Der zweite Teil der Dokumentation erzählt die Geschichte des Niedergangs des Deutschordensstaates, des einzigen Ständestaates in der europäischen Geschichte. Trotz seiner für die damalige Zeit fortschrittlichen Verwaltung und einer starken Armee zerfiel dieser Staat.

Der Kampf gegen die Heiden in Nordeuropa sollte den Ordensrittern neuen Ruhm bringen und zog Scharen westeuropäischer Ritter und Siedler an. Die Gefahr des Verlustes der Daseinsberechtigung des Ordens schien gebannt. Doch der Konflikt mit der nach der Heirat der polnischen Königin Hedwig mit dem litauischen Großfürsten Jagiello entstandenen königlichen Föderation Polen-Litauen führte schließlich zu einer der größten Schlachten des Mittelalters, der Schlacht bei Tannenberg im Jahre 1410. Die Ordensritter waren danach zwar geschlagen, der Orden aber nicht besiegt. Der Niedergang vollzog sich allmählich in der andauernden Konfrontation mit dem Königreich Polen-Litauen und mit den eigenen Bürgern in den vom Orden gegründeten Städten. Er unterlag einem Nachbarn, der ihn zwar militärisch nicht vollständig besiegen konnte, aber seinen Untertanen etwas bot, was der klösterliche Ordensstaat nicht konnte und wollte - wirtschaftliche Freiheit.

Sendung: hr-fernsehen, "Unter schwarzem Kreuz – der Deutschritterorden", 30.06.2021, 09:20 Uhr