Ein Paar steht vor einem Reisebüro

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Wohin in den Sommerferien? Wer früh plant, hat die Auswahl. Beliebte Ziele, spezielle Bedürfnisse und Tricks bei der Buchung. "service: trends" hat eine Familie bei ihrer Urlaubsplanung begleitet.

Für wen lohnt frühes Buchen?

Je früher gebucht, desto günstiger die Flugtickets. Was für Flugreisen gilt, ist bei Pauschalreisen nicht die Regel. Denn Reiseveranstalter können, je nach Buchungslage im Laufe des Jahres, ihre Preise verändern, unabhängig davon, was in den Katalogen abgedruckt ist. Sind die Frühbucherfristen bereits verstrichen, werden, abhängig von der Nachfrage, oft noch die Preise reduziert.

Trotzdem – das frühe Buchen macht für diejenigen Sinn, die zeitlich unflexibel, beispielsweise auf die Sommerferien angewiesen sind und Urlauber, die besondere Wünsche, wie beispielsweise Familienzimmer, haben. Hier gilt: Wer früh dran ist, hat die Auswahl und kann aus den Vollen schöpfen.

Ein Ehepaar oder zwei Freunde, die sich ein Doppelzimmer teilen und zeitlich flexibel sind, können auch kurzfristig ein gutes, vielleicht sogar das besseres Schnäppchen ergattern.

Wie hoch darf die Anzahlung einer Reise sein?

Was viele nicht wissen: Die Anzahlung darf nicht „unangemessen hoch“ sein. Mehr als 20 Prozent können nicht verlangt werden, außer der Veranstalter liefert eine entsprechende Begründung.

Zudem muss (seit Änderung des Reiserechts im letzten Sommer) erst ein sogenannter "Sicherungsschein", der Urlauber vor Insolvenz des Veranstalters beziehungsweise des Reisebüros schützt, vorgelegt werden. Anders ist die Rechtslage bei Buchung einer Ferienwohnung. Hier wird in der Regel ein Mietvertrag abgeschlossen und die Anzahlungsmodalitäten können ganz andere sein. Besondere Vorsicht ist dort bei hohen Anzahlungen geboten, vor allem, wenn die Unterkunft im Ausland liegt und das Recht des jeweiligen Landes gilt.

Wann kann eine andere Person die gebuchte Reise antreten?

Was bei separat gebuchten Flügen im Ermessen der Airline liegt, ist bei einer Pauschalreise Kundenentscheidung. Dieser kann verlangen, dass die gebuchte Pauschalreise von einer anderen Person übernommen wird. Einzige Ausnahme: die Änderung wird zu kurzfristig angemeldet. Beträgt der Zeitraum bis zur Abreise weniger als eine Woche, muss der Veranstalter dies nicht akzeptieren.

Wie hoch dürfen die Stornokosten sein?

Auch wenn manche Airline oder manches Hotel auf seiner Internetseite Gegenteiliges behauptet: Stornokosten dürfen nicht bei 100 Prozent liegen. Bei Pauschalreisen müssen diese vereinbart sein. Grundsätzlich gilt: Je näher der Abreisezeitpunkt rückt, desto höher werden die Stornokosten.

Wann macht eine Reiserücktrittskostenversicherung Sinn?

Bei teuren Reisen, zum Beispiel bei Kreuzfahrten, kann eine Reiserücktrittsicherung sinnvoll sein. Denn diese Versicherung übernimmt die Kosten für eine eventuelle Stornierung der Reise. Auch wer mit Kindern reist, hat oft ein größeres, unkalkulierbares Risiko. Je früher man bucht, desto eher kann sich die persönliche Lage verändern. Der große Vorteil: Wer eine solche Versicherung hat, kann von der Reise zurücktreten, zum Beispiel bei Erkrankung oder einem Todesfall im engeren Familienkreis. Aber auch besondere Ereignisse wie der überraschende Arbeitsplatzverlust, wie Brand oder Hochwasser sollten mitversichert sein.

Wann kann man eine Reise kündigen?

Tritt nach der Buchung der Pauschalreise ein unvorhersehbares Ereignis ein, dass die Reise gefährlich macht oder erheblich beeinträchtigt, kann der Urlauber den Reisevertrag wegen "höherer Gewalt" kündigen. Man bekommt dann seinen Reisepreis zurück und muss keine Stornokosten zahlen. Dies gilt zum Beispiel bei Epidemien, Naturkatastrophen, Reaktorunfällen, kriegsähnlichen Zuständen und politischen Unruhen. Einzelne Terroranschläge oder die persönliche Angst vor Unruhen in einem Land reichen für eine Kündigung nicht aus. Ein Indiz für einen Fall der höheren Gewalt ist eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Wer sich vorab über die Situation im Reiseland informieren will, kann das über die Seite des Auswärtigen Amts tun.

Aktuelle Reisewarnungen finden Sie auf der Webseite des Auswärtigen Amtes.


Sendung: hr-fernsehen, "service: trends", 09.01.2019, 18:50 Uhr