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zum Video Histaminunverträglichkeit

Prof. Dr. med. Ludger Klimek

Histamin ist ein Eiweißstoff der in unserem Körper produziert wird und hauptsächlich als Botenstoff dient. Zudem kommt Histamin in vielen Lebensmitteln vor. Besonders leicht verderbliche oder fermentierte Lebensmittel wie Fisch, Sauerkraut, Rotwein, gereifter Käse, Wurst, aber auch Spinat, Tomaten und Avocado enthalten Histamin.

service: trends hat den Präsidenten des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen, Prof. Dr. Klimek, zum Thema Histaminunverträglichkeit befragt.

Wie wirkt sich die Histaminunverträglichkeit auf den Körper aus?

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Mann mit Sodbrennen hält sich die Hand vor den Bauch
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Histamin hat sehr vielfältige Wirkungen im Körper und somit können auch vielfältige Beschwerden ausgelöst werden, beispielsweise im Magen-Darm-Bereich: Durchfall oder Bauchschmerzen können als Symptome auftreten. Histamin kann sich auch auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. Man kann beispielsweise einen zu niedrigen Blutdruck, Kreislaufprobleme, Hautausschläge, Rötungen oder Herzrasen bekommen. Insgesamt sind es sehr vielfältige Symptome, die eine Diagnose sehr erschweren.

Welche Gefahren birgt die Histaminunverträglichkeit?

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Anatomische Darstellung des Darmsystems.
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Histaminintoleranz kann vielfältige Beschwerden auslösen. Damit sind in vielen Fällen auch soziale Einschränkungen verbunden. Einige Patienten trauen sich kaum mehr auf Einladungen zu reagieren oder im Restaurant essen zu gehen. Das Histamin kann zudem sehr schwere – pseudoallergische, allergieähnliche – Symptome auslösen, bis hin zum allergischen Schock. Dieses Phänomen einer Histaminvergiftung kommt zum Glück relativ selten vor.

Wie hoch ist der Leidensdruck für die Patienten?

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Ein Supermarktregal mit Nahrungsmitteln
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Es gibt Patienten, die einen extrem hohen Leidensdruck haben, die schon nach jedem Essen Bauchschmerzen haben oder Durchfall bekommen. Aufgrund der Unverträglichkeit verzichten einige von ihnen auf gesunde und vitaminreiche Nahrungsmittel und ernähren sich sehr ungesund.

Wie verhält es sich mit der Histaminintoleranz in der Schwangerschaft?

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Schwangere Frau legt ihre Hände auf ihren Bauch
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Die Histaminintoleranz in der Schwangerschaft stellt ein besonderes Problem dar. Zwischen dem Immunsystem und dem Hormonsystem gibt es sehr enge Verflechtungen, weshalb Patientinnen in der Schwangerschaft auch empfindlicher auf Histamin reagieren können. Es kann aber auch das Gegenteil vorkommen: Einige Patientinnen berichten in der Schwangerschaft von einer Verbesserung. Das hängt damit zusammen, dass in der Schwangerschaft so viele hormonelle Umstellungsprozesse stattfinden, dass man gar nicht genau vorhersagen kann, wie die sich letztlich auswirken. Tatsächlich ist es aber so, dass die Schwangerschaft von der Behandlung her problematisch ist, weil bestimmte Medikamente nicht so einfach zur Behandlung eingesetzt werden können.

Wo liegen die Unterschiede zwischen der Intoleranz und der Allergie?

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Schüler in einer Ganztagsschule essen in der Mensa
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Der Unterschied liegt darin, dass bei einem Allergiker (beispielsweise beim Heuschnupfen) das Immunsystem ein Allergen (in dem Fall Pollen) bewusst angreift und dann in den eigenen Körperzellen, in der Nasenschleimhaut Histamin freigesetzt wird. Bei der Histaminunverträglichkeit wird das Histamin in den Körper aufgenommen, beispielsweise mit der Ernährung. Die Reaktion, die der Körper erfährt, ist fast identisch. Aber, es ist nicht ein bewusstes Angreifen des Körpers dieser Substanz, sondern er wird mit Histamin überflutet und überfordert.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

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Verschiedene Tabletten in ihrer Verpackung
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Die Histaminintoleranz ist meist schwierig zu behandeln. Letztlich werden drei Säulen zur Behandlung angewendet: Zunächst soll übermäßiges Histamin vermieden werden, wo immer es geht. Das zweite ist, die Histaminfreisetzung im Körper zu reduzieren. Und zuletzt kann die schädliche Wirkung des Histamins durch Medikamente wie Antihistaminika aufgehoben werden.

Wie wirkt sich Sport bei Histaminunverträglichkeit auf den Körper aus?

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service: trends Fitness
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Es gibt Patienten, die nach starker körperlicher Belastung oder Sport entsprechende Symptome haben. Trotzdem wird den Patienten mit Histaminintoleranz empfohlen Sport zu treiben, vor allem Ausdauersport, wie Joggen oder Radfahren. Das ist deswegen gut geeignet, weil durch die Bewegung auch andere Stoffwechselprozesse anregt werden, die der Histaminintoleranz entgegenwirken.

Weitere Informationen

Kontakt

Prof. Dr. med. Ludger Klimek
Zentrum für Rhinologie und Allergologie
An den Quellen 10
65183 Wiesbaden
Telefon: 0611 308 608 0
E-Mail: info@allergiezentrum.org

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Sendung: hr-fernsehen, "service: trends", 23.01.2019, 18:50 Uhr