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zum Video 3 Schritte zu einer soliden Altersvorsorge

Tipps von Katharina Henrich von Stiftung Warentest

Schritt 1: Rat bei der Rentenkasse holen.

Eine erste Anlaufstelle ist die gesetzliche Rentenversicherung. Die hilft einzuordnen, wie es wirklich um Ihre Versorgung steht. Vereinbaren Sie dann eine Kontenklärung für Ihr gesetzliches Rentenkonto, um zu überprüfen, ob alle rentenrechtlichen Zeiten, etwa Kinderziehungs- oder Pflegezeiten, korrekt gespeichert sind. Ist das geklärt, machen Sie einen Termin für eine Altersvorsorgeberatung. Nehmen Sie alle Informationen zu Ihren gesetzlichen, betrieblichen und privaten Anwartschaften mit. Ein Mitarbeiter analysiert sie, schätzt, wie hoch Ihre Rentenlücke insgesamt ist und gibt Rat, diese zu füllen.

Schritt 2: Den Partner ins Boot holen.

Wer die Familienarbeit übernimmt und im Beruf zurücksteckt, sollten mit seinem Partner die Konsequenzen für die eigene Absicherung im Alter besprechen – vor allem bei einer Trennung. Zwar werden bei einer Scheidung die Rentenanwartschaften der Ehezeit geteilt, wenn Sie nichts anderes in einem Ehevertrag vereinbart haben. Zukünftige Einbußen wegen Karriereknick, Auszeiten, Teilzeitarbeit, schlechterer Bezahlung tragen Sie aber allein. Legen Sie im Guten einen Ausgleich fest, etwa indem Ihr Partner sich verpflichtet, auch nach einer Scheidung noch in die private Rentenversicherung einzuzahlen.

Schritt 3: Mit dem Arbeitgeber verhandeln.

Die beste Altersvorsorge ist ein hohes Gehalt. Bevor Sie in Teilzeit gehen, loten Sie aus, ob Ihr Betrieb Sie nicht anders unterstützen kann, Familien- und Erwerbsarbeit besser unter einen Hut zu bringen: Flexible Arbeitszeiten, mobiles Arbeiten, Home-Office. Wenn Sie in Teilzeit gehen, achten Sie darauf, diese zu befristen, damit Sie später wieder aufstocken können. Oder auch wenn Sie Teilzeit arbeiten, signalisieren Sie die Bereitschaft, Führungsaufgaben zu übernehmen. Sie könnten vorschlagen, sich den Chefposten mit einer anderen Teilzeitbeschäftigten zu teilen. Dieses Job-Share-Modell ist in anderen Ländern wie in etwa Großbritannien bereits weiter verbreitet als hierzulande.

Ab 2019 haben Beschäftigte den Anspruch, ihre Arbeitszeit zu reduzieren und später wieder aufzustocken. So verlieren sie Einkommen und Ansprüche einer Vollzeitstelle nicht dauerhaft. Zwischen einem und fünf Jahren kann die neue Brückenteilzeit dauern. Sie ist anders als Eltern- oder Pflegezeit nicht an bestimmte Anlässe geknüpft. Sie soll es Beschäftigten erleichtern, die Arbeit den Lebensumständen anzupassen. Doch nicht alle Frauen werden die neue Teilzeit nutzen können. Der Anspruch gilt nur für Betriebe mit mehr als 45 Beschäftigten. Unternehmen, die zwischen 46 und 200 Arbeitnehmer haben, müssen nur einem pro 15 Mitarbeitern Brückenteilzeit gewähren.

Sendung: hr-fernsehen, "service: zuhause", 25.02.2019, 18:50 Uhr