Ein Eklat zwischen den Eheleuten Burda wird zur Geburtsstunde von Burda-Moden. Franz Burda hat eine Nebenfrau, seine Sekretärin, die sich erfolglos an einer Modezeitschrift versuchen darf. Die Kränkung sitzt tief, doch Aenne Burdas Krise ist ihre Chance.

Sie ergreift sie, bietet ihrem Mann die Stirn und gibt fortan die Modezeitschrift heraus. Die beiden stacheln sich im Zweikampf an. Aenne Burda will es allen zeigen. Sie weiß sich im Hause Burda durchzusetzen. Mit Emanzipation und Frauenrechten im gesellschaftlichen Sinn allerdings hat sie nichts am Hut. "Einen Mann hat jetzt die Käte, weil sie nach Burda Moden nähte" lautet der Werbeslogan der frühen Jahre ab 1950.

Aenne Burda will Frauen schöner machen, selbstbewusster. Die Mode soll alltagstauglich sein, für Arbeiterfrauen und Angestellte, die auf dem Fahrrad zur Arbeit kommen. Mit Burda-Schnittmusterbögen können die Frauen ihre Traumkleider selbst schneidern. Aenne Burdas Leben besteht aus schnellen Autos, pompösen Faschingsbällen, Galas. Mit Franz Josef Strauß und Hans-Dietrich Genscher ist sie befreundet, bei den Bambi-Verleihungen sitzt sie selbstbewusst neben Stars wie Sophia Loren.

Ihr größter unternehmerischer Triumph: 1987 durchbricht sie als Unternehmerin den eisernen Vorhang, Burda Moden schafft es dank Perestroika nach Moskau an die Seite von Raissa Gorbatschowa.