Das Ludwigshafener Mundarttheater Babbeldasch hat bisher nicht zu Lena Odenthals Ausgehadressen gehört. Kollege Becker nimmt sie in eine Aufführung mit, aber während Lena noch überlegt, was sie davon hält, endet der Abend abrupt: Hauptdarstellerin und Theaterleiterin Sophie Fettèr stirbt während der Vorstellung an einem allergischen Schock. Anscheinend ein Unfall, aber Lenas Neugier ist geweckt.

Gut möglich, dass der tödliche Mohn in der Füllung eines Croissants Sophie Fettèr mit Absicht untergeschoben wurde. Da Sophie sie sogar bis in ihre Träume verfolgt, nimmt Lena inkognito Kontakt zu den Theaterleuten auf. Dort erlebt sie tiefe Trauer und Bestürzung, alte Feindschaften und neue Hoffnungen. Zwischen Sophies Tochter Petra, deren Vater Sascha und Sophies langjährigem Geliebten Manfred gibt es Konflikte über die Fortführung des Theaters, der Vermieter will die Babbeldasch loswerden und im Ensemble hat jeder seine eigene Meinung darüber, wie es weitergehen soll. Und keine Nacht vergeht, ohne dass Sophie Lena im Traum antreibt, endlich ihren Mörder zu finden. Als sich herausstellt, dass es sich tatsächlich um einen Mordfall handelt und die Kollegen die Ermittlungen aufnehmen, ist Lena schon tief drin im Beziehungsgeflecht der Theaterleute.
"Kriminaloperette ohne Gesang" nennt Filmemacher Axel Ranisch seine erste Inszenierung für die Reihe "Tatort", die er mit Autor Sönke Andresen und einem gemeinsamen Ensemble aus dem Ludwigshafener Tatort-Team und den Darstellern des Amateurtheaters Hemshofschachtel erarbeitete. Wie in seinen Kinoarbeiten drehte er die "Babbeldasch" chronologisch und ohne ausformuliertes Drehbuch. Die Schauspieler improvisierten die Szenen auf der Basis eines Treatments, ausführlicher Figurenentwicklungen - und ohne Kenntnis davon, wer der Mörder sein würde. Entstanden ist ein ungewöhnlicher "Tatort", der in einem ganz speziellen Setting aus Bühne, Ermittlung und Traumgeschehen Lebendigkeit, Authentizität und jede Menge Charme ausstrahlt.

Lena Odenthal: Ulrike Folkerts
Mario Kopper: Andreas Hoppe
Johanna Stern: Lisa Bitter
Peter Becker: Peter Espeloer
Frau Keller: Annalena Schmidt
Sophie Fettèr: Malou Mott
Sarah Fettèr: Petra Mott
Sascha Werner: Andreas Assanoff
Manfred Oehlenschläger: Gerd Rohrbacher
Luigi Steccino: Vito Schito
Bieni: Christian Borowski
Sandra May: Luka Nuber
Jutta Hoffmann: Sieglinde Schoer
Anna Seebold: Angelika Kleinschmidt
Gabriel Magin: Jürgen Stahl
Bohlmann: Harald Dimmler
Otto Sperling: Werner Übelacker
Antonia Sievers: Anja Reich
Marie Grötzinger: Ramona Lisowski
Stephanie Herbst: Andrea Blank
und andere:

Musik: Goachino Rossini, Edvard Krieg und Béla Bartók
Kamera: Stefan Sommer
Buch: Sönke Andresen
Regie: Axel Ranisch