Ein Kopfschuss aus nächster Nähe. Walter Lübcke sitzt am späten Abend des 1. Juni 2019 noch auf seiner Terrasse. Dass er schon in vielen Nächten dort beobachtet wurde, hat er nie bemerkt. Diesmal drückt der Mörder ab. Ein Jahr später soll der Prozess diese Tat aufarbeiten. Ab 16. Juni müssen sich vor dem Oberlandesgericht Frankfurt zwei Neonazis verantworten, die dem hessischen Verfassungsschutz einst als gefährlich bekannt waren, dann aber aus dem Fokus gerieten. Und das zu jener Zeit, als sie Walter Lübcke wohl zum ersten Mal begegneten. Weil sich der Kasseler Regierungspräsident für die menschenwürdige Aufnahme von Geflüchteten einsetzte, machten Stephan E. und Markus H. ihn im Netz zur Hassfigur weit über die rechtsextreme Szene hinaus.