Zwei junge Brüder und ein gemeinsamer Traum: Den Hof des Opas erhalten, die einzigartigen Bergwiesen der Heimat nachhaltig bewirtschaften und Besucher für die Schönheit der Rhön begeistern. Wie das klappen soll? Mit Alpakas!

„Auf dem Berg oberhalb unseres Heimatortes Ginolf haben wir als kleine Jungs ein Baumhaus gebaut. Von dort aus hatten wir eine Aussicht bis weit hinter Schweinfurt. Einfach herrlich. Wir saßen dann so in den Bäumen und stellten uns vor wie es wäre, wenn wir uns mal total ausgefallene Tiere anschaffen würden, welche den Berg pflegen und die Landschaft offen halten könnten. Wir fanden Alpakas schon immer toll und als wir dann beide unser erstes Geld verdienten und unsere Großeltern ihren Betrieb aus Altersgründen nicht mehr fortführen konnten, haben wir beschlossen, die Tiere anzuschaffen.“ Das war im Sommer 2018, Marc-Andrè Janz hatte gerade seinen 18. Geburtstag gefeiert, Florian seinen 20. Freudensprünge löste die Idee bei Eltern, Großeltern und Freunden nicht aus, eher Kopfschütteln. Denn Alpakas sind teuer, sie brauchen Koppeln, Ställe und vieles mehr – Anschaffungen die sich, wenn überhaupt, erst nach vielen Jahren rechnen. Doch abbringen ließen sich die beiden nicht, wollten sie doch den Hof des Opas erhalten, ebenso die einmalige Landschaft und Natur der Rhön. Von und mit Alpakas leben: Den Hof zu übernehmen und zu erhalten war das erste Ziel, das nächste: Innerhalb von drei Jahren von der Landwirtschaft leben zu können – und zwar im Einklang mit der Natur. Im Moment sind Florian und Marc-Andrè beide fest angestellt, in Berufen die nichts mit der Landwirtschaft zu tun haben. Dementsprechend sind die Wochenenden und Abende mit Arbeit gefüllt. Und jeden Tag kommen neue Herausforderungen dazu. Denn die beiden halten die Alpakas nicht nur, um die steilen Bergwiesen zu pflegen, sie bieten auch Wanderungen mit den Tieren an. Dafür müssen diese allerdings „halfterführig“ sein. Das bedeutet, sie müssen sich das Halfter anlegen lassen und dann auch an der Leine mitlaufen. Das kostet Zeit und Nerven. Bringt einem aber auch das sanfte Wesen der Tiere näher, haben diese einmal vertrauen gefasst, sind sie zwar immer noch keine Kuscheltiere, aber treue Wegbegleiter. Und dann ist da noch der Kot der Tiere: kein wertloses Abfallprodukt, das entsorgt werden muss, sondern wertvoller Dünger. Man könnte sagen, Alpakas sind wahre Goldesel. Die Alpakas müssen dafür nur einmal auf „Toilette“ gehen – die Brüder sind dann für den Rest zuständig. Die „Toilette“ reinigen, den Kot trocknen, mahlen und abpacken. Natürlich alles in reiner Handarbeit. 2020 sollte das Jahr der Entscheidungen für Marc-Andrè und Florian Janz sein, denn da sollte sich zeigen, ob der Kindheitstraum der Brüder Wirklichkeit werden kann. Doch dann kam „Corona“ und damit der Wegfall aller Führungen und Besuchergruppen. Ein Grund aufzugeben ist das für die beiden Rhöner Burschen nicht – im Gegenteil. Sie nutzen die Zeit, kaufen weitere Tiere, trainieren diese und suchen neue Wege, den Menschen die Schönheit der Rhön auch ohne persönliche Begegnungen zu zeigen. Drei Jahre begleitet der Film die beiden Brüder und ihre Alpakas. Die Zuschauer bekommen einen authentischen Einblick in das sanfte Wesen der Alpakas, die Schönheit der Rhön und das Wesen der Rhöner Menschen. Eine Einladung, die Rhön und deren Bewohner selbst einmal zu besuchen!