Mittelfinger
Im Straßenverkehr geht es oft recht ruppig zu. Bild © Imago Images

Ob im Internet, an der Supermarktkasse oder im Straßenverkehr: Pöbeln scheint momentan ziemlich en vogue und selbst alltägliche Situationen eskalieren. Beleidung und Nötigung im Straßenverkehr sind aber kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat.

Stinkefinger, Vogel zeigen, Beleidigungen

Laut dem Polizeibeamten Rudi Neu aus Offenbach ist vielen Autofahrern nicht klar, dass es sich bei einer Beleidigung im Straßenverkehr um eine Straftat handelt, der die Polizei mit Nachdruck nachgeht. Die Geldstrafe, die auch mal die Höhe eines Nettoeinkommens betragen kann, richtet sich dabei nach dem Nettoeinkommen. Je mehr man verdient, desto mehr muss man bezahlen. Laut ADAC haben folgende Beleidigungen in der Vergangenheit 1.000 Euro gekostet: "A…loch", "Drecksau", "Wichser", "blöde Schlampe", "Sie haben den totalen Knall", "Sie sind blöd im Kopf", "blöde Kuh" sowie "A…loch"“ plus Stinkefinger zeigen. "Hurensohn" und "Bastard" haben Verkehrsteilnehmer in der Vergangenheit sogar 1.600 Euro gekostet.

Nötigungen

Zu dichtes Auffahren, rechts überholen und auch der Einsatz von Lichthupe gelten im Straßenverkehr als Nötigung. Da in diesem Fall andere zu einem bestimmten Verhalten gezwungen werden sollen, werden Vergehen wie diese in der Regel härter bestraft als Beleidigungen. Es drohen hohe Geldstrafen und bis zu mehreren Monaten Fahrverbot. In gravierenden Fällen ist sogar eine Freiheitsstrafe möglich. Polizeibeamte Rudi Neu und seine Kollegen stellen immer wieder fest, dass die Aggressivität im Straßenverkehr zugenommen hat. Unlängst habe das Warten in der Schlange vor einer Autowaschanlage einen Autofahrer so in Rage gebracht, dass er eine Schreckschusspistole gezogen habe. Rudi Neu erklärt sich dieses Verhalten mit der hohen Verkehrsdichte und mit Druck und Stress, den die Menschen heutzutage haben

Letztendlich kann man nichts machen, außer Ruhe bewahren. Es kann helfen früher loszufahren, um so weniger unter Zeitdruck unterwegs zu sein. Denn Stress und Druck können auf Dauer krank machen. Auch im Umgang miteinander respektvoll zu sein und sich selbst ein bisschen zurückzunehmen ist hilfreich. Denn fehlender Respekt im Umgang und im Straßenverkehr macht alles noch schlimmer - und kann teuer werden.

Sendung: hr-fernsehen, "service: zuhause", 04.02.2019, 18:50 Uhr