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zum Video Sinnloses Shopping

Fehlkäufe hat wahrscheinlich jeder von uns im Schrank stehen: Die Hose, die doch ein bisschen zu eng ist, die Jacke, die zu grell ist oder die Küchenmaschine, die so unschlagbar billig war. Wieso sind wir so anfällig für solche Shopping-Aktionen? Und wie lassen sich Fehlkäufe vermeiden?

Psychologin Andrea Hillenbrand aus Wiesbaden weiß, warum wir so gerne shoppen, obwohl es gar nicht nötig wäre.

Shoppen fürs gute Gefühl

Viele Funktionen, die durch Shopping erfüllt werden, haben mit Emotionen zu tun. Menschen können mithilfe von Shopping Langweile übertünchen, Leere füllen, sich gut und zugehörig fühlen. Beim Online-Shoppen ist es besonders einfach für einen Moment in eine andere Welt abzutauchen und dort dem Jagd- und Sammeltrieb nachzugehen.

Warum es so schwer ist Schnäppchen zu wiederstehen

Menschen sind auf neue Reize programmiert. Je auffälliger für Rabattaktionen geworben wird, desto interessanter. Zudem versprechen Schnäppchen und Rabatte eine einmalige Gelegenheit, die der Konsument verpassen könnte, wenn er nicht zuschlägt.

Je länger wir shoppen – desto teurer wird es

Hemd mit den Hinweisschild "Reduziert"
Viele Rabatte sollen den Kunden dazu bringen, mehr zu kaufen, als er eigentlich will. Bild © picture-alliance/dpa

Die menschliche Informationsverarbeitung hängt davon ab, welche Infos der Konsument aktuell erhält. Durch die hohe Anzahl an Preisschildern, die wir während einer längeren Shoppingtour sehen, verschiebt sich unser Bezugsrahmen. Der Tipp der Psychologin: Machen Sie sich immer wieder bewusst, wie viel Geld man wirklich zur Verfügung hat. Gutes altes Kopfrechnen kann sich lohnen, denn wer erst einmal ausgerechnet hat, wie viel das vermeintlich neue Lieblingsteil kostet, der überlegt es sich vielleicht doch zweimal.

Die Verführung des Einzelhandels

Hier wird oft über soziale Beziehungen gearbeitet. Sei es das nette Verkaufsgespräch, die Gratisprobe, der Flyer oder das Glas Prosecco im Laden. Wir fühlen uns ungern verpflichtet und mögen das Gefühl nicht, in der Schuld von anderen zu stehen. Oftmals entwickeln wir gegenüber dem Schenker ein gewisses Pflichtgefühl. Hier hilft es, sich selbst klar zu machen, dass wir dem Verkäufer oder der Verkäuferin nichts schuldig sind und es vollkommen okay ist, wenn wir nichts kaufen.

Eine Selbstverpflichtung kann helfen

Machen Sie sich vor dem nächsten Einkaufsbummel bewusst, welche Motivation Sie haben. Brauchen Sie etwas Bestimmtes? Oder wollen Sie sich mit einem Shoppingbummel eine schöne Zeit machen?  Stellen Sie sich vorher eine Regel auf: Wie viele Teile darf ich mir maximal kaufen? Welche Preisgrenze habe ich? Hilfreich ist es, diese Selbstverpflichtung einmal laut auszusprechen. Eine kleine Erinnerung, warum man eigentlich losgezogen ist, hilft vor sinnlosen Einkäufen und schont den Geldbeutel. 

Sendung: hr-fernsehen, "service: zuhause", 18.02.2019, 18:50 Uhr