Massage im Büro
Entspannung im Büro... Bild © Colourbox.de

Wenn der Rücken schmerzt, kommt der Therapeut ins Haus. Wir haben einige mobile Massagepraxen getestet

Moderator Mathias Münch wird von drei mobilen Wellness-Masseuren in die Mangel genommen. Sie bieten ihre Dienste im Internet an. Für eine Stunde Massage zahlt man rund 70 Euro. Die Masseure kommen dann zum vereinbarten Termin mit eigener Liege oder Stuhl in die heimischen vier Wände oder ins Büro. Wie gut ihre Dienste sind, wollen wir testen.

Das Büro, in dem die Massagen durchgeführt werden, haben wir vorher mit versteckten Kameras ausgestattet. Die entstandenen Aufnahmen führen wir anschließend unserem Experten Julian Ehrich, einem examinierten, medizinischen Masseur aus Langenselbold, vor. Er hat eine zweieinhalbjährige Ausbildung absolviert und weiß, dass Wellness-Masseure aus privaten Schulen Schmerzen nicht behandeln dürfen. Den ersten Masseur weist Mathias Münch gleich zu Beginn der Behandlung auf seine schmerzhafte Muskelverletzung am Oberschenkel hin. Der Masseur rät zwar zum Arzt zu gehen, wenn die Schmerzen anhalten sollten, beginnt dann aber dennoch zu behandeln. Aber genau das darf er nicht, denn Wellness-Masseuren ist das Therapieren von Beschwerden nicht erlaubt. Das weiß der Masseur zwar, gibt aber zu, dass es zu wenige medizinische Masseure gäbe und die Wellness-Masseure daher in diese Lücke gestoßen seien.

Über eine Agentur für mobile Massagen bestellt Mathias Münch den nächsten Masseur, der mit einem Massagestuhl kommt. Gleich zu Beginn der Behandlung zieht er sein Hemd aus und wechselt die Oberbekleidung. Auch das ist aus Sicht des Experten keine geeignete Umgangsform. Allerdings muss sich Mathias bei diesem Masseur nicht entkleiden, denn es wird durch die Kleidung hindurch massiert. Aber der Masseur rückt seinem Kunden zu dicht auf den Leib und hält nicht den erforderlichen Abstand ein. Seine Massage ist eine Mischung aus "Shiatsu" und "Triggerpunkt", also wieder manipulative Griffe, die ein Wellness-Masseur ohne entsprechende Ausbildung nicht ausführen darf. Nebenbei erzählt der Masseur, dass er auch mit Froschgift arbeitet. Aber sowohl die Behandlung als auch die Beschaffung seien illegal. Nicht nur von dieser zweifelhaften Therapie rät Experte Julian Ehrich eindringlich ab, sondern auch von einem Masseur, der solche zweifelhaften Therapien überhaupt anbietet.

Der letzte Masseur wartet mit einer deutlich stabileren, beheizbaren Liege und einer großzügigen Ausstattung von Handtüchern auf. Seine Massage überschreitet keine therapeutischen Grenzen und auch in punkto Hygiene ist hier nichts einzuwenden.

Das Fazit: Zwei von drei Wellness-Masseuren sind in unsere Stichprobe negativ aufgefallen. Wer akute Rückenschmerzen hat, sollte auf jeden Fall erst einmal einen Facharzt aufsuchen und dann mit einem Rezept zum medizinischen Masseur oder zu einem Physiotherapeuten, alternativ zum Heilpraktiker gehen. Wer nur Entspannung sucht, der kann auch einen Wellness-Masseur buchen, am besten einen mit einer tollen, beheizbaren Liege.

Sendung: hr-fernsehen, "service: trends", 13.03.2019, 18:50 Uhr