Norddeutschland hat in Sachen Grillkohle ein Alleinstellungsmerkmal: In Bodenfelde an der Oberweser steht Deutschlands einzige Grillkohlefabrik. 30.000 Tonnen Holzkohle werden dort pro Jahr hergestellt. Die restlichen 215.000 Tonnen, die jedes Jahr in Deutschland verkauft werden, kommen aus dem Ausland, unter Umständen sogar aus illegal geschlagenem Tropenholz hergestellt. In Bodenfelde gibt es so etwas nicht. Das benötigte Holz stammt aus den umliegenden Wäldern. Es ist so genanntes Industrieholz, das bei Durchforstungen anfällt. „Kein Baum wird extra für die Grillkohleproduktion entnommen, wir verarbeiten außerdem Kronenholz und unbehandelte Holzabfälle aus der Möbelproduktion“, sagt Benedikt Wingen, der Holzeinkäufer des Grillkohlewerks. Damit aus dem Holz Grillkohle gewonnen werden kann, braucht es vor allem Hitze und ein Verfahren, das es in den Grundzügen bereits im Mittelalter gab. Auch im Museumsdorf in Hösseringen in der Lüneburger Heide wird Holzkohle hergestellt. Dr. Arne Paysen ist eigentlich Schmied. Aber der Mann hat Geschichte studiert und seine Doktorarbeit über nachhaltige Energiekonzepte im Mittelalter geschrieben. Er stellt Holzkohle her wie vor Hunderten von Jahren. Dafür baut er einen besonderen Ofen, einen sogenannten Meiler. Eine Woche lang wacht er dort während der Holzkohleproduktion Tag und Nacht. Schließlich könnte der Meiler sogar explodieren. Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? Solche Sprüche sind entstanden, weil die Köhler früher rußverschmierte, oft ein wenig wunderliche Käuze waren! „Der viele Rauch und fehlender Schlaf tun auf Dauer einfach nicht gut“, sagt Arne Paysen. Ob am Meiler in der Heide oder in der Fabrik an der Weser: Die Köhler nehmen regelmäßig „Geschmacksproben“. In Bodenfelde werden die Mitarbeiter sogar jeden Freitag um 8.30 Uhr mit einem „Bratwurstfrühstück“ versorgt. Dieser Film zeigt den spannenden Weg der Herstellung von Grillkohle: von der Holzernte im Wald bis zum Einsatz auf dem Grill.