Ein Teller mit Porridge
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Warmer Haferbrei ist der neue Star auf dem Frühstückstisch. Immer neue Porridge-Mischungen erobern die Supermarkt-Regale. Aber sind sie genauso gesund wie ihr Image? Ernährungswissenschaftlerin Kirsten Brüning aus Frankfurt schaut sich die Fertig-Mischungen ganz genau an.

Gesunde Nährstoffbombe

"Porridge ist einfach nur Haferflocken, gekocht mit Milch oder mit Wasser und dazu eine Prise Salz. Ein typisches schottisches Essen, ehrlich gesagt“, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin. In Großbritannien ist die Nährstoffbombe schon lange ein Klassiker auf dem Frühstückstisch und auch in Deutschland gewinnt das Superfood an Popularität. Denn der warme Haferbrei geht schnell, macht lange satt und ist gesund. Wie aber sieht das mit den Fertigmischungen aus den Supermärkten aus?

Kirsten Brüning schaut sich für service:zuhause diese fünf Produkte genauer betrachtet.

Produkte im Experten-Check:

  • Porridge Beere, gut und günstig, Edeka, 1,49 Euro
  • Bio Kokos-Aprikose Porridge, Verival, 4,95 Euro
  • Dreierlei Beere, 3 Bears, 4,95 Euro
  • Quality Porridge Banane, real, 1,59 Euro
  • Unser Porridge, Ruf,  0,69 Euro

Achtung bei den Inhaltsstoffen

Für Kirsten Brüning zählen neben dem Geschmack in erster Linie die Inhaltsstoffe.

"Ein Fertigprodukt sollte zumindest zu 80% aus Vollkornhaferflocken bestehen. Das ist eine gute Qualitätsaussage. Und möglichst wenig bis gar keinen Zucker enthalten", betont die Ernährungswissenschaftlerin. Alle Fertigporridges werden mit heißer Milch oder heißem Wasser angerührt.

Porridge Beere, Gut und Günstig, von Edeka punktet mit einem hohen Haferflockenanteil und mit gefriergetrockneten Früchten. "Das ist ein recht wertvolles Produkt", findet Kirsten Brüning. Ihre Erwartungen erfüllt das Porridge: "Doch, mag ich auf jeden Fall gerne."

Ohne künstlichen Zucker, dafür mit vielen Trockenfrüchten präsentiert sich das Bio Produkt von Verival. Das Produkt punktet sowohl in den Kategorien Geschmack, als auch Konsistenz.

Auch das Porridge Dreierlei Beere von 3 Bears soll keinen weiteren Zucker und dafür viel Frucht enthalten. Kirsten Brüning ist überrascht: "Schmeckt wirklich natürlich fruchtig muss ich sagen (…) und ist auch nicht so wahnsinnig süß. Den könnte ich auf jeden Fall auch empfehlen."

Der einzige Wehmutstropfen für die Ernährungswissenschaftlerin: "Man erkennt auch jede Menge Korinthen oder Rosinen". Den erwarteten Obst-Anteil kann das Porridge aber trotzdem erfüllen: "Da sind auch ein paar rote Beerchen mit dabei, das entspricht schon auch dem was hier draufsteht", so die Ernährungswissenschaftlerin.

Kommt das real Quality Porridge da dran? Schließlich sind in diesem Produkt gar keine Früchte – dafür wird mit Bananengeschmack geworben. Die Inhaltsangabe verrät: Magermilchgetränkepulver mit Bananengeschmack.  Die Ernährungswissenschaftlerin ist nicht begeistert: "Bananengeschmack? Ich weiß nicht. Dann würde ich, glaube ich, lieber das Naturprodukt nehmen und Bananenstückchen dazugeben." Für Kirsten Brüning ist dieses Produkt zu künstlich und zu süß.

Und auch die Tassenportion von Ruf kann sie nicht überzeugen. Der Grund: Viel zu viel Zucker!  "Dieses Produkt ist eine leckere Süßigkeit, würde ich einfach mal sagen. Viel Schokolade drin, weiße Schokolade", erklärt die Ernährungswissenschaftlerin. Auch mit dem Geschmack kann sie sich nicht anfreunden: "Es schmeckt wirklich ziemlich künstlich nach Himbeeren (…) und es ist mega süß".

Die Empfehlung der Ernährungswissenschaftlerin

Drei Sorten würde Kirsten Brüning weiterempfehlen: die Eigenmarke von Edeka, das Bio-Produkt und den Beerenporridge von 3 Bears. Diese stuft sie als gesund und lecker ein. "Vorteil ist von diesen Porridge-Sorten, dass man sie wirklich nur übergießen muss mit kochend heißem Wasser, umrühren und dann lässt man sie einfach stehen und sie dicken von alleine, das machen die Haferflocken. Haferflocken enthalten solche Ballaststoffe, die super gerne quellen. Das ist auch der Vorteil warum sie so magenschonend sind und auch den Magen-Darm-Trakt richtig auskleiden und von daher sind sie ein echtes natürliches Super-Food", erklärt die Ernährungswissenschaftlerin.

Selbermachen bleibt beste Wahl und geht ganz einfach

Am gesündesten ist aber noch immer: Selbermachen. Ein klassisches Porridge ist einfach und schnell zubereitet und besteht aus Haferflocken, Wasser oder Milch und einer Prise Salz.

Sendung: hr-fernsehen, "service: zuhause", 11.03.2019, 18:50 Uhr