft in Schüben und äußert sich bei den Patienten sehr unterschiedlich. Doppelbilder, unsicherer Gang, Gefühls- oder Bewegungsstörungen, Verlangsamung im Denken - all diese Symptome können auftreten. Multiple Sklerose ist die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Allein in Deutschland ist rund eine Viertelmillion Menschen betroffen, besonders viele Frauen. [mehr]

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Kontakt

Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE e. V.)
c/o DRK Kliniken Berlin | Mitte
Drontheimer Straße 39
13359 Berlin

ACHSE-Beratung für Betroffene und Angehörige:
Tel.: 030 330 0708 22/-27
(Mo 13:30 – 17:30 Uhr, M, 10:00 – 12.00 Uhr, 14:00 – 16:00 Uhr)
E-Mail: beratung@achse-online.de
Weitere Infos: https://achse-online.de/

Deutsche Gesellschaft für Neurologie
Geschäftsstelle
Reinhardtstr. 27C
10117 Berlin
Tel.: 030 531 4379 30
Fax: 030 5 31 43 79 39
E-Mail: info@dgn.org
Weitere Infos: www.dgn.org/

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Se-atlas ist ein vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördertes Projekt, das einen Überblick über die Versorgungsmöglichkeiten für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (SE) in Deutschland geben soll. Die Informationsplattform ist seit Februar 2015 online und soll durch Rückmeldungen weiter wachsen. Patienten bekommen dort zum Beispiel Informationen über Schwerpunktambulanzen oder Versorgungszentren in ihrer Nähe.

Das Frankfurter Referenzzentrum für Seltene Erkrankungen (FRZSE) versteht sich als Schnittstelle zwischen zuweisenden Ärzten und den im Klinikum vertretenen Spezialisten. Nach vorausgegangener Anfrage durch den behandelnden Arzt stellt es Kontakt zur richtigen Abteilung her. Möglich ist auch die Empfehlung von Spezialeinrichtungen außerhalb des Klinikums. Wichtig: Patienten selbst können nicht anfragen. Das würde doch die Kapazitäten der kleinen Abteilung hoffnungslos überfordern.

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Moderation: Anne Brüning
Sendung: hr-fernsehen, "service: gesundheit", 07.02.2019, 18:50 Uhr