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zum Video Das Vegan-Experiment

Immer häufiger greifen wir zu veganen Lebensmitteln im Supermarkt – auch wenn wir keine Veganer sind. Aber was bedeutet es eigentlich, wenn man wirklich versucht, sein Leben umzustellen? Unser Kurzzeit-Experiment: eine Woche vegan.

Vegan – was bedeutet das?

Vegan ist längst kein kurzweiliger Trend mehr – vielmehr ist es eine Lebenseinstellung, die in der Gesellschaft angekommen zu sein scheint. Angesichts diverser Lebensmittelskandale im Zusammenhang mit Fleischkonsum und der Massentierhaltung setzen sich immer mehr Menschen mit ihrer Ernährung auseinander und entscheiden sich bewusst dafür, den Gebrauch von Tieren und tierischen Produkten zu vermeiden. Das bedeutet nicht nur kein Fleisch, keinen Fisch mehr zu essen und auf eine pflanzliche Basis umzustellen. Es meint auch im Alltag Gegenstände und Produkte zu benutzen, die ohne tierische Inhaltsstoffe und ohne Tierversuche hergestellt wurden. Vegan zu leben bedeutet also auch auf Leder, Wolle, herkömmliche Cremes, Klebstoff oder Waschmittel zu verzichten – und stattdessen auf tierlose Alternativprodukte zu setzen.

Gründe für einen veganen Lebensstil

Dass Menschen auf tierische Produkte verzichten, hat verschiedene Beweggründe: Die Idee von Veganismus ist, dass kein Tier gequält oder getötet werden muss, nur damit wir daraus einen Nutzen ziehen und das eigene Leben ermöglicht wird. Es hat einerseits also ethische und moralische Motivationsgründe, andererseits bemüht sich die vegane Lebensweise um den Schutz der Umwelt. Durch die Vieh- und Massentierhaltung werden nicht nur große Waldflächen zerstört und die Natur durch freigesetzte Treibhausgase belastet, die Tierhaltung zur Fleischproduktion verbraucht auch viel Energie und Wasser. Deutlich mehr als eine Ernährung ohne Fleisch.

Essen Vegetarier und Veganer eigentlich gesund?

Gesichert ist, dass eine vegetarische Ernährungsweise im Vergleich zur üblichen Durchschnittsernährung (z.B. mit viel Fleisch) die gesündere Alternative ist.

Welche Risiken birgt eine vegane Ernährungsweise?

Veganer brauchen ein gutes Ernährungswissen. Im Vergleich zu einer durchschnittlichen Ernährung nehmen Veganer häufig weniger Eisen, Calcium, Jod, Vitamin B2, Vitamin B12, Vitamin D, Zink und Omega-3-Fettsäuren auf. Daher sollte insbesondere bei diesen Vitaminen und Mineralstoffen auf eine ausreichende Bedarfsdeckung geachtet werden.

Problematisch ist nur die Zuführung von Vitamin B12, da es beinahe ausschließlich in tierischen Produkten vorkommt. Vergorenes, wie z.B. Sauerkraut und bestimmte Algenarten, enthalten relativ hohe Mengen an Vitamin B12. Ob der Körper es tatsächlich aufnehmen kann, ist allerdings noch nicht erwiesen. Veganer sind also vor allem auf mit Vitamin B12 angereicherte Nahrungsergänzungsmittel angewiesen, um ihren Bedarf zu decken.

Hier versteckt sich Tier

Wer vegan lebt, der will auf tierische Produkte bei seinen Einkäufen verzichten. Manchmal ist es aber nicht so einfach zu erkennen, in welchen Lebensmitteln und Alltagsgegenständen sich tierische Inhaltsstoffe befinden. Tierische „Nebenprodukte“ werden zum Beispiel an Lebensmittel- und Kosmetikhersteller verkauft. Die tierischen Fette finden sich dann in unserem Weichspüler und Reinigungsmittel als Schmutzlöser wieder, die Fischschuppen im Nagellack oder Wachs aus Bienenwaben im Lippenstift, das Knochenmehl als Schleifsubstanz in der herkömmlichen Zahnpasta, die Gelatine zur Klärung in Wein und Saft. Und selbst in unseren Handys, Computern oder Kameras kann sich tierisches Cholesterin befinden – in Form von flüssigen Kristallen für LED-Bildschirme.

Sendung: hr-fernsehen, "service: trends", 27.03.2019, 18:50 Uhr