Bellende Hunde, quakende Frösche oder krähende Hähne können Anwohnern den letzten Nerv und auch den Schlaf rauben.

Tierärger bedeutet für viele Lärm oder Gestank in direkter Nachbarschaft. Aufreger sind auch Sachschäden, beispielsweise am Auto, wenn sich der Marder im Motorraum einnistet. Das kann hohe Reparaturkosten nach sich ziehen.

Ob Haus-, Bauernhof- oder Wildtiere - "service: trends" klärt über die Rechte und Pflichten von Tierhaltern und Geschädigten auf. Im Studio gibt Rechtsanwalt Kay Rodegra Tipps, was zu tun ist und welche Versicherung im Ernstfall greift.

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UNSER GAST IM STUDIO

Kay P. Rodegra
Rechtsanwalt
Schweinfurter Str. 6
97080 Würzburg

Telefon: 0931/ 4654218
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Infos unter: www.rodegra-law.de

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Die Beiträge aus der Sendung

Ärger um freilaufende Hunde

Hundewelpe

Freilaufende Hunde, die Spaziergängern zu nahe kommen oder Fahrradfahrer zur Vollbremsung zwingen, sind vielen Menschen ein Dorn im Auge. Welche Pflichten haben Hundebesitzer und wie verhalte ich mich in solchen Situationen, wenn ich Angst vor Hunden habe? [mehr]

Wildtiere in Haus und Garten

Waschbär

Wildtiere wie Waschbären oder Wildschweine trauen sich immer häufiger in Wohngebiete und beschädigen Haus und Garten. Wie kann ich mich davor schützen und an wen wende ich mich, wenn der Schaden bereits angerichtet ist? [mehr]

Marderschaden am Auto

Steinmarder

Auch der Steinmarder hält sich gern in Menschennähe auf und sucht sich einen gemütlichen Unterschlupf – beliebt ist der Motorraum von Fahrzeugen. Besonders jetzt im Herbst, wenn die Außentemperaturen deutlich abnehmen, quartiert er sich dort ein. Für den Autobesitzer kann dieser Untermieter ganz schnell zum teuren, manchmal sogar gefährlichen Ärgernis werden. [mehr]

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Gut zu wissen

Was muss ich (nicht) akzeptieren?

Grundsätzlich gilt Hundebellen als „artgerechtes Verhalten“ und muss akzeptiert werden, da ein Unterlassen nicht verlangt werden kann. Jedoch muss der Lärm nur bis zu einem bestimmten Maße in Kauf genommen werden. Tierhalter sind grundsätzlich dazu verpflichtet für Ruhe zu sorgen und auf die Nachbarn Rücksicht zu nehmen. Während der Ruhezeiten, vor allem während der Nachtruhe, ist anhaltendes Hundegebell unzulässig.

Wenn der Tierlärm über ein erträgliches Maß hinausgeht, sollten Sie zunächst das Gespräch mit dem Halter suchen. Möglicherweise kann durch eine Schulung, die Beaufsichtigung oder eine anderweitige Unterbringung eine Besserung der Situation eintreten. Stoßen Sie auf Ignoranz und Unverständnis, kontaktieren Sie den Vermieter oder die Ordnungsbehörde.

Auch bei anderen Ärgernissen durch Tiere wie Geruchsbelästigungen oder ständige Verschmutzungen, kann bzw. muss der Vermieter eingreifen und den Halter abmahnen.

Lärmbelästigungen durch Tierhaltung können grundsätzlich jedoch nur verboten werden, wenn eine wesentliche Beeinträchtigung in der Benutzung des Grundstücks oder sogar eine Schädigung der Gesundheit vorliegt. Ob Ärgernisse durch Nutztierhaltung in der Nachbarschaft toleriert werden müssen, hängt von der Wohngegend sowie der Anzahl der Tiere ab. Auf dem Land gilt beispielsweise das Hahnenkrähen als ortsüblich, in städtischen Wohngebieten muss ein Hahn nicht geduldet werden.

Das sogenannte „nachbarrechtliche Gemeinschaftsverhältnis“ verpflichtet Nachbarn zur gegenseitigen Rücksichtnahme. Anders als Hunde gelten beispielsweise Katzen als streunende Tiere. Von ihnen kann nicht verlangt werden, dass sie sich aus fremden Gärten fernhalten. Jedoch endet diese Duldungspflicht, wenn Schaden angerichtet wird. Dieser muss dann vom Halter ersetzt werden, wenn handfeste Beweise vorgelegt werden können.

Haftpflichtversicherung: Muss mein Tier versichert werden?

Wenn ein Mensch oder ein anderes Tier verletzt oder ein Gegenstand beschädigt wird, muss der Tierhalter für die Kosten haften. Bei Schäden, die durch kleinere Haustiere wie Kaninchen, Katzen oder Vögel verursacht wurden, setzt in der Regel Ihre Privathaftpflichtversicherung ein. Schäden, die von größeren Tieren angerichtet werden, sind hierdurch nicht abgesichert. Daher gibt es eigene Haftpflichtversicherungen speziell für Tiere. Ob Verkehrsunfall, Bisswunde, zerrissene Kleidung oder ein durchbrochener Zaun, Haftpflichtversicherungen für Hund oder Pferd übernehmen die Folgekosten. In besonders ungünstigen Fällen können die Forderungen des Geschädigten existenzbedrohende Summen erreichen. Die Beitragshöhe der Versicherung hängt von der Art bzw. der Rasse des Tieres ab. Eine sinnvolle Deckungssumme liegt etwa bei 5 Millionen. Bei einem Hund landen Sie da bei einer Beitragshöhe von 40 bis 100 Euro im Jahr, bei einem Pferd zahlen sie etwa das Doppelte.

Tiere am Arbeitsplatz

Laut Untersuchungen können Hunde am Arbeitsplatz das Betriebsklima positiv beeinflussen. Doch als Mitarbeiter hat man kein Recht darauf, seinen Vierbeiner mitzubringen. Der Arbeitgeber kann das Mitbringen des Tieres untersagen. Es bedarf einer ausdrücklichen Genehmigung. Diese kann im Nachhinein widerrufen werden, wenn sich zum Beispiel ein Mitarbeiter vom Tier bedroht fühlt oder eine Hundeallergie entwickelt. Auch starke Verunreinigungen oder eine unzumutbare Geruchsbelästigung durch den Vierbeiner können zu einem Verbot führen.

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Moderation: Mathias Münch

Sendung: hr-fernsehen, "service: trends", Mittwoch, 26.09.2018, 18:50 Uhr