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Vorsicht vor unseriösen Krebstherapien mit neu entdeckten Naturstoffen. Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die ihre Wirksamkeit belegen.

Moderatorin Miriam Pielhau hatte den großen Wunsch weiterzuleben und ihren Krebs zu besiegen. Die Brustkrebserkrankte hatte große Hoffnungen auf ein neues Mittel namens GcMAF gesetzt. Hinter dem Kürzel verbirgt sich ein Stoff, den einige Ärzte, Heilpraktiker und Forscher bis heute im Internet als Wundermittel gegen Krebs bewerben. Der Stoff wird aus Blutplasma gewonnen. Er soll das Immunsystem stärken und bösartige Krebszellen bekämpfen.

Über ihre neue Therapie berichtet Miriam Pielhau auch in ihrem Buch. Ihre beste Freundin Eva Imhof erinnert sich daran, wie sehr Miriam Pilhau an ihre Rettung geglaubt hatte. Obwohl sie GcMAF viele Wochen bekommt, stirbt sie im Juli 2016. Die Hersteller bewerben GcMAF weiterhin als wissenschaftlich getestetes Heilmittel, was zahlreiche Studien beweisen würden. Die erfahrene Krebsärztin Jutta Hübner, die am Universitätsklinikum Jena alternative Krebstherapien erforscht, hat diese vermeintlichen Studien zu GcMAF geprüft und für schlecht befunden, denn es würden nur Einzelfälle betrachtet und ungeeignete Untersuchungsmethoden angewendet. Ein Laie könnte jedoch darauf hereinfallen, weil sie in englischer Sprache verfasst sind. Der Experte erkennt allerdings sofort den Unterschied zu einem fundierten wissenschaftlichen Artikel.

Medwatch ist eine Plattform im Internet, der Ärzte und namhafte Pharmakologen, wie Jutta Hübner und Gerd Glaeske, angehören. Medwatch scannt das Internet regelmäßig nach gefährlichen und unseriösen Heilversprechen in allen medizinischen Bereichen ab, um Verbraucher und sterbenskranke Menschen vor ominösen Heilmitteln zu warnen. Gerd Glaeske warnt ebenfalls eindringlich vor dem vermeintlichen Wundermittel GcMAF, denn es wirke hochätzend und zerstöre den Körper, sagt der Pharmakologe. Es habe zudem sehr gefährliche Begleiterscheinungen, weshalb man von diesem Mittel wirklich Abstand nehmen solle. Im Grunde sei es ein Reinigungsmittel für den Sanitärbereich, aber für den Körper, für die Physiologie und für die Behandlung von Krankheiten völlig ungeeignet und gefährlich.

Weitere Informationen

Infos unter: www.medwatch.de

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Mit der Hoffnung Geschäfte machen

Im Netz werden unzählige alternative Krebstherapien angeboten, dazu gehören beispielsweise auch Heilpilze. Der Reishi soll Krebs sogar besiegen können. Auf der Homepage der Anbieter findet man zahlreiche Erfahrungsberichte und es ist sogar die Rede von einer vollständigen Heilung. Für todkranke Menschen sind solche Versprechen oft die letzte Hoffnung. Gerd Glaeske kritisiert, dass mit dieser Hoffnung Geschäfte gemacht werden. Denn einige Patienten mit onkologischen Erkrankungen würden sogar auf die übliche, bewährte medizinische Therapie verzichten und ausschließlich alternative Methoden anwenden, was sehr problematisch wäre. Es gebe Studien, die zeigen, dass die Lebenserwartung onkologischer Patienten, die ihr Heil in solchen alternativen Therapien suchen, deutlich verkürzt sei. Denn die heilende Wirkung von Pilzen bei Krebserkrankungen sei in keiner seriösen Studie belegt.

Pharmakologe Gerd Glaeske warnt auch vor Vitamin B 17 oder Amygdalin. Ein Stoff, der auch in den Kernen von Bittermandeln und Aprikosen vorkommt. Er wird im Internet als Wunderwaffe im Kampf gegen Krebs beworben und in Form von Kernen oder Tabletten teuer verkauft. Allein der Begriff Vitamin führt in die Irre, denn es handelt sich um kein wirkliches Vitamin, also einen Stoff, den der Körper dringend benötigt. Vielmehr kann die Substanz zu erheblichen Schäden im Körper führen, denn er hat eine ganz enge chemische Verbindung zur Blausäure, welche eigentlich ein Gift ist. Die Anbieter behaupten, dass die Blausäure oder der blausäureähnliche Stoff die Krebszellen vernichten würde, was sich allerdings nicht bewahrheitet. Somit stellt Amygdalin eine Belastung für den Körper dar und es kann sogar zu Vergiftungen kommen, wenn man ihn über eine längere Zeit einnimmt. Eine wirkungsvolle Krebstherapie sieht anders aus.

Unser Fazit: Es empfiehlt sich immer, einen prüfenden Blick auf die Homepage der Anbieter zu werfen. Zertifizierte Seiten, das heißt geprüfte Seiten, erkennt der Verbraucher an der Abkürzung HON, die sich entweder am oberen oder unteren Ende der Internetseite befinden sollte. Die Abkürzung HON, heißt übersetzt: health on the net. Dieses eingeblendete HON-Siegel der Stiftung Health On the Net zeigt, dass diese Homepage von wirklichen Experten kommt und vertrauenswürdig ist. Die Zertifizierung der Organisation ist international anerkannt und bestätigt, dass die entsprechende Seite sich an die Prinzipien des HON-Codes hält, d.h. es wurde geprüft, dass:

  • Autoren und Redakteure qualifiziert sind.
  • die Webseite das Arzt-Patient-Verhältnis lediglich ergänzt und nicht ersetzt.
  • die Webseite mit persönlichen Daten ihrer Benutzer vertraulich umgeht.
  • die Quellen der veröffentlichten Informationen angegeben wurden.
  • die Behauptungen über Vor- und Nachteile von bestimmten Produkten oder Behandlungsmethoden mit stichhaltigen Begründungen untermauert werden.
  • der Name des Webseitenherausgebers und eine Kontaktadresse angegeben sind.
  • Werbung vom Inhalt der Webseite getrennt ist.

Erst wenn all diese Voraussetzungen erfüllt sind, erhält der Seitenbetreiber die Genehmigung das HON-Siegel zu tragen. Da allerdings auch Siegel im Netz gefälscht werden, sollte unbedingt immer überprüft werden, ob das Siegel aktuell ist. Hierfür klickt man auf das Siegel und erhält genauere Informationen zur Zertifizierung der Seite.

Weitere Informationen

Sehr gute Informationen finden sie auch auf den Seiten des Krebsinformationsdienst: www.krebsinformationsdienst.de

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Sendung: hr-fernsehen, "service: trends", 13.03.2019, 18:50 Uhr