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Beim Niesen baut sich ein enormer Druck auf, den der Körper abgeben muss. Durch die Nase werden Tröpfchen und Fremdkörper bis zu zwölf Meter weit ausgestoßen - mit einer Geschwindigkeit von bis zu 180 Stundenkilometern.

Hält man sich beim Niesen die Nase zu, geht der Druck in Richtung Nebenhöhlen und Mittelohr und kann sogar das Trommelfell platzen lassen. Außerdem können Fremdkörper in die Nebenhöhlen gelangen und dort eine Entzündung auslösen.

Niesen: Den Reiz unterdrücken

Der Niesreiz lässt sich nur kurzfristig unterdrücken, indem man beim Kribbeln in der Nase vor dem Luftholen schnell die Finger auf die Nasenwurzel legt oder die Zunge nach oben gegen den Gaumen drückt. Doch auf Dauer hilft auch das nicht: Der Niesreiz kommt immer wieder und verstärkt sich oft noch.

Nach dem Luftholen lässt sich der Niesreiz nicht mehr unterdrücken. In diesem Fall sollte man dem Druck freien Lauf lassen. Zum Abfangen von Keimen und Fremdkörpern ist ein Taschentuch praktischer als die Armbeuge, weil es das Niesgeräusch stärker dämpft.

Niesen: Laut oder leise?

Ob ein Mensch mit einem zarten "Hatschi" niest oder mit einem urgewaltigen Getöse die Wände wackeln lässt, hängt von vielen Faktoren ab, vor allem von seinem Körperbau und seiner Fähigkeit zur Selbstkontrolle. Auffällig ist, dass die meisten Menschen zu Hause deutlich heftiger niesen als in der Öffentlichkeit. Der Lärmpegel lässt sich also willentlich beeinflussen.

Warum wir mehrmals niesen

Dass man oft mehrmals nacheinander niesen muss, erklären Wissenschaftler so:

  • Das erste Niesen löst einen Fremdkörper von der Nasenschleimhaut.
  • Das zweite Niesen transportiert ihn in Richtung Nasenspitze zum Ausgang.
  • Das dritte Niesen befördert den Fremdkörper schwungvoll aus der Nase.

Sitzt der Auslöser nicht so tief in der Nase, reichen oft schon ein oder zwei Nieser.

Anfallartiges Niesen bei Heuschnupfen

Von anfallartigem Niesen sind vor allem Allergiker betroffen, die ein Heuschnupfen plagt. Aber auch einige Epileptiker leiden unter Niesanfällen. Häufiges Niesen ohne Anlass kann auch auf einen nervösen Tick zurückzuführen sein.

Sendung: hr-fernsehen, "service: gesundheit", 08.11.2018 18:50 Uhr