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Bettwanzen galten lange als so gut wie ausgerottet, doch seit Ende der neunziger Jahre hat der Befall weltweit wieder stark zugenommen. Nach Reisen sind die Wanzen oft ein ungewolltes Mitbringsel: Sie verstecken sich in Koffern und Klamotten und nisten sich dann in unseren Wohnungen ein. Die Parasiten sind nur wenige Millimeter groß, nachtaktiv und ihre Nahrung ist das Blut von Menschen.

Bettwanzen lassen sich nur noch schwer bekämpfen, da sie zunehmend resistent gegen Insektizide sind. Die Biologin Dr. Arlette Vander Pan vom Umweltbundesamt hat in einer Studie Bettwanzen aus Berliner Wohnungen auf Resistenzen gegen gängige Insektizide untersucht und festgestellt, dass es bei uns zwar noch nicht so schlimm wie in Amerika oder Australien ist, wo es extrem resistente Stämme gibt, aber auch bei uns würden die Insektizide bei einigen Bettwanzen nicht mehr wirken.

Für Schädlingsbekämpfer ein Problem, denn Ziel einer Bekämpfung ist es, alle Tiere zu töten. Doch das ist nicht leicht, da man tagsüber die Bettwanzen nicht sieht. Sie verstecken sich in Hohlräumen und Ritzen. Die nachtaktiven Tiere kommen erst im Dunkeln, auf der Suche nach einer Blutmahlzeit aus ihren Verstecken und beißen zu.

Wurde man gebissen, wacht man häufig mit auffälligen Rötungen oder kleinen Schwellungen am Körper auf. Oft haben die Stellen dabei eine reihenartige Anordnung, die sogenannte "Wanzenstraße" und lassen sich so, etwa von einem Flohstich, unterscheiden. Wie stark man auf die Bisse reagiert, ist allerdings sehr unterschiedlich. Während der Biss bei manchen extreme Schwellungen verursacht, zeigen andere nur geringe oder sogar gar keine Reaktion. Und: Es kann sein, dass die Reaktion erst nach einigen Tagen auftritt.

Zitat
„"Bisher übertragen Bettwanzen keine Krankheiten. Man kann sie zwar im Labor mit einigen infizieren, aber das ist wirklich komplett auf das Labor beschränkt. Man hat bisher nicht nachgewiesen, dass sie im normalen Umfeld eine Krankheit übertragen."“ Zitat von Dr. Arlette Vander Pan, Umweltbundesamt
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Gründe für die Ausbreitung

Am Umweltbundesamt in Berlin beobachten Forscher die Ausbreitung der Bettwanzen in ganz Europa dennoch mit Sorge. Und: Sie suchen nach Gründen für die dramatische Zunahme der Parasiten.

Eine Ursache ist wohl die steigende Zahl von Flugreisen. Bettwanzen verstecken sich immer häufiger im Gepäck und auch in den Sitzen der Flieger. Kommt man von einer Reise nach Hause, sollte man vorsichtig sein, denn es reicht, wenn nur ein einziges Weibchen in die Wohnung gelangt - es kann bis zu dreihundert Nachkommen in sich tragen.

Was tun bei einem Befall?

Bisse, Blutspuren, Kot oder ein süßlicher Geruch – es gibt durchaus Anzeichen für einen Bettwanzen-Befall, doch haben sich die Parasiten tatsächlich in einer Wohnung eingenistet oder besteht der Verdacht, können meistens nur noch Schädlingsbekämpfer helfen. Die Profis wissen, wo sie überall suchen müssen.

Alles was offen ist, hinter Bilderrahmen, offene Leisten, Gardinenstangen zählen dazu, hinter Lampen. Ganz wichtig ist es auch unter dem Bettgestell zu gucken. Verbergeorte sind u.a.: dunkle Ritzen, Ecken, Kanten, abgeklappte Tapeten.

Spezielle Chemikalien töten Bettwanzen, genauso wie Hitze und Kälte. Wichtig ist, jedes Versteck der Wanzen mit dem Gift zu besprühen. Doch dass man wirklich alle Tiere beim ersten Mal erwischt, ist selten. Bis zu viermal müssen die Bekämpfer in der Regel anrücken, bis das Problem behoben ist.

Viele Schädlingsbekämpfer setzen neben Chemikalien auf Hitze, denn bei Temperaturen über 55 Grad sterben die Wanzen. Seit neuestem gibt es dafür auch ein Wärmezelt. Da passen locker ein Koffer oder Sofakissen und Bettdecken rein. Alternativ kann auch Kälte helfen, etwa indem man den Koffer für einige Zeit in die Gefriertruhe stellt .

Profis empfehlen: Nach jeder Reise sollte man das Gepäck als erstes sorgfältig in der Badewanne ausschütteln und Wäsche, wenn möglich, bei sechzig Grad waschen.

Quelle: SWR Marktcheck

Service: Bettwanzenabsuche am Frankfurter Flughafen

Haben Sie den Verdacht, dass Sie sich auf einer Ihrer Reisen unfreiwillig Bettwanzen eingehandelt haben, besteht für Sie die Möglichkeit, Ihr Gepäck am Flughafen Frankfurt darauf absuchen zu lassen.

Haben Sie den Service gebucht, erhalten Sie die Mobilfunknummer des für Sie zuständigen Hundeführers. Dieser kommt, nach Absprache, direkt zu Ihnen in die Gepäckausgabe, nachdem Sie ihre Koffer vom Band genommen haben.

Weitere Informationen

Für den Service von Fraport müssen Sie sich mindestens 3 Tage vorher per Mail anmelden: bedbugdogs@fraport.de
Kosten: 105,99 Euro für bis zu drei Koffer / 29 Euro pro weiteres Gepäckstück
Quelle: Fraport

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Gleich vor Ort wird dann die Absuche von ausgebildeten Spürhunden durchgeführt. Durch ihren einzigartigen Geruchssinn ist es den Hunden möglich, selbst kleinste Bettwanzenlarven zu erschnüffeln, wodurch Sie binnen kürzester Zeit im Klaren darüber sein werden, ob Sie den Parasiten mit an Bord haben oder nicht. Ist das Ergebnis Ihrer Absuche positiv, haben Sie die Möglichkeit Ihre Koffer oder Reisetaschen von einem am Flughafen ansässigen Schädlingsbekämpfer behandeln zu lassen.

Wasserlösliche Wäschebeutel

Weitere Informationen

Bezugsquelle z.B.:
Hygiene-Netzwerk
Eifelwerkstr. 1
54655 Malbergweich
Infoseite: www.hygiene-netzwerk.de

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Wasserlösliche Wäschebeutel ermöglichen es, die mit Bettwanzen kontaminierte Wäsche direkt in der Waschmaschine zu platzieren. Die Beutel lösen sich laut Hersteller bei 60 Grad rückstandslos auf.

Sendung: hr-fernsehen, "service: trends", 04.07.2018, 18:50 Uhr