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Die Zahl der Insekten hat in den vergangenen Jahren abgenommen. In den letzten 27 Jahren um rund 75 Prozent. Um diesen Trend umzukehren, wollen viele Städte und Gemeinden ihre Grünanlagen naturnaher gestalten. Dabei helfen sollen "Grüne Botschafter".

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Wochenendkurs der Naturgarten e.V. Bild © hr

Viele der Kursteilnehmer kennen sich in Sachen naturnahe Gestaltung von Grünflächen bereits aus. In Wochenendkursen der Naturgarten e.V. soll ihnen der letzte Schliff verliehen werden. Ziel der „Grünen Botschafter“ ist es, sich für den Erhalt unserer heimischen Pflanzen- und Tierwelt aktiv einzusetzen.

Bedeutung der Insekten

Besonders unsere Insekten haben es dringend nötig: Einer aktuellen Langzeitstudie zufolge hat die Gesamtmasse der Insekten in den vergangenen 27 Jahren um rund 75 Prozent abgenommen. Vor allem die Fluginsekten sind betroffen. Doch die Insekten sind nicht isoliert zu betrachten, sie stehen am Beginn der Nahrungskette. Für größere Wildtiere sind sie eine nicht zu ersetzende Futterquelle. Besonders wenn es um die Aufzucht der Jungen geht. Viele Städte und Gemeinden wollen helfen und versuchen Grünflächen naturnah zu gestalten.

Insekten brauchen einheimische Pflanzen

Zitat
Es ist ganz entscheidend, dass man das Richtige macht. Es ist wichtig einheimische Wildpflanzen zu nehmen, die unserer Insektenwelt eine Lebensgrundlage bieten können. Zitat von Dorothee Dernbach von Naturgarten e.V.
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Denn viele exotische Blüten sehen zwar schön aus, sind für unsere Insekten aber nutzlos. Einheimische Pflanzen brauchen oft bestimmte Bedingungen, um wachsen zu können. Fachkompetenz ist also gefragt. Und die ist in den Städten und Kommunen zurzeit sehr gefragt, denn viele möchten ihre Grünflächen naturnah bepflanzen, um Insekten und Vögel gezielt zu unterstützen.

Hungerzonen

Ungeeignet dafür sind die klassischen Pflanzungen mit Tulpen im Frühjahr sowie Geranien und exotischen Blüten im Sommer. Sie sind teuer in der Pflege und für unsere Wildtiere wahre Hungerzonen. Auch hier summt und brummt es zwar, schaut man jedoch genauer hin, dann sind es nur wenige Arten, die von den Pflanzen profitieren.

Vielfalt

Rund 420 verschiedene Wildbienenarten sind bei uns in Hessen heimisch über 40 Prozent davon sind vom Aussterben bedroht. Einige von ihnen sind extreme Spezialisten. Sie sammeln ausschließlich Pollen einer bestimmten Pflanzenart. Verschwindet die Pflanze, bedeutet es auch für die Wildbiene das Aus.

Wichtiger Tipp: das Saatgut sollte so regional wie möglich sein. Denn schon eine Margerite aus Bayern unterscheidet sich etwas von ihrer hessischen Verwandten. Ein Logo (VWW Regiosaaten des Verbandes Deutscher Wildsamen und Wildpflanzenproduzenten e.V.) kennzeichnet regionales Saatgut und hilft bei der Auswahl.

Beispiele für gelungene Umgestaltungen

  • Verkehrskreisel in Kefenrod (Wetterau): Vor 2 Jahren wurde ein Verkehrs-Kreisel naturnah gestaltet. Die Trockenwiesenblumen locken heute zahllose Insekten an, brauchen kaum Pflege oder Wasser, kosten viel weniger und säen sich selbst wieder neu aus.
  • Naturnahe Friedhof in Ortenberg-Gelnhaar: Ein Teil des Friedhofes ist als naturnahe Blumenwiese gestaltet auf der man sich beerdigen lassen kann. Ein Friedhof, der Insekten, Vögeln und anderen Tierarten neues Leben schenkt. Die Bürgermeisterin der Gemeinde bekommt inzwischen regelmäßig Anfragen von anderen Gemeinden, so begeistert sind alle von den Wildblumen-Wiesen als letzte Ruhestätte.
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Kontakt

Naturgarten e.V. Regionalgruppe Rhein-Main
Die Wildrose
Am Sonnenhang 3
65321 Heidenrod
Telefon: 06120 - 972596
E-Mail: regiogruppe-rheinmain(at)naturgarten.org

Naturgarten e.V. Regionalgruppe Südhessen, Rheinhessen, Kurpfalz
Freiburgstraße 29
64720 Michelstadt,
Telefon: 06061- 965541
E-Mail: regiogruppe-suedhessenkurpfalz@naturgarten.org

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Link

  • www.naturgarten.org
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Sendung: hr-fernsehen, "service: zuhause", 23.07.2018, 18:50 Uhr