Waage

Nach Magenbypass, Schlauchmagen und Duodenal Switch purzeln die Pfunde und zwar oft ziemlich schnell. Gerade zu Beginn sind es oft deutlich mehr als ein Kilo täglich. Spätestens nach 20 bis 40 Kilo Gewichtsverlust wird deutlich, dass selbst junge Haut nicht so elastisch ist, dass sich nicht überflüssige und übergroße Falten und Hautlappen zeigen.

Dagegen hilft auch der tägliche Gang ins Sportstudio nur wenig. Nach einem Gewichtsverlust von 50 Kilo bleibt viel überschüssige Haut vor allem an Bauch (sog. Fettschürze), Oberschenkeln und Oberarmen zurück. Nicht immer nur ein kosmetisches Problem, denn liegen Hautfalten übereinander, steigt die Gefahr für Hautinfektionen.

Hautstraffungen seltener von Kasse bezahlt

Deshalb sind nach ausgeprägter Gewichtsabnahme oft weitere plastische Operationen zur Hautstraffung nötig, allerdings muss dafür zunächst das neue Gewicht mindestens ein bis zwei Jahre gehalten werden! Und auch wenn die Krankenkasse die Kosten für die Magenverkleinerung übernommen hat, werden Operationen zur Hautreduktion nur in wenigen Fällen übernommen (nach Expertenmeinung nur bei jedem zehnten Betroffenen!). Dafür muss wieder ein Antrag bei der Kasse gestellt werden, i. d. R. macht das die operierende Klinik. Wird der Antrag abgelehnt, sollte Widerspruch eingelegt werden. Auch hier brauchen Betroffene einen langen Atem. Das Verfahren kann sich über Jahre hinziehen. Viele Patienten sind irgendwann erschöpft und haben das Warten auf ihr neues Leben satt. Sie zahlen dann die Operationskosten aus eigener Tasche. Für die Bauchdeckenstraffung muss man mit Kosten zwischen 7.000 und 10.000 Euro rechnen.

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Gut zu wissen

Was können Sie selbst bei mäßigem Übergewicht tun?

  • frühzeitig Hilfe suchen. Warten Sie nicht ab, bis Sie 20 oder 30 Kilo Übergewicht angesammelt haben. Erste Kontaktperson ist Ihr Hausarzt. Fordern Sie mit Nachdruck, dass dieser Sie zu einem Facharzt z. B. für Ernährungsmedizin überweist.
  • Oft ist auch eine Reha-Maßnahme ein guter Einstieg, um langfristig Gewicht zu reduzieren und Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder einen milderen Diabetes in den Griff zu bekommen.
  • Suchen Sie Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe, fragen Sie nach einer geeigneten Adipositasgruppe. Adressen gibt es beispielsweise auch bei ihrer Krankenkasse.
  • Vereinbaren Sie ein Gespräch mit ihrem Betriebsarzt, gerade größere Firmen bieten oft spezielle Sport- und Ernährungsprogramme an. Ggf. ist auch eine Änderung des Arbeitsplatzes oder der Arbeitszeiten nötig.
  • Führen Sie ein Ernährungstagebuch
  • Treiben Sie regelmäßig Sport
  • Schlafen Sie ausreichend, erlernen Sie eine Entspannungsmethode, um mit dem alltäglichen Stress besser umzugehen
  • Übergewicht hat sehr oft auch psychische Ursachen. Denken Sie auch darüber nach und lassen sich ggf. von einem Psychiater oder Psychotherapeuten helfen
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Sendung: hr-fernsehen, "service: gesundheit", 14.03.2019, 18:50 Uhr